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Madrigalchor bringt Requiem »Missa pro defunctis« von Franz von Suppé zu Gehör

Junge Stimmen bereichern Klangbild

Brakel (WB). Gleich mehrere Premieren gibt es, wenn am Sonntag, 10. November, in der Pfarrkirche St. Michael das Requiem »Missa pro defunctis« von Franz von Suppé erklingt. Beginn ist um 17 Uhr.

Frank Spiegel

Während der Herbstferien hat der Madrigalchor eine Konzertreise nach Krakau unternommen. In der Maximilian-Maria-Kolbe-Kirche hat er das Requiem zusammen mit dem Studentenchor »Cantata«, einem Orchester und Solisten gesungen. Foto: Madrigalchor Brakel

»Zum ersten Mal singen bei einem Konzert des Madrigalchores Brakel drei Chöre zusammen«, erläuterte Hans-Martin Fröhling, musikalischer Leiter des Klangkörpers, bei der Vorstellung des Konzertes. Der heimische Chor wird unterstützt vom Konzertchor »Collegium Cantorum« Holzminden und dem Akademischen Chor der Technischen Universität Krakau »Cantata«.

Gesang aus 120 Kehlen

Letzterer bestehe aus sehr jungen Leuten. »Sie werden uns bereichern – auch klanglich«, ist Fröhling überzeugt. Zu den gestandenen Stimmen der Chöre aus Brakel und Holzminden kämen nun die jungen Stimmen aus Polen. Und auch von deren Qualität ist der Fachmann begeistert. »Man könnte meinen, die studierten alle Musik. Dabei sind sie in der Ausbildung zu Ingenieuren«, erläuterte er.

Insgesamt 120 Chormitglieder führen das Werk auf. »Meines Wissens wurde es in der näheren Region noch nie aufgeführt«, nannte Hans-Martin Fröhling eine weitere Besonderheit.

Und selten sei das Orchester so opulent besetzt wie bei der geplanten Aufführung. Zahlreiche Instrumente im Göttinger Sinfonie Orchester seien doppelt besetzt. Zum Einsatz komme zudem mit dem Tamtam ein eher selten verwendetes Instrument, das sehr laut sei. »Franz von Suppés Requiem in d-Moll ist ein wunderbares und das Publikum stets begeisterndes Werk. Es weist neben einem traditionellen Kirchenstil melodische Elemente auf, die an italienische Opern und auch an österreichisch-ungarische Folklore erinnern. Das ist ein wilder Stilmix, der sich zu einem beeindruckenden Ganzen zusammenfügt«, weist der musikalische Leiter auf die große Bandbreite der Komposition hin.

Anlässlich des Todes des Wiener Theaterbesitzers und großen Förderers Suppés, Franz Pokorny, hat der Komponist das Requiem in d-Moll geschrieben, welches am 22. November 1855 bei einem Gedenkgottesdienst in der Piaristenkirche Maria Treu in Wien uraufgeführt wurde.

Begeisterung in Krakau

Der Madrigalchor hat das Requiem schon einmal aufgeführt: Auf seiner in den Herbstferien durchgeführten Konzertreise nach Krakau hat der Chor dieses außergewöhnliche Werk erfolgreich zusammen mit dem Studentenchor »Cantata«, einem Krakauer Orchester und namhaften polnischen Solisten aufgeführt.

»Die zahlreichen Zuhörer in der monumentalen Maximilian-Maria-Kolbe-Kirche dankten mit lang anhaltendem Applaus«, blickte Hans-Martin Fröhling zurück. Er und der Vorsitzende Peter Henkel freuen sich, dass der Chor aus Krakau auch an der Brakeler Aufführung teilnehmen wird. Dankbar sind sie auch dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW), das den Besuch finanziell unterstützt.

Jugendwerk hilft

Als Solisten wirken mit Megan Marie Hart (Sopran), Rebekka Bigelmayr (Alt), Stephan Boving (Tenor) und Frank Dolphin Wong (Bass). Die beiden Männer sind »alte Bekannte«, die ihr Können bei Konzerten des Madrigalchores schon unter Beweis gestellt haben. »Bei den Damen erleben wir zwei Premieren«, berichtete Hans-Martin Fröhling. Er ist aber sicher, dass diese erfolgreich sein werden.

Die Münchner Mezzosopranistin Rebekka Bigelmayr studierte Gesang an der Hochschule für Musik in Detmold bei Professorin Gerhild Romberger sowie Eeva Tenkanen und schloss ihren Bachelor im Juli 2017 ab. Meisterkurse bei Margreet Honig und Sibylla Rubens sowie eine lange Arbeit mit Prof. Christiane Iven gaben weitere Impulse.

Karten im Vorverkauf

Die 1983 in Los Angeles geborene Megan Marie Hart erlangte ihren Bachelor- und Masterabschluss am Oberlin Conservatory und ihr Professional Studies Certificate an der Manhattan School of Music. Sie ist Schülerin von Marilyn Horne. Derzeit gehört sie zum Ensemble des Landestheaters Detmold. Hans-Martin Fröhling ist aber sicher, dass ihre Karriere weiter aufwärts geht.

Eintrittskarten zum Preis von 24 Euro (nummerierte Plätze im Mittelschiff, ermäßigt 21 Euro) und 22 Euro (freie Platzwahl im Seitenschiff, ermäßigt 19 Euro) sind erhältlich bei der Buchhandlung Schröder in Brakel (Telefon 05272/9923) oder von 16.15 Uhr an an der Abendkasse mit einem Euro Preisaufschlag. Besucher bis 18 Jahre zahlen keinen Eintritt.

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