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Istrup und Siddessen erhalten Zuwendungsbescheide für Bürgerhaus und „Alte Schule“

Projekte verbinden Generationen

Istrup/Siddessen (WB). Die Ortschaften Istrup und Siddessen sind mit Zuwendungsbescheiden von der Bezirksregierung für ihre Dorfgemeinschaftshäuser bedacht worden. In den beiden Dörfern haben viele ehrenamtliche Kräfte mit ihren innovativen Konzepten dazu beigetragen, finanzielle Unterstützung vom Land NRW für ihre Projekte zu erhalten. Sie wollen die Ortschaften gemeinsam zukunftsfähig machen und den Zusammenhalt noch weiter stärken.

Dennis Pape

Brakels Bürgermeister Hermann Temme (vorne Mitte) hat die Zuwendungsbescheide an Tobias Gadzinski aus Istrup (links) und Andreas Gerson aus Siddessen übergeben. Dabei waren weitere Vertreter der Ortschaften sowie der Verwaltung. Foto: Dennis Pape

Vereine brauchen Platz

Das Bürgerhaus in Istrup macht seinem Namen seit mehr als vier Jahrzehnten alle Ehre – es ist 1977 nicht nur mit beispielhaftem Einsatz der Dorfgemeinschaft erbaut worden, es wird auch heute noch von vielen Gruppen für unterschiedliche Aktivitäten genutzt und bringt damit alle Bürger unter einem Dach zusammen. „Das Haus wird sehr gut angenommen und ist praktisch jeden Abend belegt“, berichtete Reinhard Lücking als einer der zahlreichen Vertreter der Ortschaft im Sitzungssaal der Stadt Brakel bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides.

Durch die hohe Auslastung des Bürgerhauses sei nun jedoch eine Erweiterung notwendig. An der Ostseite der Freizeithalle soll ein weiterer Zugang errichtet werden, der bei Feiern auf der Bühnenseite in der nördlichen Hallenhälfte und bei heruntergelassener Trennwand auch als Fluchttür genutzt werden kann. Außerdem sollen ebenfalls an der Ostseite ein Multifunktionsraum, eine Teeküche, WC-Anlagen und ein Abstellraum entstehen. Die bisher genutzten Räumlichkeiten der Kegelbahn seien für Sitzungen oder Besprechungen aller Art nicht mehr ausreichend. Laut der Kostenberechnung entstehen für die Erweiterung des Bürgerhauses Kosten in Höhe von 308.000 Euro – gefördert werden davon 200.000 Euro, den restlichen Eigenanteil finanziert die Stadt. Tobias Gadzinski, Bezirksausschussvorsitzender in Istrup, betonte: „Es ist sehr erfreulich, dass sich so viele Bürger mit Ideen beteiligt haben – nur so geht es voran.“

Wasserspielplatz geplant

In Siddessen hat eine Vielzahl an engagierten Bürgern ein Konzept für den Mehrgenerationentreff „Alte Schule“ ausgearbeitet – das hat am Donnerstag Ines Koßmann im Sitzungssaal erläutert. Demnach soll das Gebäude im Erdgeschoss zu einem barrierefreien und multifunktionalen Mehrgenerationentreff umgebaut werden. Der wiederum soll von den örtlichen Vereinen und Bewohnern Siddessens als sozialer Treffpunkt genutzt werden. „Auch eine gastronomische Nutzung – beispielsweise in Art einer Dorfkneipe oder eines Cafébetriebes – soll unter Einbeziehung des Radtourismus das Angebot abrunden. Auf dem Vorplatz der Ösehalle vor der ‚Alten Schule‘ soll darüber hinaus eine attraktive Aufenthaltsmöglichkeit mit einem innovativen Wasserspielplatz für Kinder entstehen“, sagte Ines Koßmann. Dies werde derzeit mit den zuständigen Behörden abgestimmt.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 163.000 Euro, die Zuwendung beträgt 106.00 Euro. Den Rest trägt die Stadt Brakel als Eigenanteil. Andreas Gerson, Bezirksausschussvorsitzender in Siddessen, meinte: „Es ist wichtig, dass die Ortschaften unterstützt werden – so können wir auch in Zukunft Menschen motivieren, sich ehrenamtlich zu engagieren. Es war jetzt auch mal an der Zeit, dass von der Landesregierung etwas kommt.“

Engagement belohnt

Bürgermeister Hermann Temme wies ausdrücklich darauf hin, dass die Dörfer einen ebenso großen Stellenwert wie die Kernstadt hätten. Dass die Stadt Brakel 2019 insgesamt 741.000 Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm vom Land NRW erhalten hat, sei nicht zuletzt auf das große Engagement in den Ortschaften zurückzuführen. Diese hatten maßgeblich am Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) mitgearbeitet, das zwar seit dem Wechsel der Landesregierung keine Fördervoraussetzung mehr ist, jedoch laut Temme „ein Kompass für die dörfliche Entwicklung in den kommenden Jahren“ sei: „Eine Förderung hängt auch immer von der Qualität des Antrages ab – da haben die Ortschaften beste Arbeit geleistet.“

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