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Lobeprozession: Gläubige gedenken in Sudheim den Opfern von Krieg und Gewalt

Aufruf zu Solidarität und Mitgefühl

Brakel (WB/tig). Zahlreiche Gläubige haben am Sonntag an der traditionellen Lobeprozession nach Sudheim teilgenommen. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten an der Sudheimer Linde in Nethenähe stand das Gedenken an Opfer von Krieg und Gewalt.

Rufen zum Frieden auf (von links): Diakon Joachim Werth, Pfarrer Willi Koch und Vikar Christoph zu Bentheim. Foto: T. Gemmeke

An der Prozession – ausgehend von der Pfarrkirche – nahmen Vertreter von Kirche, Vereinen und Bürgerschaft teil. Alljährlich soll damit dem Schutzpatron der Stadt, dem Heiligen Michael, gedacht werden. Überlieferungen zufolge schützte er die Brakeler im Dreißigjährigen Krieg vor 400 Jahren vor einem Überfall der Schweden. Er sei den Gegnern am Himmel erschienen – genau dort, wo seit vielen Jahren am Sudheimer Hof ein Dankesgottesdienst gefeiert wird.

Aktuelle Referenzen zur Überlieferung des Rückzugs der Schweden und der damit verschont gebliebenen Brakeler zog auch Pfarrer Willi Koch in seiner Predigt. »Es gibt andere Orte auf der Welt, an denen die Menschen heute nicht vor Gewalt und Krieg verschont werden«, mahnte er zu Solidarität und Mitgefühl.

Auch andere Krisenlagen – wie die Willkür-Autokratien Trumps und Erdogans – dürften nicht in Vergessenheit geraten, nur weil sie vermeintlich fern schienen.

Vikar Christoph zu Bentheim stellte mit seiner Lesung aus der Apostelgeschichte heraus, dass die Heilsgeschichte Gottes dennoch immer weitergegangen sei, im Dreißigjährigen Krieg ebenso wie heute. Damals hätten die Menschen in Europa die »Hölle auf Erden erlebt«, dabei jedoch nie den Kampf gegen die Entmutigung aufgegeben. »Auch in diesen Tagen müssen wir als Gemeinschaft den Kampf gegen die Entmutigung führen«, sagte zu Bentheim.

Ebenfalls erinnert wurde im Dankesgottesdienst an die Geburt Johannes des Täufers, dessen Hochfest traditionell am 24. Juni gefeiert wird.

Begleitet wurden Prozession und Gottesdienst von der Stadtkapelle und dem Brakeler Bürger-Schützenverein in Uniformen.

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