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Grundstein für die sozial und ökologisch nachhaltige Weiterentwicklung der Stadtverwaltung gelegt

Brakel ist Gemeinwohlökonomie-Gemeinde

Brakel (WB/fsp)

Brakel ist zum ersten Mal als Gemeinwohlökonomie-Gemeinde zertifiziert. Christian Einsiedel von der Stiftung Gemeinwohl-Ökonomie NRW hat die entsprechende Urkunde in der jüngsten Ratssitzung übergeben.

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In der jüngsten Ratssitzung erhielt die Stadt Brakel die Urkunde für ihre erste Gemeinwohl-Bilanz. Christian Einsiedel (2. von rechts) hat diese an Bürgermeister Hermann Temme (2. von links) verliehen. Peter Frischemeier (links) und Alexander Kleinschmidt hatten maßgeblich an der Zertifizierung mitgearbeitet. Foto: Frank Spiegel

„Diese öffentlich einsehbare Rückschau auf die vergangenen zwei Jahre versteht sich als Ergänzung zur finanziellen Bilanz. Sie soll den Grundstein für die sozial und ökologisch nachhaltige Weiterentwicklung der Stadtverwaltung legen“, erläuterte Einsiedel.

Die Stadt Brakel hatte sich in interkommunaler Zusammenarbeit gemeinsam mit der Stadt Willebadessen zertifizieren lassen. Beide Städte beteiligen sich damit am am LEADER-Projekt „Gemeinwohl-Region Kreis Höxter“.

„Ab Januar 2020 wurde in sieben Workshops und interner Nacharbeit systematisch erfasst, wie beide Städte bislang im Hinblick auf zentrale Gemeinwohl-Werte wie Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und Demokratie aufgestellt sind“, führte Christian Einsiedel aus. Dabei sei es nicht um Theorie gegangen, sondern um das konkrete Verwaltungshandeln im Kontakt mit der Bevölkerung und der lokalen Wirtschaft, mit den städtischen Angestellten, mit Lieferanten, Finanzpartnern, Nachbargemeinden und dem erweiterten gesellschaftlichen Umfeld.

Bürgermeister Hermann Temme nahm die Urkunde entgegen. Er bedankte sich ebenfalls beim gesamten Team, das unter der Leitung seines allgemeinen Vertreters Peter Frischemeier und des Wirtschaftsförderers Alexander Kleinschmidt an der Bilanz gearbeitet hatte.

„Nachhaltige Veränderung ist heute notwendiger denn je. Sie kann aber nur Schritt für Schritt gelingen. Die Gemeinwohl-Bilanzierung liefert dafür einen sehr hilfreichen Orientierungsrahmen“, fasste Temme das Projekt zusammen.

Brakel sei schon lange auf einem sozial-ökologischen Weg, mit Erfolgen wie dem European Energy Award oder der Auszeichnung als familienfreundliches Unternehmen. Nun habe man sich einen ganzheitlichen Blick auf das Thema verschafft.

„Auch, wenn wir heute zu Recht ein wenig feiern, ist wichtig, diese Bestandsaufnahme nur als ersten Schritt zu sehen. Nun gilt es, daraus systematisch Verbesserungen abzuleiten, die unseren Beitrag zum Gemeinwohl steigern, also unseren Bürgerinnen und Bürgern ebenso zugutekommen wie unseren Mitarbeitenden und allen weiteren Gruppen, mit denen wir als Stadtverwaltung in Kontakt sind“, so Temme. Dabei solle die gute Zusammenarbeit mit Willebadessen fortgesetzt werden.

Christian Einsiedel lobte das Engagement der Stadt Brakel und ermunterte sowohl Kommunen als auch Unternehmen dazu, sich zertifizieren zu lassen. Die Lebenshilfe im Kreis Höxter habe die Zertifizierung mit einem sehr guten Ergebnis abgeschlossen, die Vereinigte Volksbank sei noch im Prozess der Zertifizierung, nannte er positive Beispiele.

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