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Beim Regionalligisten SV Bökendorf setzt Trainerin Tina Drewitz auf klare Vorgaben des Verbandes

Ungewissheit in jeder Hinsicht

Bökendorf (WB)

Es ist die Ungewissheit, die Tina Drewitz umtreibt. Wie und wann geht es denn nun weiter im und mit dem Fußball? Die Trainerin des Frauen-Regionalligisten SV Bökendorf bleibt in den Zeiten der Pandemie dennoch am Ball.

Jürgen Drüke

„Wir lassen uns nicht unterkriegen.“ Nach den ersten sechs Partien musste Tina Drewitz ihre Akteurinnen sehr oft trösten. Foto: Jürgen Drüke

„Wir halten uns fit. Das geschieht online“, sagt die Ex-Bundesligaspielerin. Jede Akteurin habe ihren individuellen Plan. Der SV Bökendorf will für den Tag X vorbereitet sein. „Der Verband hat sich zumindest festgelegt und in dieser Woche mitgeteilt, dass es vor April keinen Spielbetrieb geben wird“, sagt die Pädagogin, die am Berufskolleg in Brakel Schülerinnen und Schüler auf den Hauptschulabschluss und ihre Ausbildung vorbereitet. „Schule ist natürlich wichtiger als das Hobby Fußball. Trotzdem sind in beiden Bereichen nun Vorgaben und Etappenziele wichtig, auf die hingearbeitet werden kann“, sagt Drewitz. Vertrauen sei dabei wichtig.

Die Fußballerinnen des SV Bökendorf erleben wie alle Amateurspielerinnen und Spieler den zweiten Lockdown. „Die Gesundheit hat absoluten Vorrang. Leider sterben so viele Menschen. Deshalb sind von allen Menschen dieses Erdballs nun absolute Disziplin und Durchhaltevermögen gefordert“, betont die Bökendorferin. „Es macht Hoffnung, dass sich der Inzidenzwert im Kreis Höxter endlich nach unten bewegt. Doch dürften wir noch lange nicht über dem Berg sein.“

Corona-Training beim SV Bökendorf während des ersten Lockdowns. Foto: Jürgen Drüke

Drewitz und ihre Spielerinnen werden sich nun einmal in der Woche digital treffen und ein gemeinsames Training absolvieren. „Wenn es wirklich im April losgehen sollte, wollen wir schließlich fit sein“. Die Trainerin fügt an: „Wir würden schon gerne wieder in den Spielbetrieb einsteigen. Dafür bedarf es allerdings einer Vorlaufzeit. Ohne eine Vorbereitung draußen, die vier Wochen betragen sollte, geht nichts.“

Zuletzt am 25. Oktober

Hygienekonzepte, Abstandsregeln, Maskenschutz – all das kennen die SVB-Kickerinnen aus der Vorbereitung des Sommers. „Wir waren alle so froh, dass wir damals endlich wieder starten konnten“, blickt die Trainerin zurück. Die Vereine hätten die Hygienekonzepte und Vorschriften bestens umgesetzt. Das vorerst letzte Spiel der Saison 2020/21 absolvierte der SVB am 25. Oktober 2020 – 1:5 hieß es auf eigenem Platz gegen den VfL Bochum. Danach wurde die Spielzeit aufgrund der stark ansteigenden Corona-Infektionen unterbrochen. „Fußball steht in diesen schweren Zeiten erst einmal hinten an“, sagt Drewitz. Die ehemalige Bundesligaspielerin des Herforder SV hat für sich das Laufen entdeckt: „Dreimal in der Woche absolviere ich sieben bis acht Kilometer“. Die Natur habe so viel zu bieten. „Hier kann ich entspannen.“ Der Fußball sei ein ständiger Begleiter. „Wir planen, obwohl wir nicht wissen, in welcher Liga wir in der nächsten Saison sein werden.“ Der SVB hat nach den bis dato sechs absolvierten Spieltagen noch keinen Punkt auf dem Konto. „Wir waren oft nah dran. Nachdem uns Leistungsträgerinnen verlassen haben, befinden wir uns im Umbruch. Die jungen Akteurinnen sind auf einem sehr guten Weg.“ Die meisten Spielerinnen hätten bei den Rot-Weißen bereits ihre Zusage für die nächste Saison gegeben. „Marina Heidebrecht hat uns unabhängig von Corona bereits mitgeteilt, dass sie im Sommer aufhören wird.“ Die Trainerin wiederum hat den Vereinsverantwortlichen ihre Zusage über die Saison hinaus gegeben. „Das ist unabhängig von der Ligazugehörigkeit.“

Saisonabbruch?

„Gemeinsamer Unterricht für Schüler und gemeinsames Training für Fußballer sind durch nichts zu ersetzen“, fiebert die Pädagogin und Trainerin dem normalen Leben entgegen. Einen Abbruch des Schuljahres kann sie sich nicht vorstellen. Einen Abbruch der Saison indes schon. „Denn die Ungewissheit ist schlimm.“ Der Sport würde klaren Ansagen und einer Struktur leben. „Wichtig ist nun, dass wir alle zusammen endlich Covid-19 besiegen.“

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