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Schulze Brakel versorgt Fußballvereine – Corona beeinflusst auch Windschutz-Geschäft

In jedem Fall vorbereitet

Brakel (WB). Wer Sieger im Champions-League-Finale werden wird, ist naturgemäß Tage davor noch unklar. Sicher ist jedoch: Der Gewinner wird in ein Mikrofon sprechen, bei dem Schulze Brakel für den guten Ton sorgt.

Frank Spiegel

Welcher Verein auch immer am Sonntag in Lissabon als Sieger vom Platz geht: Im Fernsehen zu sehen sein wird ein Windschutz mit der Aufschrift „Champions-League-Sieger 2020“. Gefertigt hat sie das Unternehmen von Archibald Schulze-Cleven Foto: Frank Spiegel

Der Windschutz-Hersteller hat für jeden möglichen Ausgang Windschütze mit dem Aufdruck „Champions-League-Sieger 2020“ produziert. Im Rennen ist neben Paris Saint-Germain, der sich gegen RB Leipzig durchgesetzt hat noch der Club, der das Duell Olympique Lyon gegen den FC Bayern München für sich entschieden hat. „So sind die Clubs in jedem Fall vorbereitet – egal wer Sieger wird“, berichtet Geschäftsführer Archibald Schulze-Cleven .

Muster nach Liverpool

Auch dem SC Liverpool hat das Unternehmen jüngst einen Muster-Windschutz geschickt. Wie Vertriebsleiterin Susanne Johnson erläutert, habe die Mitarbeiterin in London auf Instagram ein Bild des Liverpool-Windschutzes gepostet. „Das hat man in Glasgow gesehen, und jetzt liefern wir auch an die Glasgow Rangers“, freut sie sich. Die Windschütze werden derzeit fertiggestellt, am kommenden Wochenenden werden sie erstmals eingesetzt. „Das ist der erste schottische Fußballverein mit individuell gestaltetem Windschutz“, weiß Susanne Johnson.

„Da läuft der Ligabetrieb ja jetzt gerade erst wieder an“, erklärt die Vertriebsleiterin. Auch das Windschutz-Geschäft sei demnach ein Indikator für das Leben in der Corona-Zeit. „Vor sechs Wochen hat die französische Liga bei uns Windschütze bestellt“, erläutert Archibald Schulze-Cleven. Vor zwei Wochen seien die insgesamt 300 Stück ausgeliefert worden.

Auch viele deutsche Vereine sind Stammkunden, darunter Schalke, Werder Bremen, Dortmund, HSV, Wolfsburg, Hoffenheim und viele mehr. Und natürlich haben auch die ostwestfälischen Vereine SC Paderborn und Arminia Bielefeld Windschütze aus Brakel.

Schnelle Hilfe

Nachdem die Reporter nach einer Corona-Pause vor drei Wochen wieder arbeiten durften, habe Sky Deutschland eine Eilbestellung aufgegeben, weil der Sender sich farblich dem Mutterhaus in England anpassen sollte.

„Da sagten die Münchner, die Windschütze der Kollegen aus London seien sehr schön, sie selbst wüssten noch nicht, wie die von Sky Deutschland aussehen sollten“, berichtet der Geschäftsführer: „Da konnten wir helfen, schließlich hatten wir die für London bei uns gemacht. Es war also kein Problem, ein Muster zu schicken.“

Coronabedingt gebe es derzeit aus Spanien und Griechenland keine Aufträge. Wie Archibald Schulze-Cleven weiter berichtet, ist sein Unternehmen auch dank Kurzarbeit bisher gut durch die Krise gekommen.

Probleme gebe es gegenwärtig in manchen arabischen Ländern – was allerdings nicht Schuld der Schulze-Kunden sei. Im Irak sei es seit der Corona-Pandemie derzeit so, dass Lieferungen aus dem Ausland, die nicht dringend benötigt würden, von den Zöllnern dort nicht abgefertigt würden.

„Drei Monate haben Windschütze für den Sender Al Jazeera so auf Eis gelegen“, nennt Susanne Johnson ein Beispiel.

Ein anderes Problem ist nach Ausführungen des Geschäftsführers, dass es vielen Ländern an Devisen mangele. „Unser Vertreter in Mexiko schuldet uns 11.000 Euro. Der sagt, er wolle das gern bezahlen, sagt aber auch: ‚Wenn ich meiner Bank den Auftrag gebe , das Geld zu überweisen, dann sagt die Bank, sie habe keine 11.000 Euro‘.“

In Kuwait hingegen dürften die Firmen nichts überweisen, Privatleute täglich maximal 1000 Euro. „Unser Vertreter in Kuwait hat uns dann täglich einen 1000er überwiesen von seinem Privatkonto, um eine Rechnung in Höhe von 13.000 Euro begleichen zu können“, weiß Archibald Schulze-Cleven.

Schwarze Zahlen

In Zeiten von Corona kämen auf der einen Seite Aufträge, mit denen man nicht gerechnet hätte – zum Beispiel für das virtuelle Liborifest in Paderborn. Auf der anderen Seite fielen Aufträge weg. April und Mai sind nach Aussage des Chefs schwierige Monate gewesen. „Seit Juni schreiben wir wieder schwarze Zahlen“, blickt er optimistisch nach vorn.

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