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Natzunger Kreativtheater belegt den ersten Platz

Orgelstadt verleiht Heimatpreis

Borgentreich (WB). Die Aktiven aus Borgholz und Natzungen waren die Sieger bei der erstmaligen Verleihung des Heimatpreises der Stadt Borgentreich. Der vom Land Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 5000 Euro dotierte Preis ging an das Kreativtheater der Theatergruppe der Kolpingsfamilie Natzungen, die Natzunger „Dorfoldies“ und die Interessengemeinschaft „Borgholzer Teich“.

August Wilhelms

Die Interessengemeinschaft Borgholzer Teich, die Natzunger Dorfoldies und das Kreativtheater der Theatergruppe der Kolpingsfamilie Natzungen waren die erfolgreichen Akteure bei der erstmaligen Verleihung des Heimatpreises der Stadt Borgentreich. Von Bürgermeister Rainer Rauch (links) nahmen sie ein Preisgeld des Landes NRW und eine Stele entgegen. Foto: August Wilhelms

2000 Euro fürs Jugendtheater

Bürgermeister Rainer Rauch überreichte drei Stelen an die Preisträger. Den ersten Platz und 2000 Euro konnte das Natzunger Kreativtheater der Theatergruppe der Kolpingsfamilie Natzungen, kurz „NKTTKN“, mit deren Leiterin Heike Tewes entgegennehmen. Zweimal wurde ein zweiter Platz vergeben. Diesen teilten sich die Interessengemeinschaft „Borgholzer Teich“ um Ralf Tewes und die Natzunger „Dorfoldies“, die der Ortsheimatpflegerin Rita Lotze eine große Hilfe sind. Mit der Stele erhielten sie je 1500 Euro.

Die Theatergruppe hatte ihre Bewerbung mit einer Foto- und Tonschau untermalt, die auch bei der Preisverleihung präsentiert wurde. Bürgermeister Rauch erinnerte an die vielen Aktivitäten der Kolpingjugendlichen, die an die seit 1924 bestehende Theatertradition in Natzungen anknüpfen.

Drei selbst geschriebene Stücke

Drei selbst geschriebene Stücke haben die Aktiven seit 2017 aufgeführt. Sie engagiert sich zudem ehrenamtlich im Dorfleben durch die Teilnahme an den Natzunger Weihnachtsmärkten oder der 72-Stunden-Aktion. Dabei entstanden mit Hilfe der Dorfgemeinschaft im Frühjahr ein Grillplatz und eine Grillhütte auf dem ehemaligen Sportplatz. Lobend erwähnte Rauch dabei auch das gute Zusammenspiel von junger und älterer Generation und die kreative Bewerbung des „NKTTNK“.

Die zweitplazierte Interessengemeinschaft „Borgholzer Teich“ kümmert sich seit einigen Jahren ehrenamtlich um die schmucke Teichanlage in Borgholz. Sie wird von ihnen gesäubert und gepflegt. Im vergangenen Jahr hat die Gemeinschaft zudem sechs große Informationstafeln aufgestellt, die über die Tier- und Pflanzenwelt im und am Teich informieren. Die Teichanlage ist ein beliebter Treffpunkt in Borgholz.

Natzunger „Dorfoldies“ im Einsatz

Ebenfalls mit einem zweiten Platz wurden die Natzunger „Dorfoldies“ für ihren Einsatz in der Gemeinde ausgezeichnet. Seit 2017 engagieren sich zehn Rentner in verschiedenster Weise ehrenamtlich in Natzungen. So haben sie ein großes Insektenhotel gebaut und am Hochbehälter aufgestellt, Dort wie auch am Schulweg wurden insgesamt drei Ruhebänke positioniert.

Ein großes Projekt war in diesem Frühjahr die Anlage einer Streuobstwiese mit 60 Obstbäumen auf der alten Steinkuhle. Dafür mussten zuvor alte, abgestorbene Bäume, Geäst und anderer Unrat entfernt werden. Wegen des trockenen Sommers wurden die frischen Bäume darüber hinaus regelmäßig bewässert.

Viele Projekte umgesetzt

Weiter haben die „Dorfoldies“ Sanierungsarbeiten an der Friedhofsmauer durchgeführt, einen abgegrenzten Platz für die Lagerung von Materialien für die Grabumrandungen geschaffen, das alte schmiedeeiserne Eingangstor vom Rost befreit und für einen neuen Anstrich gesorgt.

Bei seiner Laudatio ging der erste Bürger der Stadt auf den heutigen Heimatbegriff ein. „Heimat ist für uns alle eher ein Gefühl, und es ist ein ganz persönliches Gefühl, das für jeden anders ist“, sagte Rauch und erinnerte dabei an die Landschaft, vertraute Straßenzüge, das Elternhaus oder den Anblick der Dorfkirche. „Je weiter man von der Heimat entfernt ist, so größer wird diese Verbundenheit. Wir wollen Heimat bieten.“

2020 wird der Preis erneut ausgeschrieben

140 Städte und Kreise in NRW haben sich dazu entschlossen, einen Heimatpreis zu vergeben. Damit möchte die Landesregierung herausragendes Engagement in den Fokus der Öffentlichkeit stellen. Neben Lob und Anerkennung soll der Preis Ansporn zum Mitmachen sein, erläuterte Rauch und lud die Gäste zu einem Imbiss ein. Dieser wurde mit einer Fotoschau zu den Projekten der Preisträger untermalt.

Auch im kommenden Jahr möchte das Heimatministerium wieder Heimatpreisverleihungen ermöglichen. Dies soll dann gegebenenfalls unter einem bestimmten Thema stehen.

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