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Hausnummer 14: Sonja Klanke ist seit 25 Jahren Fotografenmeisterin

Vielseitigkeit prägt Traumberuf

Brakel

Auch wenn Bilder auf dem Handy schnell geschossen sind: Mit Fotos, die vom Profi mit einer entsprechenden Ausrüstung gemacht sind, können sie nicht mithalten. Das weiß Sonja Klanke aus Brakel. „Und außerdem ist der Besuch beim Fotografen immer auch ein Erlebnis“, ist sie überzeugt.

Frank Spiegel

Sonja Klanke in ihrem neuen Ladenlokal am Thy 9. Hier, oder auf Wunsch auch vor Ort, fertigt sie Fotos und verkauft Zubehör. Foto: Frank Spiegel

Viele Jahre ist die Ostheimer Straße 14 eine gute Adresse gewesen für die Freunde anspruchsvoller Fotos. Die Fotografenmeisterin hatte ihr Studio dort, Ende des Jahres läuft ihr Mietvertrag aus. Die neuen Räume hat Sonja Klanke mit ihrem Brakeler Fotostudio schon bezogen. Die Geschäftsräume befinden sich jetzt am Thy 9.

Auch auf ihren Berufsstand hatte die Corona-Pandemie massive Auswirkungen. Gut sechs Wochen lang musste sie ihr Geschäft geschlossen halten. Als sie dann wieder arbeiten durfte, konnte sie sich vor Arbeit kaum retten. Außerdem hat sie schon vor einiger Zeit ihr Angebot erweitert. So ist unter anderem die Neugeborenenfotografie dazu gekommen. Außerdem kommt Sonja Klanke auch zu den Menschen und fotografiert sie – wenn das gewünscht ist – in ihrer häuslichen Umgebung.

Hochzeiten – sonst eine an sich sichere Einnahmequellen für Fotografen – gibt es allerdings derzeit immer noch nicht zu fotografieren. „Ich habe ein Paar, das musste schon dreimal seinen Termin verschieben“, berichtet sie: „Das finde ich besonders traurig für die beiden.“

Traumberuf

Für Sonja Klanke ist Fotografin ihr Traumberuf. Entsprechend freut sie sich, dass ihr Handwerk zunehmend wieder gefragter ist. „Sind Fotos von einem Fotografen gemacht, entstehen andere Bilder als die, die der Laie anfertigen kann. Durch den Fotografen bekommen die Bilder auch eine andere Sicht der fotografierten Person“, sagt sie.

Zudem hat sie festgestellt, dass das online angelegte Fotobuch dem klassischen Fotoalbum keineswegs den Rang abgelaufen hat. „Die Leute basteln wieder gern, gestalten das Album individuell selbst“, nennt sie Beispiele. Entsprechend hat sie sich mit ihrem Sortiment auf die Nachfrage eingestellt.

Sonja Klanke kann in diesem Jahr ein Jubiläum feiern: Vor 25 Jahren hat sie ihre Meisterprüfung abgelegt. Die aus dem niedersächsischen Diepholz stammende Fotografin hatte zuvor vier Jahre in Landshut gearbeitet. Nach der Meisterprüfung in Hamburg zog es sie ins Sauerland. „Da hat es mir aber gar nicht gefallen“, blickt sie zurück. Dann habe sie sich in Brakel selbstständig gemacht. Sonja Klanke: „Die Gegend ist schön, die Landschaft gefällt mir, und auch mit den Leuten ist das hier ganz anders.“

Vielseitigkeit

An ihrem Beruf liebt Sonja Klanke unter anderem die Vielseitigkeit. „Man lernt viele Menschen kennen, Kulturen und Religionen“, nennt sie Beispiele. Und die Technik an sich gefällt ihr – auch wenn die sich massiv gewandelt hat. Spielten am Anfang ihrer Fotografinnenkarriere noch Filme – seien es Kleinbild-, Roll oder Planfilme – eine große Rolle, sind diese inzwischen völlig in der Versenkung verschwunden. „Meine analoge Kamera habe ich beim Umzug des Ladens eingemottet“, sagt sie. Benutzt habe sie die ohnehin schon lange nicht mehr.

Sonja Klanke fotografiert ausschließlich digital. „Viel Zeit spart man so aber nicht. Die Leute sind anspruchsvoller geworden, wollen oft eine sehr aufwändige Bearbeitung“, hat sie festgestellt. Doch eines hat sich – egal ob die Aufnahmen analog oder digital entstehen – nicht geändert: „Der Besuch beim Fotografen ist immer ein Erlebnis.“

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