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Bauausschuss stimmt Maßnahmen in Höhe von knapp drei Millionen Euro zu

Stadt investiert in Gesamtschule

Brakel (WB). Die Stadt Brakel investiert kräftig in ihre Gesamtschule. Mehr als eine Million Euro – zum großen Teil bezuschusst – sollen in diesem Jahr in die Umgestaltung der Sportanlage dort fließen. Knapp 350.000 Euro sollen zudem in diesem Jahr in der Schule selbst verbaut werden, bis 2022 sollen 1,6 Millionen Euro folgen – wenn die Kassenlage das zulässt.

Frank Spiegel

Hier werden in diesem Jahr Stege angebaut als zweiter Rettungsweg. Die Möglichkeit im Brandfall per Leiter gerettet werden zu können, reicht nicht mehr. Fotos: Frank Spiegel Foto:

Das hat der Bauausschuss am Montagabend beschlossen.

Neue Spielfelder

Wie Ulf Elsner vom Planungsbüro Pätzold und Snowadsky erläuterte, sollen an der Sportanlage an der Gesamtschule eine neue Boulebahn, eine neue Kugelstoßanlage, ein neues Minikickerspielfeld und zwei neue Beachvolleyballfelder entstehen. Die Kurzstreckenlaufbahnen sollen von drei auf zwei reduziert werden zugunsten einer Finnenlaufbahn, die um die Laufanlage herumführt und somit auch für Langstreckenläufe genutzt werden kann. Das Mehrzweckspielfeld soll saniert werden, außerdem sollen Turngeräte aufgebaut werden, die den Platz auch für Außenstehende attraktiv machen sollen. Auch eine Weitsprunganlage ist geplant.

Dass diese Maßnahmen sinnvoll sind, davon ist der Planer überzeugt. »In der Anlage sind derzeit Kantensteine abgebrochen, statt Sand überwiegt Grün beim Beachvolleyballfeld«, so Ulf Elsner. Er ist zuversichtlich, dass die neu gestaltete Anlage gut angenommen wird. Insbesondere das Minispielfeld sei in anderen Städten ein Magnet für den Nachwuchs.

Darüber hinaus soll der Tennenplatz zu einem Kunstrasenplatz mit einer Fläche von 40 mal 80 Meter umgebaut werden. »So ist er als Trainingsspielfeld nutzbar, nicht aber als Turnierspielfeld«, erläuterte der Planer. Aber auch so könne die Fläche Vereinen aus den Ortschaften als Ausweichfläche dienen, wenn deren Rasenplätze im Winter für das Training nicht nutzbar seien.

Bewegliche Tore

Dass die kleinen Tore für diesen Platz beweglich sein sollten, war für den Ulf Elsner ohnehin geplant. Auf Anregung von Jörg Koch (SPD) soll das nun auch für die großen Tore gelten. »Nur so lassen sich bei dem schmalen Platz zum Beispiel Eckballsitutationen trainieren«, erläuterte der Kommunalpolitiker, der auch Vorsitzender der Spielvereinigung Brakel und als solcher Kenner der Materie ist.

Mit 400.000 Euro für den Kunstrasenplatz und 650.000 Euro für die anderen Maßnahmen kalkuliert die Stadt. Die Mittel für den Tennenplatz werden aus den Fördergeldern des Kommunalen Investitions-Fördergesetzes bereitgestellt, der Rest wird zu 90 Prozent aus dem Förderprogramm »Integrationspakt – Integration im Quartier« finanziert.

Maßnahmenkatalog

Christoph Rustemeyer vom Planungsbüro RSK hat in der Sitzung den Baumaßnahmenkatalog für die Gesamtschule vorgestellt. Den Löwenanteil in diesem Jahr machen die Renovierung der WC-Anlagen (120.000 Euro) in der ehemaligen Realschule und der Anbau so genannter Fluchtstege (180.000 Euro) aus brandschutztechnischen Gründen am früheren PLG aus.

»Wegen des Neubaus der Mensa musste für die ganze Schule ein neues Brandschutzkonzept erarbeitet werden. War es nach dem alten noch möglich, Schüler aus oberen Stockwerken über Leitern zu retten, ist inzwischen ein zweiter Rettungsweg vorgeschrieben«, erläuterte Christoph Rustemeyer die Notwendigkeit der Fluchtstege, die über die ganze Front der Schule zum Tennenplatz hin gebaut werden sollen.

Ebenfalls für dieses Projekt sind für 2019 220.000 Euro geplant. Dann sollen die übrigen Gebäudeteile Fluchtstege bekommen. Zweitgrößter Anteil in 2019 wäre der Umbau der Verwaltung (200.000 Euro), gefolgt von der Renovierung der Toilettenanlage in der ehemaligen Hauptschule (120.000 Euro).

Dass diese Maßnahmen notwendig sind, erläuterten Schulleiterin Sandra Florsch und ihr Stellvertreter Michael Auffenberg.

»Wir sind im Jahr 2013 mit vier Schulen und vielen Kompromissen gestartet«, blickte die Schulleiterin zurück. Mittlerweile liefen Haupt- und Realschule aus, im Jahr 2022 verlasse der erste Gesamtschuljahrgang die Schule. Jetzt sei es an der Zeit, das pädagogische Konzept weiter zu verfolgen.

Wie sie berichteten steigen die Schülerzahlen stetig, das Raumangebot müsse dem angepasst werden. Es sei zudem geplant, Zentren in den Schulen für zum Beispiel Naturwissenschaften und Kunst zu bilden, um Synergieeffekte nutzen zu können. Auch die gegenwärtig in den Gebäuden verteilte Verwaltung müsse zusammengelegt werden.

Auch das Kollegium wachse. Die Schule sei einmal für 60 Lehrer konzipiert worden, 80 seien nun dort, hinzu komme zusätzliches Personal für die im Bereich der Inklusion notwendigen multiprofessionellen Teams.

Schule wächst stetig

Der Maßnahmenkatalog geht bis zum Jahr 2022. In dem Jahr sind der Umbau der Sporthalle und Bau von Umkleiden für den Kunstrasenplatz (800.000) sowie die Renovierung der Toilettenanlage im ehemaligen PLG (100.000 Euro) vorgesehen.

Noch nicht terminlich festgelegt sind der Umbau eines Raumes zu einem Tagesmutter-Raum, um Lehrerinnen die frühe Rückkehr in den Beruf attraktiv zu gestalten. Geplant sind auch der Einbau von Fahrstühlen, Raumerweiterungen wegen der Inklusion und die Sanierung von Dachflächen. Kostenschätzungen gibt es für diese Maßnahmen noch nicht.

Der Ausschuss nahm den Maßnahmenkatalog zur Kenntnis und beschloss, diesen – vorbehaltlich der Finanzierung – entsprechend der Prioritätenliste abzuarbeiten.

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