Bundeswehr hilft auch in Willebadessener Einrichtung mit – Erste Impfungen in Borgentreicher Heim

Soldaten mit offenen Armen begrüßt

Willebadessen/Bor...

Nach dem Einsatz des DRK packt nun die Bundeswehr mit an: Sechs Soldaten helfen jetzt im Haus am Steingarten mit. Wie berichtet hat auch die Willebadessener Einrichtung mit einem Corona-Ausbruch zu kämpfen.

Daniel Lüns

Foto:

Von den 40 Bewohnern wurden 20 positiv auf das Corona-Virus getestet, erklärt Andrea Schröder, Leiterin der Einrichtung. Von den 41 Mitarbeitern seien es elf. Im Haus gelte daher Quarantäne: Besuche seien nur noch in dringenden Ausnahmefällen und mit Genehmigung gestattet. Ansonsten sei der Zutritt zum Haus Tabu.

Besonders ärgerlich: Die Bewohner und Mitarbeiter des Hauses hatten bereits die erste von zwei Corona-Schutzimpfungen bekommen. In dieser Woche sollte die zweite Impfung folgen. Dann kam der Corona-Ausbruch dazwischen. „Nach der ersten Impfung hat man bereits teilweise Schutz. Aber eben keinen kompletten“, erklärt Dr. Jens Grothues aus Beverungen. Er ist der ärztliche Leiter des Impfzentrums für den Kreis Höxter in der Stadthalle in Brakel. Grothues organisiert die Impfungen im Kreis mit.

Wie bei anderen Impfung brauche der Körper nach der Corona-Schutzimpfung erst einmal Zeit, um Antikörper gegen das Virus zu produzieren. Der beste Schutz liege erst etwa eine Woche nach der zweiten Schutzimpfung vor. „Aber das sind statistische Werte“, betont der Mediziner. „Bei dem einem Menschen geht das schneller, bei dem anderen dauert das länger.“

Um an der Willebadessener Einrichtung den Corona-Ausbruch und den Ausfall des Personals zu händeln, wurden zwei Mitarbeiter über einen Personaldienstleister eingestellt, erklärt Andrea Schröder. „Und weitere Mitarbeiter werden noch gesucht“, sagt die Einrichtungsleitung. Zudem packt jetzt die Bundeswehr bei nicht-pflegerischen Aufgaben mit an. Die Soldaten wurden mit offenen Armen begrüßt.

Oberstleutnant Jens Markus, Leiter des Kreisverbindungskommandos, koordiniert den Einsatz des Militärs. Die Soldaten, die nun in Willebadessen mithelfen, haben sich für diesen Dienst freiwillig gemeldet, erklärt Markus. „Es ist keiner befohlen worden“, sagt er. Die Soldaten seien stolz, ihren Beitrag leisten zu können. „Und die Bewohner spiegeln diese Dankbarkeit wider.“ Die Soldaten würden nach einer gewissen Zeit ausgewechselt.

Derweil arbeitet die Einrichtungsleitung daran mit, die zweite Schutzimpfung möglichst schnell nachzuholen. Zurzeit ist der 8. Februar als Ausweichtermin eingeplant, erklärt Schröder.

Auch im Hesena-Seniorenzentrum in Borgentreich sind nun die ersten Corona-Schutzimpfungen verabreicht worden. Am Mittwoch wurden dort Mitarbeiter und Bewohner geimpft. Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTES waren für die Einrichtung zunächst 105 Impfdosen eingeplant. Geliefert wurden dann aber 78 Impfdosen.

Das liegt offenbar daran, dass Menschen, die an Corona erkrankt waren und wieder genesen sind, nach offiziellen Empfehlungen erst ein halbes Jahr später geimpft werden sollen. Im Heim sind mittlerweile zwölf Bewohner, die an Corona erkrankt waren, wieder genesen. Das teilt Hesena-Geschäftsführerin Kirsten Fränzel auf Nachfrage mit.

Drei Bewohner seien weiterhin positiv getestet worden, 14 Einwohner seien verstorben. Von den 15 Mitarbeitern der Einrichtung seien noch drei an Corona erkrankt. Acht Mitarbeiter seien wieder genesen. „Die kommen auch wieder in den Dienst“, sagt Fränzel.

Die Geschäftsführerin ist dankbar dafür, dass auch in der Borgentreicher Einrichtung Soldaten im Einsatz sind. „In Wilhelmshaven hatten wir die Bundeswehr ebenfalls im Einsatz. Das ist wirklich eine tolle Hilfe. In so einer Situation wird jede Hand gebraucht.“

Startseite