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Hermann und Brigitta Feistel ziehen sich zurück

Ein Leben für die Gastronomie

Erkeln(WB). 34 Jahre lang waren Hermann und Brigitta Feistel in der Gastronomie tätig. Von 1985 bis 2013 waren sie Pächter des Ratskruges in Nieheim. Mit der „Linde“ in Erkeln, die sie seit 1991 betreiben haben sie zeitweise zwei Lokale gleichzeitig geführt. Seit zwei Jahren heißt die „Linde“ jetzt „Backstein“ und wird weitergeführt – aber nicht mehr vom Ehepaar Feistel.

Frank Spiegel

„Wir hatten so viele nette Gäste“, sagen Hermann und Gitta Feistel. Seit 1991 betreiben sie ihr Lokal „Linde“ in Erkeln. Am 28. Dezember geben sie ihren Ausstand. Das Lokal „Backstein“, wie die „Linde“ heute heißt, wird weitergeführt. Foto: Frank Spiegel

17 Stunden Arbeit täglich

„Nach so vielen Jahren 15 bis 17 Stunden Arbeit am Tag haben wir uns das Rentnerdasein wohl verdient“, sagt Brigitta Feistel (70), die von allen nur Gitta genannt wird.

In ihrem Haus in Bredenborn wollen sie nun den Ruhestand genießen – und werden dabei sicherlich auch an so manche schöne Stunde ihres Berufslebens zurückdenken. „Wir hatten so viele nette Gäste“, erinnert sich Hermann Feistel. Das habe für den Ratskrug ebenso gegolten wie für das Lokal in Erkeln. In Nieheim seien auch einige prominente Gäste gewesen. „Judith und Mel waren da und Heintje“, blickt der 72-Jährige zurück.

Aber auch ohne prominente Gäste sei es auch in Erkeln immer schön gewesen. Gern erinnert sich Hermann Feistel an eine Weihnachtsfeier, bei der es Preis zu gewinnen gab. “Haupgewinn war eine Flugreise. Der Gewinner hat etwas sparsam geschaut, als er dann auf dem Schneepflug durch Erkeln fahren durfte“, amüsiert sich der Wirt noch heute über den Spaß.

Immer Spaß verstanden

„Aber unsere Gäste haben immer Spaß verstanden“, versichert der gelernte Fleischer. Er sei immer mit allen gut zurecht gekommen.

„Und nach dem Fußball ging hier immer die Post ab“, weiß er. Nach jedem Spiel des TuS sei das Lokal voll gewesen. Aber auch alle anderen Vereine seien gern gekommen. „Da hat es dann immer geheißen ‚Wir gehen zu Hermann‘“, berichtet der 72-Jährige.

Die „Linde“ beziehungsweise der „Backstein“ habe sogar eine eigene „Nationalhymne“ gehabt. „Bei ‚Griechischer Wein‘ sind die Leute regelmäßig völlig ausgeflippt“, verrät der scheidende Kneipier: „Da sprangen die Leute regelmäßig auf die Tische.“

Bis zum 31. Dezember läuft der Pachtvertrag des Ehepaares. Danach übernehmen die Eigentümer des Hauses den „Backstein“ in Eigenregie. „Wir geben am Samstag, 28. Dezember, unseren Ausstand“, sagt Brigitte Feistel. Und am Sonntag, 5. Januar, sei noch einmal Reste verzehren für alle.

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