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Veranstaltung des WLV auf dem Hof Meyer in Brakel

Bauern bilden Lehrer fort

Brakel (WB). Wie ist es um unsere Trinkwasserqualität bestellt? Klimawandel, Dürresommer: Wie steht es um die Sicherstellung der Wasserversorgung? Gülle, Nitrat, Düngeverordnung: Was kann die Landwirtschaft tun, um das Wasser sauber zu halten? Fragen, die in einer Lehrerfortbildung auf dem Bauernhof der Familie Meyer in Brakel erläutert wurden.

Georg Gievers, Geschäftsführer der Wasserkooperation im Kreis Höxter (rechts), erklärt Lehrern aus der Region, wie die Düngemaßnahmen auf die Pflanzen wirken. Düngung helfe den Pflanzen beim Wachsen. Foto: Rita Rehring/WLV

„Wasser ist das Lebensmittel Nummer eins“, erklärt Udo Engemann, stellvertretender Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter zu Beginn. Wasser spiele eine zentrale Rolle als Lebensraum für die Pflanzen- und Tierwelt. Als Basiselement sei es für den Menschen unersetzlich. In der Einführung hob Engemann die Bedeutung des Wassers als eine der wichtigsten Ressourcen der Menschheit hervor. „Daher hat die Qualität und damit der Schutz des Grundwassers für uns Bauern höchste Priorität“, unterstrich der Landwirt.

Auf dem Hof Meyer stand die Mineraldünger- und Gülleausbringung im Mittelpunkt. „Wir setzen bei der Gülle auf eine bodennahe Ausbringung mit Schleppschuhverteiler“, sagte Juniorchef Michael Meyer. Hierbei öffne beim Güllefass ein spezieller Schleppschuh den Boden zwischen den Pflanzen und die Gülle werde direkt bei den Pflanzen abgelegt.

Moderne Technik auf dem Feld

„Mithilfe moderner Technik bringen wir die Gülle passgenau und nach Bedarf auf das Feld aus“, erläuterte der Landwirt. Mit dieser Technik würden Geruchsemissionen auf ein Minimum reduziert. Zudem können die Pflanzen die Nährstoffe schneller aufnehmen und gleichzeitig wird eine mögliche Blattverschmutzung vermieden.

Auf die Frage aus der Lehrerschaft: „Der fährt ja schon wieder mit dem Güllefass auf das Feld. Ist das nicht viel zu oft?“ antwortet der Landwirt: „Wenn wir Bauern häufiger mit dem Güllefass auf dem Acker fahren, bedeutet das nicht, dass wir mehr ausbringen.“ Im Gegenteil: Heute sei es so, dass man die Güllemengen in kleinere Gaben aufteile.

Dies habe einen großen Vorteil für die Pflanzen und das Wasser. „Wir bringen jeweils nur so viel an Gülle auf, wie die Pflanzen in der jeweiligen Wachstumsphase an Nährstoffen benötigen“, verdeutlichte Meyer. „Damit erreichen wir, dass sie möglichst alle von den Wurzeln aufgenommen werden und nicht in das Wasser gelangen.“

Wie wird das Feld gedüngt?

Beim Feldbegang auf dem Acker gab Georg Gievers, Fachberater der Landwirtschaftskammer und Geschäftsführer der Wasserkooperation im Kreis Höxter, Hinweise zur Struktur der Wassergewinnung, zu den Fruchtfolgen und Düngemaßnahmen in der Landwirtschaft sowie unterstützenden Maßnahmen wie Bodenproben oder Technik wie der Bodensonde. Gievers: „Die Düngung der landwirtschaftlichen Kulturen erfolgt auf der Grundlage von Bedarfsberechnungen und Bodenproben.“

Die Nährstoffe, die dem Boden mit dem Erntegut wie Getreide oder Mais entnommen würden, kehrten nicht von allein dorthin zurück. „Darum düngen wir mit organischen oder mineralischen Düngern, damit der Boden nicht verarmt und die Pflanzen gut wachsen“, so Gievers.

Im Zusammenhang mit der geplanten Düngeverordnung verdeutlichte er, dass der Gewässerschutz an höchster Stelle stehe. „Wo es aber lokal Probleme gibt, muss natürlich nachgebessert werden“, betonte Gievers.

Dies werde auch von der Landwirtschaft mitgetragen und unterstützt. „Doch wir haben derzeit den Eindruck, Gesetze werden über unsere Köpfe hinweg gemacht. Unsere Erfahrungen aus der Arbeit werden nicht berücksichtigt“, schilderte Engemann.

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