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Mehr als eine Tonne Holz für neuen Bauabschnitt verarbeitet

Bahn-Fans arbeiten mit Volldampf

Brakel (WB). Vom Hermannsdenkmal bis zum großen Viadukt in Altenbeken sind es nur ein paar Schritte – jedenfalls in der Halle der Modellbundesbahn in Brakel. Bevor diese »Kurzreise« möglich ist, gibt es für das Team dort jedoch noch viel zu tun.

Frank Spiegel

Karl Fischer (links) und Bernard Huguenin mit Bauteilen der Erweiterung zwischen den noch hochkant stehenden Modulteilen. Weihnachten des kommenden Jahres soll der neue Bauabschnitt fertiggestellt sein. Foto: Frank Spiegel

In der Ideentischlerei Uwe Oeynhausen sind jüngst in sechs Tagen mehr als eine Tonne Holz zu Rahmen, Spanten und Trassen verarbeitet worden. Die neun und 15 Millimeter dicken Hölzer werden nun zu den noch fehlenden Modulen fünf bis 13 verarbeitet.

466 Zeichnungen erstellt

Zuvor mussten die mehr als 500 Teile allerdings den jeweiligen Modulen zugeordnet werden. Die Modellbundesbahn-Betreiber Karl Fischer und Norbert Sickmann sind froh, mit dem Modellbauer Bernard Huguenin derzeit denjenigen an ihrer Seite zu wissen, der die 466 Zeichnungen für jedes Teil am Computer erstellt hat. »Ich habe jedes Teil in meinem Kopf gespeichert«, verrät der Eisenbahn-Experte lächelnd.

Mit den Rahmen und Spanten wird die Landschaft modelliert, zuletzt werden die Trassen für die Schienen und die Straßen gelegt. Damit auch auf letzteren Bewegung ist, werden sie mit Aussparungen für den Draht versehen, an dem sich die Fahrzeuge orientieren können. Mit Hartschaumplatten wird schließlich die Landschaft modelliert.

Ein weiteres Großprojekt, an dem ebenfalls Bernard Huguenin beteiligt ist, ist der Nachbau der Ölmühle unweit des großen Viaduktes. »Hier soll sich das Mühlrad bewegen, ein Dachdecker soll auf einem Dach Ausbesserungsarbeiten ausführen«, berichtet Karl Fischer. 80 Stunden hat Bernard Huguenin damit verbracht, am PC die Modelle zu erstellen. Wie Karl Fischer erläutert, werden die Fassaden mit einem Laser-Cutter ausgeschnitten, die Fenster entstehen aus dünner Pappe. Doch belassen es die Modellbauer nicht etwa nur bei der Außenhaut des Gebäudes. Es gibt auch Decken und Zwischenwände, um die alte Mühle realistisch von innen beleuchten zu können.

Das Team bedient sich zudem moderner Technik: So soll das Mühlrad ebenso aus einem 3-D-Drucker kommen wie Teile des Dachgebälks eine Nebengebäudes der Mühle. »Würden wir das aus Holz machen, wäre der Aufwand sehr viel größer«, weiß Bernard Huguenin.

Mühlrad aus dem Drucker

»Zur Mühle gehört natürlich auch Wasser und ein großer Garten. Das wird eine idyllische Ecke im neuen Bauabschnitt«, ist Karl Fischer überzeugt.

Damit dieser auch belebt ist, wird neues Rollmaterial benötigt – so nennen die Modellbauer Züge und andere Fahrzeuge. Und weil bei der Modellbundesbahn kein Teil aus der Verpackung genommen und einfach so auf die Schiene gesetzt wird, hat Norbert Sickmann derzeit alle Hände voll zu tun, um Waggons mit Licht zu versorgen, Züge mit Farbe realistisch altern zu lassen und vieles mehr.

Mehr als 250 Wagen und mindestens ein dutzend Lokomotiven sollen auf dem neuen Bauabschnitt fahren. »Sonst wäre es ja langweilig«, meint Sickmann.

Zudem werden auch an der bestehenden Anlage kontinuierlich Details verbessert. So ist jüngst ein realistisch wirkendes Weizenfeld entstanden. Karl Fischer hat in mühevoller Kleinarbeit Halmreihe um Halmreihe mit Leim in die Landschaft »gepflanzt«.

Weiter gibt es seit kurzem maßstäbliche Peitschenleuchten. Diese ersetzen nun nach und nach die 14 Jahre alten Modelle, die eigentlich zu dick waren. »Andere gab es aber bis vor kurzem nicht«, erklärt Karl Fischer.

Details verbessert

Weihnachten 2020 hat sich das Modellbundesbahn-Team als groben Termin für den Abschluss des neuen Bauabschnittes vorgenommen.

Derzeit kann die Bahn von Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr besichtigt werden. Vom 1. November an, an dem ebenfalls geöffnet ist, wir die Bahn nur sonntags von 11 bis 18 Uhr präsentiert.

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