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Tradition wird pandemie-konform gelebt – Orte haben sich verschiedene Konzepte ausgedacht

Weihnachtsbaum-Sammler trotzen Corona

Warburg/Willebade...

Corona beeinflusst auch die traditionellen Weihnachtsbaumsammlungen im Warburger Land: In manchen Orten wird gesammelt, andere bieten Ablagestellen an, wieder andere haben abgesagt. Wir waren am Wochenende dabei, als die Bäume zu ihrer letzten Reise aufbrachen.

Verena Schäfers-Michels, Astrid E. Hoffmann, Bettina Peters und Jürgen Vahle

Die Jungs des Sportvereins haben in Warburg-Germete die ausgedienten Weihnachtsbäume eingesammelt. Dazu gehörten auch (von links) Louis Vonde und Kevin Kloidt. Foto: Jürgen Vahle

Zum zehnten Mal hat am Samstagvormittag in Warburg-Scherfede der Kegelclub die Kegelzwerge die ausrangierten Weihnachtsbäume im Ort angesammelt. Die Geselligkeit, welche die Helfer bei dieser Aktion bisher erlebten, musste in diesem Jahr der Vorsicht Platz weichen.

Nach zwei Stunden hatten die Kegelzwerge in Warburg-Scherfede etwa die Hälfte der angemeldeten Nadelbäume auf die Anhänger gewuchtet, wie hier Dominik Schneider. Foto: Verena Schäfers-Michels

Statt einem Schwätzchen am Haus mit einem heißen Getränk oder einem Schnäpschen, sowie der Übergabe eines Obolus in bar für den guten Zweck, wurden abgelegte Bäume kontaktlos eingesammelt. Spenden können überwiesen werden. Anstelle gemeinsam mit dem Traktor und einem großem Anhänger, machten sich die Kegelzwerge diesmal nur in zwei Gruppen von fünf Personen auf den Weg, ausgerüstet mit zwei Geländewagen und Autoanhängern.

In den vergangenen beiden Jahren waren die Spenden an die Scherfeder Kolpinggruppe und die Jugendfeuerwehr geflossen. Wer in diesem Jahr bedacht wird, steht noch nicht fest.

Auf dem Wagen in Borgentreich nahm Andre Thamm die Bäume an, die Sascha Bielefeld ihm hochreichte. Den Schlepper fuhr Stefan Kremper für die Jungschützen der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft. Foto: Astrid E. Hoffmann

Die Jungschützen der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft sammelten in Borgentreichdie ausgedienten Bäume ein. Mit zwei Trupps á drei Personen waren die Borgentreicher im Stadtgebiet unterwegs. „Aus den Nebenstraßen haben wir die Bäume zu Eckpunkten an den größeren Straßen gezogen, damit wir nicht in jede kleine Straße mussten“, erklärt Jungschützenmeister Sascha Bielefeld.

Diese Vorarbeit hatte die Jugend vor dem eigentlichen Einsammeln geleistet. Danach ging es samt Schlepper und Anhänger des Weges. Die Aufgaben waren klar verteilt: Eine Person reichte die Bäume einer weiteren Person an, die auf dem Wagen stand. So wurden alle Vorgaben des Ordnungsamtes eingehalten. Im Durchschnitt betrug die eingesammelte Menge der des Vorjahres, bilanzierten die Aktiven. Auch waren alle Bäume gut abgeschmückt worden. „Eine Kugel haben wir aber gefunden“, berichtete Andre Thamm mit einem Schmunzeln.

In Peckelsheim nahmen unter anderem die Jugendwarte der Jugendfeuerwehr, Wolfgang Janzen (links) und Dieter Wecker, die Weihnachtsbäume bei der Schutzhütte in Empfang. Foto: Bettina Peters

In Willebadessen-Peckelsheimhaben die Ausbilder und Betreuer der Jugendfeuerwehr die Sammlung der Weihnachtsbäume unter den strengen Corona-Schutzmaßnahmen diesmal ohne die Mithilfe der Kinder und Jugendlichen durchführen müssen.

„Normalerweise fahren wir mit den Mädchen und Jungen mit einem Traktor und holen die Bäume von zu Hause ab. Das war dieses Jahr leider nicht möglich“, erzählt Ausbilder Niklas Genau. Ziemlich bedauerlich findet Jugendwart Wolfgang Janzen auch das Ausfallen des Osterfeuers.

„Nicht nur, dass ein wichtiger Termin in Peckelsheim ausfallen muss: Wir finanzieren die Aktionen der Jugendfeuerwehr hauptsächlich aus Spenden, die wir meistens beim Ausrichten des Osterfeuers erhalten“, erklärt Janzen. Einige Peckelsheimer gaben aber beim Abgeben der Bäume eine Spende in den Spendenhelm.

Dieses Jahr kamen in Peckelsheim weniger Bäume bei der Aktion zusammen, als in den Jahren davor. Am Samstagnachmittag verbrannten die Floriansjünger das Tannengrün dann bei einem angemeldeten Feuer und sorgten durch ihre Anwesenheit auch gleich für die Brandsicherheit.

Mit Maske, Sicherheitsabstand und Genehmigung des Ordnungsamtes haben in Warburg-Germete am Samstag die Jungs des Sportvereins die ausgedienten Weihnachtsbäume eingesammelt. Diese sollen als Grundlage für das Osterfeuer dienen, das in Germete hoffentlich am Karsamstag, 3. April, entzündet werden darf. Ob die Pandemie das schon wieder zulässt, ist noch offen. Fällt das Feuer aus, sollen die Bäume fachgerecht entsorgt werden.

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