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Haus Klahold in Brakel wird abgerissen – Bauträger errichtet drei Wohnbauten

Hotel weicht Neubauten

Brakel (WB). Zwei neue Wohnhäuser und ein Wohn- und Geschäftshaus werden das Gesicht des Quartiers Bahnhofstraße/Im Schild nachhaltig verändern. Das stadtbildprägende Hotel Klahold wird dem 3,7-Millionen-Projekt weichen.

Sabine Robrecht

Das stadtbildprägende Haus Klahold wird bald einem modernen Neubau weichen: Josef Wiepen (von links), Geschäftsführer des Bauträgers »new live«, Sarah Ercan (Immobilienmaklerin) und Maria Klahold mit ihren Söhnen Dieter (rechts) und Franz Klahold. Foto: Sabine Robrecht

Mit dem Abriss des Gebäudes aus dem Jahr 1896 endet ein Stück Gastronomiegeschichte. »Die erste Konzession ist von 1908«, berichtet Maria Klahold (79), die den Betrieb mit ihrem Mann Franz (87) jahrzehntelang in dritter Generation geführt hat. »Wir haben 1961 geheiratet. In der Zeit hatten wir viele Übernachtungen«, erinnert sie sich. Monteure und Handelsvertreter machten bei Klaholds Station. Die Unternehmerfamilie baute 1971 die Fremdenzimmer um. »Der Boom hielt an bis ungefähr 1990.«

Im Bierlokal machte sich dann ein veränderter Zeitgeist bemerkbar: »Die Menschen gehen nicht mehr so viel in die Kneipe«, sagt Franz Klahold (54), der älteste Sohn des Gastwirt-Ehepaares. Gepflogenheiten wie etwa der Sonntagsfrühschoppen seien passé.

Nicht zuletzt auch vor diesem Hintergrund haben weder er, noch seine drei Brüder den Betrieb übernehmen wollen. »Also fehlte uns die Nachfolge.« Daher veräußerte die Familie das 1900-Quadratmeter-Areal an den Bauträger »new live« mit Sitz in Paderborn.

Dieser plant nun drei Häuser, zwei davon mit Tiefgarage. Das erste hat drei Geschosse plus Staffel. Acht Eigentumswohnungen sind geplant. Eine Wohnung beziehen Franz und Maria Klahold, einer der Söhne hat eine weitere gekauft. »Ende Juni starten die Bauarbeiten«, kündigt »new live«-Geschäftsführer Josef Wiepen an. Wenn der Neubau ein Jahr später steht und die Klaholds umgezogen sind, startet der Abriss des Hotelgebäudes. An seiner Stelle entsteht bis Mai 2019 ein ebenfalls dreieinhalbgeschossiger Neubau mit zwei Wohnungen und drei Gewerbe-Einheiten. Und in der Zwischenzeit baut »new live« ein Haus mit sechs Wohnungen in zweieinhalbgeschossiger Höhe. Dieser Bauabschnitt beginnt im Herbst dieses Jahres.

Verzögert worden sei der Start wegen der Klage eines Nachbarn. Er habe gegen die Baugenehmigung geklagt, sagt Josef Wiepen. Die Höhe der Bauten habe ihm nicht gefallen. Wiepen verweist darauf, dass sich das Projekt im Rahmen des Bebauungsplans bewege. »Wir dürfen dreigeschossig plus Staffel bauen.«

Künftige Bewohner in Planung einbezogen

In den nächsten zwei Jahren entstehen also in dieser Top-Innenstadtlage drei Niedrigenergiehäuser mit Wohnungen von 40 bis 120 Quadratmetern Größe. »Ein Teil sei schon verkauft«, berichtet »new live«-Immobilienmaklerin Sarah Ercan. »Für das zweite Haus starten wir die Verkaufsgespräche.« Die Wohnungen seien allesamt barrierefrei erreichbar, alle drei Häuser hätten einen Fahrstuhl. Die Ausstattung sei hochwertig. Sowohl bei ihr, als auch bei den Raumzuschnitten könnten die künftigen Bewohner mitplanen.

Am Stadtfest-Wochenende (Samstag, 24., und Sonntag, 25. Mai, bietet der Bauträger jeweils von 11 bis 14 Uhr vor Ort in der Bahnhofstraße 5 eine Info-Veranstaltung an.

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