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Neujahrskonzert mit beschwingten Melodien in Brakel – Leonor Amaral erobert die Herzen

Glanz und Heiterkeit

Brakel (WB). Mit Sektlaune, Schwips und Kater kennen sich Operetten- und Musical-Meister verräterisch gut aus. Beschwingt präsentierte die Nordwestdeutsche Philharmonie ein attraktives Häppchen-Programm in der Brakeler Stadthalle. Die Gesamtleitung des Neujahrskonzertes lag in den bewährten Händen ihres Dirigenten Markus Huber, der auch gut gelaunt durchs Programm führte.

Dagmar Korth

Eine Entdeckung für Brakel ist Leonor Amaral. Neben dem gekonnten Einsatz ihres Soprans präsentiert die junge Sängerin beim Neujahrskonzert ihre Songs mit viel Charme, Eleganz und koketten schauspielerischen Fähigkeiten. Foto: Frank Spiegel

Die 1. Vorsitzende des Kulturrings Brakel, Michaela Markus, erinnerte in ihren Begrüßungsworten daran, dass das Neujahrskonzert nun schon zum 16. Mal veranstaltet wird und dass es schon lange zu einem festen Bestandteil im Kulturleben der Stadt geworden ist. Auch Bürgermeister Hermann Temme freute sich, die Nordwestdeutsche Philharmonie als herausragenden Kulturträger der Region wieder in Brakel begrüßen zu dürfen und wünschte allen Mitbürgern ein glückliches und gesundes neues Jahr.

Cocktail von zündenden Melodien

Unter dem Titel „Crazy Girl“ gab es in der ausverkauften Stadthalle einen Cocktail von zündenden Melodien, unter anderem von Johann und Josef Strauss, Fred Raymond, George Gershwin, Victor Herbert oder John Williams. Operetten, Musicalmelodien und Filmmusik blühten auf und mit Nachdruck bewies das Orchester, dass auch die leichte Muse ernst zu nehmende Qualitäten hat. Präzise, spritzig und klangschön setzten die Musiker pfiffige Pointen und die unterhaltsamen Melodien verbreiteten ihren gewohnten Zauber, geliebten Glanz und ersehnte Heiterkeit.

leiner Schritt bis an den Broadway

Schmissig und akzentuiert erklang zu Beginn die Ouvertüre zu „Maske in Blau“ von Fred Raymond. Ein wahres Feuerwerk brannten Huber und seine Musiker in der schnellen Polka „Plappermäulchen“ von Josef Strauss ab. Von da an war es nur noch ein kleiner Schritt bis an den Broadway. So rückten vor allem die eingängigen populären Melodien aus „My fair Lady“ oder „Mary Poppins“ mit flotten Rhythmen und glitzernden Orchesterfarben in den Vordergrund. Aber auch schwelgende gefühlvolle Zwischentöne wurden getroffen; etwa der „Tango Jalousie“ von Jacob Gade.

Eine Entdeckung für Brakel war Leonor Amaral

Eine Entdeckung für Brakel war Leonor Amaral. Ihr frischer Sopran ist ein ungemein bewegliches Prachtinstrument mit großem Tonumfang, farbkräftigen Registern, tragfähigem Piano und federleichter Koloratur. Neben dem gekonnten Einsatz ihres Soprans präsentierte die junge Sängerin ihre Songs mit viel Charme und Eleganz und nicht zu vergessen auch mit koketten schauspielerischen Fähigkeiten.  Mit „Ja das Temperament“ aus der „Maske in Blau“ oder „Life is a Cabaret“, John Kander/Fred Ebb, verzauberte sie mit großer Präsenz und glockigem Strahl in der Höhe ihr Publikum.

„Radetzky-Marsch“ zum Abschluss

Ein amüsantes Kabinettstückchen war „The girl in 14 g“ von Jeannine Tesori/Dick Scanlan, in dem auf launige Art geschildert wird, wie schwer man es als Nebenmieterin einer übenden Opernsängerin auf der einen Seite und einer Jazzsängerin auf der anderen Seite hat. Das Publikum hatte seine Freude und forderte begeistert eine Zugabe, die ihm natürlich gewährt wurde.  Und was darf bei einem Neujahrskonzert am Ende nicht fehlen? Der „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauss, Vater, als das Publikum zum Mitklatschen animierende Zugabe.

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