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Bockbieranstich im Biergarten an der Parkscheune in Rheder

„Hier bleiben wir!“

Rheder (WB). „Unseren Bockbieranstich feiern wir traditionell immer Anfang September, aber durch die Corona-Pandemie können wir erst jetzt den Anstich veranstalten“, sagte Gabriele Freifrau von Spiegel. Die Sonne lachte am Sonntag, 11. Oktober, die Veranstalter von der Schloßbrauerei und die Gäste lächelten ebenfalls. Zu gut war die einfach die Stimmung, mit Freunden endlich mal wieder auf dem Schlossgelände hinter der Parkscheune am Weidenpalais draußen das ein oder andere Hopfengetränk frisch aus dem Fass zu sich zu nehmen und sich ein wenig zu amüsieren.

Reinhold Budde

Ferdinand Freiherr von Spiegel (links), Günter Haas (Geschäftsführer), Jens-Uwe Göke (Gesellschafter), Bürgermeister Hermann Temme und Markus Lopsien (Geschäftsführer) stoßen auf die Bockbierzeit an. Foto: Reinhold Budde

Strenge Corona-Auflagen

Und das war trotz der strengen, aber unbedingt nötigen Corona-Schutzmaßnahmen möglich. Durch die Größe des Geländes konnten die Tische und Stühle sowie Bänke so aufgestellt werden, dass der Sicherheitsabstand gewahrt blieb. Am Eingang der Parkscheune standen Desinfektionsmittel und jeder musste seine Personendaten hinterlegen. Die Besuchergruppen, die an einem Tisch sitzen wollten, wurden vorher erfasst und direkt zu „ihrem“ Tisch begleitet. Der Mund-/Nasenschutz durfte auch erst am Tisch abgenommen werden. Hierauf achtete ein extra bestellter Security-Service.

„Wir sind so froh, dass der traditionelle Bockbieranstich auch unter erschwerten Bedingungen so gut angenommen wurde. Wir haben 250 Karten innerhalb zwei Tagen verkauft“, strahlte Ferdinand Freiherr von Spiegel.

Regionaler Gedanke wichtiger denn je

Maximal 299 Personen durften an dem Anstich teilnehmen. „49 Karten haben wir noch in Reserve für diejenigen, die spontan vorbeikommen“, sagte Margret Tegethoff, die zusammen mit einer Kollegin den Empfang der Gäste betreute. Auch Reinhold Güldner und Norbert Mikus. Die beiden Radler fuhren zufällig an der Parkscheune vorbei, hörten die Livemusik der Gehrdener Blaskapelle und blieben prompt stehen. Was denn hier los sei, fragten sie und Margret Tegethoff sagte: „Bockbieranstich.“ Als die beiden Fahrradfahrer dann noch erfuhren, dass es neben Hähnchen, Leberkäse auch Haxn frisch gegrillt gibt, war die Sache klar: „Hier bleiben wir!“

Bürgermeister Hermann Temme betonte in seiner kleinen Ansprache, dass der regionale Gedanke heute wichtiger sei denn je. Er sei froh, dass die Besucher das süffige, regionale Rheder Bier schätzen und jetzt auch das frische Bockbier genießen können. Das Rheder Doppelbock hat 18,5 Prozent Stammwürze. Eine besonders lange Reifezeit macht das Bier süffig. Dennoch sollte man den Doppelbock mit Verstand trinken, denn mit einem Alkoholgehalt von sieben Prozent ist dieses Bier nicht „ohne“.

Bestens gelaunte Gäste

Ferdinand Freiherr von Spiegel bedankte sich bei seinen Gästen und Kunden, das sie in den vergangenen Monaten mehr Flaschenbier aus Rheder gekauft hätten als üblich und der Schloßbrauerei die Treue hielten. Bürgermeister Hermann Temme benötigte routiniert drei Schläge mit dem Holzhammer, bis aus dem Zapfhahn das dunkle Bier floss.

Stimmungsvoll begleitete die Blaskapelle aus Gehrden den Bockbieranstich. Und auch der Brakeler Sänger Peter Markus trat live auf und unterhielt das fröhliche Volk. Bestens gelaufen sei der Bockbieranstich bis in den frühen Abendstunden, wie Brauereigeschäftsführer Günter Haas resümierte. Auch wenn anstelle der sonst üblichen tausend und mehr Gäste nur 299 kommen durften, allen war klar: „Wir kommen wieder.“

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