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Annabel Kleibrink aus Riesel will sich als Bloggerin bei Instagram einen Namen machen

Für Fotos durch ganz Deutschland

Brakel-Riesel (WB). Lächeln, posen, gut aussehen: Das gehört seit einiger Zeit zum Alltag von Annabel Kleibrink. Die 18-jährige Rieselerin bezeichnet sich selbst als „Personal Bloggerin“, berichtet also mit Bildern über ihr Leben auf der Internetplattform „Instagram“. Seit Juni besucht sie professionelle Fotoshootings und veröffentlicht die qualitativ hochwertigen Bilder im Netz unter dem Namen „annabelkl“.

Ellen Waldeyer

Annabel Kleibrink sieht als „Influencerin“ bei Instagram ein mögliches Geschäftsfeld – sie posiert für ihre „Follower“. Foto: Manuel Pape

Für sie ist das soziale Medium nicht mehr bloß eine App, um sich die Langeweile zu vertreiben – sondern ein Sprungbrett, um erfolgreich und bekannt zu werden. Ihr Traum ist es, von Werbepartnern finanziert zu werden und ihr Hobby somit zum Beruf machen zu können – „gerne auch in Kooperation mit Unternehmen im Kreis Höxter“, sagt sie.

Online-Dienst als Werbemittel

Den Online-Dienst als Werbemittel nutzen und sich selbst zur Marke machen: Das haben schon einige junge Menschen verstanden und sind durch das Fotoportal zu wohlhabenden Geschäftsleuten herangewachsen. „Influencer“ (zu Deutsch: Einflussnehmer) heißt die offizielle Berufsbezeichnung dieser in der Öffentlichkeit stehenden Personen. Was vor einigen Jahren womöglich eher noch belächelt und als kurzfristiger Trend abgetan wurde, etabliert sich immer mehr als ein ernstzunehmender Beruf in der modernen Gesellschaft.

Im Vergleich zu anderen Regionen gibt es im Kreis Höxter bisher nicht sonderlich viele „Influencer“, denn die Kooperationen mit lokalen Unternehmen bleiben bislang aus. Annabel Kleibrink sei derzeit aber auf einem guten Weg, erfolgreicher zu werden, meint sie. Als Influencerin würde sie sich zwar selbst noch nicht betiteln, da ihre Abonnentenzahl dafür etwas zu gering sei, doch sie könne sich vorstellen, ihr Privatleben ab 10.000 „Followern“ (Abonennten) noch stärker zu teilen. „Ich hoffe ab einer bestimmten Reichweite auf laufende Anfragen, um mir das Studium finanzieren zu können“, erläutert sie.

Einige Anfragen von Firmen im Bereich Mode

Bislang habe die Absolventin des Gymnasiums Brede schon einige Anfragen von Firmen im Bereich Mode erhalten, doch wirklich Profit hätte sie dabei nicht erzielen können, so dass sie ihr Profil bislang ohne Einnahmen betreibt. Aktuell folgen der angehenden Jurastudentin 2251 Personen auf Instagram – Tendenz steigend, denn wöchentlich kommen 80 bis 100 Abonnenten hinzu. Im Juni zählte ihr Profil noch 1500 Follower, Annabel kann sich also seitdem über ein „Wachstum“ von etwa 50 Prozent freuen.

Die DLRG-Schwimmerin weiß auch genau Bescheid, wie viele Menschen ihre Bilder sehen. Dazu hat sie sich bei Instagram ein „Business-Profil“ eingerichtet, wo dem Nutzer automatisch Statistiken und Zahlen zur Reichweite errechnet werden. Jedes ihrer Bilder (derzeit befinden sich 205 Beiträge auf ihrem Profil) wird zwischen sechs bis zehntausend Nutzern durch „Hashtags“ (vergleichbar mit Verschlagwortung von Bildern), die Nennung des Standorts oder durch die „Explore“-Funktion (zu Deutsch: Entdecken) angezeigt. Um immer wieder aktuelle Fotos posten zu können, stellt Annabel Kleibrink sich regelmäßig vor die Kamera. Fotos von sich, die zu Beginn noch ihre Mutter aufgenommen hat, postet Annabel zwar schon seit einiger Zeit, doch erst nach dem Abitur in diesem Sommer hat sie sich um professionelle Fotoshootings vor beeindruckenden Kulissen mit talentierten Fotografen gekümmert. Zunächst habe sie noch den Fotografen selbst angefragt, doch schon nach kurzer Zeit kamen diese auf sie zu und wollten mit ihr zusammenarbeiten, erläutert sie. Um die 30 verschiedenen professionellen Fotoshootings mit zehn Fotografen hat Annabel in diesem Sommer besucht. Dabei sind nicht nur Aufnahmen im Kreis Höxter entstanden, teilweise fährt sie auch lange Strecken. Ihr größtes Projekt war bislang am Wassenaar-Strand in Holland, wo sie mit fünf weiteren Models und zwei Fotografen gearbeitet hat. Zwischen zwei bis drei Stunden dauert solch ein Shooting im Schnitt. Im Anschluss werden die Aufnahmen bearbeitet und den Models zur Verfügung gestellt.

Ihre Eltern stehen hinter ihr

16.668 Fotos zählt Annabels Galerie auf dem Handy derzeit – die ältesten Bilder sind von 2016. Doch das Konzept von „Influencern“ sei allgemein für viele in der Region noch Neuland. „Meine Eltern wiederum stehen aber voll hinter mir“, sagt die 18-Jährige und merkt an, dass es auch harte Kritik an ihrer öffentlichen Präsenz gibt. Doch von der Kritik beeinflussen lassen und ihr Hobby aufgeben, möchte die Rieselerin nicht. Sie ist erst vor wenigen Tagen für ihr Jurastudium nach Jena gezogen und möchte auch dort weiter professionell vor der Kamera stehen. Ihr Wunsch ist es, als Model nebenberuflich arbeiten zu können und die Ergebnisse dann auf ihrem Instagramprofil mit möglichst vielen zu teilen. Das könnte ihrer Meinung nach auch gern im Kreis Höxter stattfinden – denn ihrer Heimat fühlt sie sich stark verbunden.

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