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Händler, Gastronomen und Dienstleister stellen sich gemeinsam Herausforderungen

Geschäftsleute sind erleichtert

Brakel (WB). Mit einem gemeinsamen Werbeauftritt aller Mitglieder begleitet der Werbering Brakel die Wiedereröffnung der Geschäfte und der Gastronomie nach der durch das Corona-Virus bedingten Schließung.

Frank Spiegel

Werbering-Vorsitzender Rainer Schäfers (rechts) und sein Stellvertreter Michael Bunne haben ein Fazit des Weges durch und aus dem Shutdown gezogen. Wie sie berichten, dine die Mitglieder erleichtert, wieder starten zu dürfen. Foto: Frank Spiegel

Hier zeigt sich nach Einschätzung des Werbering-Vorsitzenden Rainer Schäfers trotz Corona-Krise das starkes Zusammengehörigkeitsgefühl im Werbering Brakel auch in schweren Zeiten.

„Besonders freut es mich, dass neben Einzelhandel und Handwerk jetzt auch die Gastronomie, die Cafés und Dienstleister wie Friseure wieder geöffnet sind“, berichtet Schäfers.

Insgesamt spüre man bei den Einzelhändlern und Geschäftsleuten die Erleichterung, endlich wieder öffnen und beraten zu dürfen.

Kein Stadtfest

In diesen Tagen müssen die Gewerbetreibenden aus der Nethe­stadt gleichwohl schon die zweite Einschränkung wegen des Virus hinnehmen: Mit dem kirchlichen Feiertag Christi Himmelfahrt hätte in der Hansestadt normalerweise traditionell wie jedes Jahr das Stadtfest begonnen. In diesem Jahr musste die beliebte Traditionsveranstaltung mit Kirmes am Feuerteich, verkaufsoffenem Sonntag und zwei Musikbühnen am Thy und am Rathaus mit vielen attraktiven Musik-Acts aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Für den Werbering Brakel ist dies nach „Brakel blüht auf“ die zweite Absage einer Gemeinschaftsaktion der Kaufmannschaft. Anstelle des Stadtfestes will man jetzt als positives Zeichen in einigen Geschäften die eigentlich im Frühjahr geplante Aktion „Hummelwiese“ unterstützen. Rainer Schäfers: „Je nach monatlichem Umsatz unterstützen einzelne Unternehmen die Aktion der Landwirtin Sigrid Johlen-Hoppe aus Hampenhausen.“

In einer Zeit, in der Naturthemen wie Klimawandel und Insektensterben in aller Munde seien, freue man sich in Brakel über eine nachhaltige Naturaktion mit Akteuren der Landwirtschaft vor Ort.

„Zwar sind typische Großstadtproblematiken wie Feinstaubbelastung oder Verkehrsinfarkt und damit verbundener Geräuschemission in Brakel nicht so extrem besorgniserregend und ausgeprägt, aber trotzdem ist auch für uns Geschäftsleute der Erhalt der Umwelt eine Herzensangelegenheit, und das wollen die Geschäftsinhaber aus Brakel bei der Unterstützung dieser Aktion zum Ausdruck bringen“, sagt Rainer Schäfers.

Innovative Lösungen

Mit Blick auf den Shutdown stellt er heraus, dass viele Unternehmer innovative Lösungen gesucht und gefunden hätten. „Gastronomen boten Lieferservice nach Hause, Coffee-to-go oder Einzelhändler Onlineberatung mit Anprobierlieferungen“, nennt er Beispiele. Auf der Internetseite der Stadt Brakel sei zeitnah eine Informationsplattform für die diversen Service-Dienstleistungen einheimischer Betriebe eingerichtet worden.

Ergänzend dazu sei ebenfalls die neue Onlineverkaufsplattform „Kauf in Brakel“ bereitgestellt worden. Dieser Service stehe den einheimischen Unternehmen in den ersten drei Monaten kostenlos zur Verfügung.

Trotzdem hinterlasse die Schließung durch die massiven Umsatzausfälle negative wirtschaftliche Folgen. Schäfers: „Kurzarbeit war in allen Unternehmen der Gastronomie und des Einzelhandels an der Tagesordnung. Staatshilfen mussten überall in Anspruch genommen werden.“ Mit großer Erleichterung sei man daher Ende April nach Wiedereröffnung der Einzelhandelsgeschäfte mit neuem Hygienekonzept in den Direktverkauf gestartet.

Kundenorientierte Beratung, umfangreicher Service am Kunden und trotzdem Abstand halten, um Ansteckung zu Vermeiden – das seien Herausforderungen, denen sich das Verkaufspersonal und die Geschäftsinhaber jetzt täglich stellten.

In den kommenden Wochen würden nun auch die Unternehmen der Gastronomie die Möglichkeit haben, unter strengen Auflagen Ihre Ladenlokale wieder zu eröffnen. Der Vorsitzende: „Ob auch hier alle Unternehmen nach dem Shutdown wiedereröffnet werden bleibt abzuwarten. Die Gastronomie wie auch Reiseagenturen sind durch den Shutdown extrem betroffen.“

Es sei festzustellen, dass die Brakeler Einzelhändler, Handwerker und Dienstleister sehr viele rücksichtsvolle Kunden hätten, die ihnen während des Shutdowns und auch nach Wiedereröffnung treu geblieben seien, berichtet der Werbering-Chef von ersten Erfahrungen nach den schon erfolgten Wiedereröffnungen. „Trotz Abstandregeln und Mund-Nasenschutz finden viele den Weg in die Geschäfte. Die Geschäfte vor Ort versuchen, die bekannt hohe Qualität der Beratung aufrecht zu halten und das Einkaufen so sicher wie möglich zu gestalten“, weiß Rainer Schäfers.

Mehr Social Media

„Kunden-Kommunikation über Social Media-Kanäle und Multichannel-Marketing haben auch für viele kleine Unternehmen einen höheren Stellenwert eingenommen. Gerade im Bereich Social Media sind wir daher in Brakel froh, dass wir auf gut aufgebaute Strukturen im Werbering zurückgreifen können“, ergänzt der stellvertretende Vorsitzende Michael Bunne.

Die umfangreichen Hygienevorschriften im Einzelhandel aber besonders im Bereich der Gastronomie oder bei speziellen Dienstleistungen, etwa beim Friseur, stellten die kleinen und mittelgroßen Betriebsstrukturen vor sehr große Herausforderungen, denen sich Inhaber und Personal stellen müssten. Bunne: „Umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen verursachen nicht nur zusätzliche Kosten in der Anschaffung, sondern sind in ihrer Umsetzung auch sehr zeitintensiv.“

Zusätzliche Kosten

Auch Kinderbetreuung in Zeiten geschlossener Kindergärten und Schulen stellt die Personalplanung der Unternehmen nach Aussagen von Rainer Schäfers vor neue unbekannte Probleme. „Auch in der Krise hat sich gezeigt, dass gegenseitiges Verständnis zwischen Werbering, Stadtverwaltung und Politik in Brakel gut ausgeprägt und von allen Seiten positiv besetzt ist“, freut sich der Vorsitzende.

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