1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Brakel
  6. >
  7. Acker soll Insektenparadies werden

  8. >

Familie Johlen-Hoppe sucht Unterstützer bei Aktion für die Artenvielfalt

Acker soll Insektenparadies werden

Brakel-Hampenhausen (WB). Eine bunte Blumenwiese auf der es nur so kreucht und fleucht, Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und andere Tiere herumfliegen – das ist der Traum der Familie Johlen-Hoppe aus Hampenhausen. Nachdem sie überlegt hat, wie sich so etwas verwirklichen ließe, hat die Idee inzwischen einen Namen: Aktion Hummelwiese.

Frank Spiegel

Die Familie Johlen-Hoppe mit (von links) Edmund und Wilma Johlen, Konstantin Hoppe, Xaver Hoppe, Tizian Hoppe, Josef Hoppe und Sigrid Johlen-Hoppe sowie der Berner Sennehündin Lea liebt und lebt die Landwirtschaft. Foto: Hubertus Höke

„Wir haben uns im Frühjahr Gedanken gemacht, wie wir einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten können“, erläutert Sigrid Johlen-Hoppe. Sie und ihr Mann sind Landwirte, zwei Söhne studieren Agrarwissenschaften und auch der Jüngste ist begeistert vom Leben und Arbeiten auf dem Bauernhof. So entstand schließlich die Idee, unweit des Hofes direkt an der Kreisstraße 40 eine solche Blumenwiese anzulegen.

Ein Euro pro Quadratmeter

Ausgesät werden soll im April. Wie groß die Wiese dann wird, hängt ganz wesentlich auch davon ab, wie viele Menschen sich für die Idee der Familie Johlen-Hoppe begeistern können. „Für einen Euro bekommen Interessierte einen Quadratmeter Insektenweide“, berichtet Sigrid Johlen Hoppe. Mindestens fünf Quadratmeter können „gekauft“ werden. Nach oben ist der Aktion fast keine Grenze gesetzt. Neun Hektar ist die Fläche groß, die die Familie Johlen-Hoppe dafür zur Verfügung stellen könnte. „Jeder Quadratmeter zählt“, sagt Sigrid Johlen-Hoppe.

Auf der Fläche steht auch eine alte Eiche, die früher einmal ein Naturdenkmal war. In ihr hat die Landwirtin Waben von Wildbienen gefunden.

Die Fläche soll aber nicht einfach nur eingesät werden. Geplant sind auch drei Picknicktage im Juni und im Juli, an denen die Wiesen-Teilhaber die bunte Vielfalt an Pflanzen und Tieren vor Ort ebenso genießen können wie gutes Essen.

Das müssen diese selbst mitbringen – es sei denn, sie haben 500 Quadratmeter oder mehr Wiese ermöglicht. Diejenigen bekommen am Picknicktag einen gepackten Picknickkorb für zwei Personen mit regionalen wie auch saisonalen Produkten. Wer 1000 Quadratmeter oder mehr unterstützt, bekommt den Korb mit einem Inhalt, der für vier Personen reicht.

Von 250 Quadratmeter an dürfen die Unterstützer ihr Logo auf der Homepage der Aktion Hummelwiese unterbringen.

Picknicktage

Neben den Picknicktagen sind auch Großeltern-Enkel-Tage geplant, an denen zum Beispiel Insektenhotels gebaut werden können.

„Wir bieten das den Verbrauchern an und sind auf die Resonanz gespannt“, erläutert Josef Hoppe. Wie seine Frau ergänzt, sei es der Familie auch wichtig, dass die Wiese direkt an der Straße liege und so von den Menschen auch wahrgenommen werde. Schon durch das Blühstreifenprogramm hätten sie viel positive Resonanz bekommen.

Sie legen aber Wert auf die Feststellung, dass die Aktion Hummelwiese im Gegensatz zu den Blühstreifen in keiner Weise gefördert wird.

„Wir sind Landwirte und stellen für die Aktion unsere Arbeitskraft, unsere Technik und die landwirtschaftliche Fläche gern in den Dienst der guten Sache“, sind sich Sigrid Johlen-Hoppe und ihr Mann Josef Hoppe einig.

Mit dem Projekt wollen sie auch ein wenig Einblick geben in die Landwirtschaft. „Wir sind seit jeher abhängig von Sonne, Wind und Regen. Wir leben mit der Natur“, führt Josef Hoppe aus. Auch die Wiese sei davon abhängig.

Wer die Aktion Hummelwiese unterstütze, dürfe natürlich auch außerhalb der Picknicktage nach Hampenhausen kommen, um zu schauen, was dort auf der Wiese kreucht und fleucht. „Wer sitzt heute schon noch auf einer Wiese?“, fragt Sigrid Johlen-Hoppe, die selbst ein großer Fan von Blumenwiesen ist.

Ausgesät werden sollen in erster Linie einjährige Pflanzen wie zum Beispiel Acker-Vergissmeinnicht, Ringelblume, wilde Malve, Sonnenblumen, Klatschmohn oder Rotklee. „Wir werden die Pflanzen so auswählen, dass die Wiese über einen längeren Zeitraum blüht“, kündigt Josef Hoppe an.

Einjährige Pflanzen

Wer sich an dem Projekt beteiligen möchte, sollte sich noch während des Winters entscheiden. Auf der Internetseite gibt es unter „Service“ den Punkt „Ich möchte helfen“. Hier kann man sich entscheiden, ob man per Überweisung oder per Zahlung via Pay-Pal fünf oder mehr Quadratmeter Blumenwiese ermöglichen will. Weitere Informationen zur Aktion Hummelwiese beantwortet die Familie Johlen-Hoppe unter Telefon 0171/3702799.

Startseite