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Stadt Borgentreich zeichnet zwei ehrenamtliche Gruppen und eine Privatperson aus

Preisgekrönte Heimatliebe

Borgentreich

Die Stadt Borgentreich hat den Heimatpreis verliehen. Der erste Platz geht an die „Röse­becker Rentner und Freiwillige“. Die „Bürger für Borgentreich“ landen auf dem zweiten Platz. Anton Tewes aus Borgholz belegt den dritten Platz.

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Mit dem Heimatpreis würdigt die Stadt Borgentreich nachahmenswerte Praxisbeispiele im Bereich der Heimatpflege. Den ersten Platz haben sich die „Rösebecker Rentner und Freiwillige“ gesichert: Harald Jakobi (vorne links), Hubertus Ludwig (hinten links), Gerhard Warnke, Hubertus Becker (Ortsvorsteher, vorne rechts) und Bürgermeister Nicolas Aisch Foto: Stadt Borgentreich

Mit dem Heimatpreis würdigt die Stadt Engagement und nachahmenswerte Praxisbeispiele im Bereich der Heimatpflege. „Da die eingereichten Vorschläge allesamt außerordentlich waren“, so Bürgermeister Nicolas Aisch, „stellte es sich für die Jury als äußerst schwierig dar, eine Rangfolge festzulegen.“ Letztlich hätten sich aber drei Sieger herauskristallisiert.

Der Heimatpreis werde verliehen „für herausragende zukunftsorientierte Projekte und für beispielhafte Beiträge zum Erhalt und zur Sichtbarmachung unseres kulturellen Erbes.“ Bürgermeister Nicolas Aisch betonte: „All diesen Anforderungen werden die Preisträger in besonderem Maße gerecht.“

Erster Platz

Der erste Platz ist mit 1800 Euro dotiert. Über das Preisgeld freuen sich die „Röse­becker Rentner und Freiwillige“. Seit Herbst 2018 engagieren sie sich jeden Monat ehrenamtlich für die Dorfgemeinschaft, indem sie Bau- und Renovierungsvorhaben und auch besondere Aktionen umsetzen. Aufgrund von Corona konnte nur eine kleine Abordnung den Heimatpreis entgegennehmen. Aisch nannte einige Projekte der engagierten Rösebecker: die Dacherneuerung des Pavillons auf dem Spielplatz Desenbergblick, die Befreiung der Grünflächen und öffentlichen Wege von Laub, Pflasterarbeiten unter den Sitzgelegenheiten im Dorf und in der Feldflur, die Umgestaltung von Bürgersteigen, das Pflanzen von Apfelbäumen oder Frühblühern, der Bau von Nistkästen sowie das Ausbessern der Pflasterwege auf dem Friedhof oder das Aufstellung neuer Sitzbänke im Pfarrgarten und auf dem Spielplatz Desenbergblick.

Zweiter Platz

Die zweite Platzierung nahm eine Delegation der „Bürger für Borgentreich“ entgegen. Sie freuen sich über ein Preisgeld in Höhe von 1700 Euro. Seit Juli 2017 engagieren sich etwa 25 Freiwillige für den Erhalt und die Gestaltung der Infrastruktur im Ort. „Mit Unterstützung der ‚Bürger für Borgentreich‘ konnten in den vergangenen drei Jahren bereits mehrere Projekte realisiert werden“, lobte der Bürgermeister. Als Beispiel führte er die Pflasterung der Friedhofstwete an: „An mehreren Tagen wurde ein 300 Meter langes Teilstück mit Betonpflaster befestigt. Statt diesen Auftrag für 17.000 Euro durch eine Tiefbaufirma durchführen zu lassen, kostete der Ausbau durch die Helfer nur 12.000 Euro.“ Im Dezember 2018 stellten die Bürger die 44 Weihnachtssterne für die Straßenbeleuchtung auf LED-Beleuchtung um. „Statt 26.000 Euro für eine neue Weihnachtsbeleuchtung kostete die Umrüstung der alten Beleuchtung 13.000 Euro“, erklärte Aisch.

In der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) konnten die Ehrenamtlichen im Frühjahr 2019 eine Bibliothek einrichten. Im Jahr 2020 wurde mit der Hilfe der Gruppe die Leichenhalle auf dem Friedhof repariert sowie ein neues Beschilderungskonzept in der Stadt umgesetzt.

In Zukunft möchten sich die „Bürger für Borgen­treich“ für die Streuobstwiese im Liebestal einsetzen. Ein Mitglied der Gruppe hat eine Weiterbildung zum Obstwiesenberater besucht. In diesem Zuge wurde auch eine Kartierung des Obstbaumbestandes vorgenommen. Mit dem Preisgeld möchten die „Bürger für Borgentreich“ den Bestand der alten Bäume pflegen und vor allem erweitern.

Dritter Platz

Der dritte Platz geht an Anton Tewes aus Borgholz. Sein Engagement belohnt die Heimatpreisjury mit einem Betrag von 1500 Euro. Anton Tewes pflegt mit seinen 80 Lebensjahren seit vielen Jahren unentgeltlich die Grünanlage im Bereich des Kuckuckskreuzes. „Seine Tätigkeiten beschränken sich aber nicht ‚nur‘ auf das Mähen des Rasens, das Schneiden der Hecken und Bäume und das Bepflanzen der Blumentrichter“, sagte Bürgermeister Nicolas Aisch. Tewes habe auch sein Geld in einen Bildstock, in Ruhebänke eine „Wetterstation“ und in die Restauration des Kuckuckskreuzes selber investiert. Der Preisträger zeigt sich aber auch für den gemütlichen Teil der Maiandacht am Kuckuckskreuz verantwortlich. Er grillt für alle Anwesenden und verteilt Getränke. Aisch: „Ein nachahmenswertes Praxisbeispiel für außerordentliches Engagement.“

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