Bis zu zehn Paare leben in der Region – Biologe spricht über die Tiere

Störche fliegen auf den Kreis Höxter

Borgentreich (WB). Weißstörchen gefällt es immer besser im Kreis Höxter. „Wir gehen von bis zu zehn Paaren aus, die hier bei uns im Kreis Höxter und in der näheren Umgebung ihren Horst haben, brüten und ihre Jungtiere großziehen“, sagt Dr. Peter Maciej.

Silvia Schonheim

Störchen gefällt der Kreis Höxter immer besser. Auch in Steinheim, Lütmarsen, Ovenhausen und Ottbergen und im benachbarten Boffzen nisten Paare. Biologen freuen sich über den Zuwachs der mächtigen Vögel. Foto: Frank Grawe

Bis zu zehn Paar im Kreis Höxter

Der Biologe ist quasi der Storch-Experte bei der Landschaftsstation des Kreises Höxter mit Sitz in Borgentreich. 2018 seien es nur zwei bis drei Storchen-Paare gewesen. Wo Störche unterwegs sind oder ob bereits Jungtiere im Nest zu sehen sind? „All diesen Fragen können und müssen wir nicht selbst nachgehen. Der Weißstorch genießt so eine große Popularität, dass uns die Beobachtungen von Anwohnern oder engagierten Horstbetreuern mitgeteilt werden“, erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter.

Warum die Tiere so große Sympathieträger sind? „Zum einen mag es an der Geschichte von Adebar liegen, der die Kinder bringt“, meint der Biologe. Er vermutet aber auch, dass es an ihrem Verhalten liegt: „Störche sind Kulturfolger. Sie sind uns nah, bleiben ihrem Horst treu. Auch ihr Paarleben macht sie uns Menschen vielleicht sympathisch.“

Störche an der Altmarienburg bei Körbecke sind wieder zurückgekehrt

Durch zahlreiche Hinweise von Vogelfreunden weiß Dr. Maciej, dass die Nisthilfe in Ottbergen gleich im ersten Jahr von einem Storchenpaar angenommen worden ist. Und auch die beiden Störche an der Altmarienburg bei Körbecke sind in diesem Jahr wieder zurückgekehrt. „Das Naturschutzgebiet Körbecker Bruch ist eines unserer letzten intakten Feuchtgebiete“, erklärt Dr. Peter Maciej. Dort finden die imposanten Tiere Lebensraum und ausreichend Nahrung.

Und diese beiden Kriterien seien ausschlaggebend dafür, ob eine von Menschenhand geschaffene Nisthilfe von einem Storchenpaar angenommen wird. Ein Auge auf eine freie Nisthilfe – etwa bei Lütgeneder – könnten die mehr als 20 Jungtiere geworfen haben, die in den letzten Tagen über der Warburger Börde kreisten, um Futter zu suchen. Der Aktionsradius dieser Nichtbrüter sei wesentlich größer wie der der Brutpaare.

Nisthilfen anlegen

„Das Streifgebiet der Jungtiere ist überall dort, wo sie Nahrung finden“, sagt Maciej. Das Anlegen von Nisthilfen sieht der Biologe positiv, denn es gibt kaum noch alte Baumbestände in der Freifläche oder auch alte Schornsteine, wo die Tiere ihren Horst, der mehrere hundert Kilogramm wiegen könne, bauen könnten.

„Wer plant, eine künstliche Nisthilfe anzulegen, sollte sich mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises, mit dem Nabu oder mit der Landschaftsstation in Verbindung setzen“, bittet er. „Es wäre gut, wenn wir den Überblick behalten.“ Und nicht überall sei es erwünscht, wenn ein Storchenpaar sich niederlässt. Dr. Peter Maciej: „Wir kämpfen hier um jeden Amphibienbestand. Die Amphibien sind die größten Verlierer, wenn es um Laichgewässer oder Lebensräume geht.“

Dass sich der Weißstorch in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland wieder wohl fühlt und Zuwachs hat, freut den Biologen. „2005 gab es 23 Horste in NRW. 2018 waren es bereits 329 Horste.“ Wie erfolgreich die Storchenpaare im Kreis Höxter gebrütet haben, werde man in den nächsten Tagen sehen.

Erste Jungtiere zwischen Mai und Juni erwartet

„Zwischen Mai und Juni wird man die ersten Jungtiere in den Nestern erblicken können – meistens sind es zwei oder drei. Wie groß der Bruterfolg tatsächlich ist, zeigt sich dann aber erst Ende Juli, wenn die Jungtiere flügge werden“, erklärt der Mitarbeiter der Biologischen Station. Im August/September machen sich die Zugvögel dann auf in Richtung Süden. Dr. Maciej: „Das Zugverhalten ändert sich angesichts des Klimawandels. Die Störche bleiben länger hier – manchmal bis Oktober/November. Und nicht alle ziehen mehr bis Afrika, einige überwintern in Südeuropa. Und sie kommen auch früher wieder zu uns zurück.“

Startseite