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Schwangerschaftsberatung ist trotz Pandemie immer erreichbar

Caritas im Kreis Höxter schlägt neue Wege ein

Brakel

Die Schwangerschaftsberatung des Caritasverbandes für den Kreis Höxter hatte anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens in diesem Jahr viele Veranstaltungen geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die meisten Kurse, Vorträge und Feierlichkeiten abgesagt werden.

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Thomas Rudolphi (Vorstand des Caritasverbandes, von links), Michaela Aisch (Schwangerschaftsberatung) und Nadine Beyermann (Leiterin IOGS) zeigen Bilder. die Kinder der Integrativen Offenen Ganztagsgrundschule gemalt haben. Foto: Flüter/Caritasverband für den Kreis Höxter

Der aktuelle Adventskalender in den Fenstern der Caritas-Geschäftsstelle stellt hier eine Ausnahme dar, da er „gefahrlos“ umgesetzt werden konnte.

„Der Adventskalender soll einen schönen Abschluss von einem turbulenten Jahr 2020 bilden und den Familien eine Freude machen“, erklärt Mechthild Fernhomberg die Aktion, die nur in Zusammenarbeit mit der Integrativen Offenen Ganztagsgrundschule in Brakel (IOGS) umgesetzt werden konnte.

„Die Kinder sind sehr stolz darauf, dass ihre Bilder hier gezeigt werden“, sagt Nadine Beyermann, Leiterin der IOGS. Die Kinder können ihren Eltern die gemalten Bilder zeigen, und ihre Arbeiten werden wertgeschätzt.

Alle Dienste der Geschäftsstelle (Familienpflege, Kurberatung für Mütter oder pflegende Angehörige, Migrationsberatung und Frühförderung) sind involviert und stellen ihre Fenster für die Aktion zur Verfügung.

„Die gute Zusammenarbeit und Kooperation war auch in diesem Jahr überaus wichtig“ erklärt Michaela Aisch. Sie und Mechthild Fernhomberg sind Ansprechpartnerinnen der Schwangerschaftsberatung der Caritas.

So ist die gute Vernetzung innerhalb der Geschäftsstelle sowie zu den Diensten des Beratungszentrums (Sozialpsychiatrischer Dienst, Drogen- und Suchtberatung, Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern sowie der Ehe-, Familien- und Lebensberatung) und den ausgelagerten Diensten des Verbandes (Flüchtlingsberatung, Offene Ganztagsgrundschulen) unabdingbar, um den Familien -wenn nötig- schnell und unbürokratisch über die eigentliche Beratung hinaus helfen zu können.

„Durch die Corona-Pandemie tauchen bei den werdenden Eltern und Familien zusätzlich zu den vielen Fragen, die eine Schwangerschaft grundsätzlich mit sich bringt, vielfältige neue Fragestellungen auf“, berichtet Mechthild Fernhomberg.

Viele Schwangere und ihre Partner seien in Bezug auf Covid-19 verunsichert. So sei kaum bekannt, wie sich eine Covid-19-Erkrankung auf die Schwangerschaft, das ungeborene oder gerade geborene Kind auswirke. Michaela Aisch ergänzt: „Auch welche Auswirkungen Kurzarbeitergeld auf den Mutterschutzlohn und das Elterngeld hat, beschäftigt viele werdende Eltern.“ Viele werdende Väter fragten sich, ob sie sich eine Elternzeit überhaupt leisten können.

Es sei daher nicht verwunderlich, dass es im Moment in vielen Gesprächen um die finanziellen Belastungen durch Kurzarbeit oder sogar Arbeitslosigkeit gehe. „Hier stehen die Beraterinnen mit Rat und Tat zur Seite und zeigen die verschiedenen sozialrechtlichen Unterstützungssysteme wie zum Beispiel Wohngeld oder Kinderzuschlag auf und unterstützen auch bei der Antragstellung“, versichern beide.

Trotz aller Unsicherheiten und Beschränkungen wurde die Beratung das gesamte Jahr über aufrechterhalten. Dabei griffen die Beraterinnen auch auf alternative und digitale Beratungsmethoden zurück.

„Die telefonische Beratung wurde von den Schwangeren sehr gut angenommen“, stellt Mechthild Fernhomberg fest. Persönliche Beratungskontakte seien aufgrund des bestehenden Hygienekonzeptes im Caritasverband möglich, viele Schwangere würden die telefonische oder digitale Beratung derzeit aber bevorzugen.

Neue Wege einschlagen, Beratung weiterentwickeln, das befürwortet auch Caritas-Vorstand Thomas Rudolphi: „Da die Präsenz der Beratungsdienste sehr wichtig ist, unterstütze ich die Schwangerschaftsberatung beim Ausbau alternativer Beratungsmethoden gern. Kurze, kundenfreundliche und auch digitale Lösungen werden in den kommenden Jahren immer wichtiger und von uns weiter ausgebaut.“

Diese alternativen Beratungssettings seien – auch vor dem Hintergrund eines Flächenkreises und der teils sehr eingeschränkten Mobilität von Klientinnen – in Zukunft unverzichtbar und eine Bereicherung der Beratungsarbeit. „Ein persönliches Gespräch können sie in den meisten Fällen aber nur ergänzen, nicht ersetzen“, da sind sich die Beraterinnen und der Vorstand einig. Daher freuen sie sich darauf, wenn sie die Klientinnen wieder in vollem Umfang und uneingeschränkt willkommen heißen können.

Und bis dahin heißt es auch weiterhin: „Wir sind für Sie da – ob am Telefon, digital oder persönlich. Wir finden den für Sie besten Weg.“

Zu erreichen ist die Beratungsstelle unter den Telefonnummern 05272/3770-0, 05272/3770-58 oder per E-Mail unter schwangerschaftsberatung@caritas-hx.de

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