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Lärmstreit: Schützenbruderschaft und Bürgermeister rufen zur Mäßigung auf

Polizei stoppt Fackelaufmarsch

Borgentreich (WB). Der Streit um Lärmimmissionen der Schützenhalle Borgentreich eskaliert. Die Anwohnerin, die ein Petitionsverfahren wegen Lärmbelästigung beim Land NRW angestrengt hat, ist in den vergangenen vier Wochen mehrfach zur Zielscheibe von Sachbeschädigungen und Provokationen geworden.

Ralf Benner

Die Borgentreicher Schützenhalle steht im Zentrum des Lärmsstreits: Statt auf Sachlichkeit zu setzen, suchen einige Einwohner die Konfrotation mit der Hallen-Nachbarin. Ihr Haus wurde mit Eiern beworfen und mit Farbe beschmiert. Foto: Marius Thöne

In diesem Zusammenhang rufen die Schützenbruderschaft Borgentreich, die Vereinsgemeinschaft der Orgelstadt und Bürgermeister Rainer Rauch jetzt in einem gemeinsamen Appell zu einer sachlichen Diskussion im Lärmstreit auf. »Ich verstehe gut, dass es sich um eine hoch emotionale Diskussion handelt«, sagt Rauch. Diese müsse aber auf einer rechtsstaatlichen Ebene stattfinden. »Sachbeschädigungen und Provokationen sind nicht akzeptabel«, unterstreicht er.

Vier Vorfälle

Hintergrund sind vier Vorfälle im November, die sich gegen die Hallen-Nachbarin richteten. Noch unbekannte Täter hatten am 9. November das Wohnhaus der Anwohnerin mit Farbe beschmiert. Die Frau erstattete Anzeige, die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Am 16. November zog eine Gruppe von mindestens sechs jungen Männern am Abend mit brennenden Fackeln vor das Haus der Anwohnerin und grölte Lieder. Die Frau, die sich von der Gruppe bedroht fühlte, rief die Polizei zur Hilfe. Die Beamten trafen sechs Männer vor dem Haus an und stellten ihre Personalien sicher. »Welche Lieder genau gesungen wurden, ist nicht bekannt«, sagte Polizeisprecher Dietmar Mathias auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES. Der Fackelmarsch habe sich aber wohl gegen die Anwohnerin gerichtet, erklärt Mathias.

Bürgermeister Rainer Rauch Foto:

Nur wenige Tage später, am 22. November, zogen Unbekannte in einem Fackelmarsch erneut vor das Wohnhaus der Borgentreicherin. Dieses Mal soll es sich nach Angaben des Polizeisprechers sogar um eine größere Menschenmenge von 20 bis 30 Personen gehandelt haben. »Als die Beamten dort eintrafen, war jedoch niemand mehr da«, berichtete Mathias. Ob diese Märsche den Straftatbestand der Bedrohung erfüllen, werde noch geprüft: »Die Frage wird sein, ob diese Märsche an sich schon als Straftat zu werten sind«, sagt er. Die Ermittlungen der Polizei dauerten an.

Der letzte Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 29. auf den 30. November, als noch unbekannte Täter das Gebäude der Borgentreicherin mit Eiern bewarfen. Die Polizei ermittelt auch hier wie bei den Farbschmierereien wegen Sachbeschädigung.

Schützenbruderschaft distanziert sich

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