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Emely Häder findet bei Cornelia Sander in Brakel ihre Wunschausbildung

Vom Kindheitstraum zur Wirklichkeit

Brakel

Der Traumberuf: Einige suchen sehr lange danach, viele ihr ganzes Leben. Emely Häder wusste aber bereits als kleines Kind, dass sie einmal Friseurin werden möchte.

Emely Häder (Mitte)ist bereits ein paar Monate nach Start im Salon von Cornelia Sander in Brakel ein festes Mitglied im eingespielten Team. Chefin Cornelia Sander (Zweite von links) bildet trotz Pandemie weiter aus. Foto: Agentur für Arbeit

Diesen Traum hat sie sich nun verwirklicht: Mit Unterstützung der Agentur für Arbeit konnte sie zum 1. August 2021 eine Ausbildung im Brakeler Friseursalon von Cornelia Sander starten, wie die Agentur mitteilt.

„Friseur & Lounge bei Conny“ heißt der Salon, bei dem die 17-jährige Emely Häder nun ihre Ausbildung zum Friseur macht. „Ich war schon als kleines Kind daran interessiert. Ich wollte immer mit, wenn meine Eltern beim Friseur waren und zuschauen. In der Schule habe ich dann ein Praktikum in einem Salon absolviert, das hat den Wunsch für mich nur noch gefestigt“, berichtet sie von ihren Beweggründen.

Die Branche ist vorsichtiger geworden

Diesen Wunsch hat sie auch mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit geteilt. Gemeinsam mit dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur und des Jobcenters Kreis Höxter begab man sich auf die Suche nach einer passenden Stelle für Emely. In Corona-Zeiten kein einfaches Unterfangen, weiß die zuständige Vermittlerin Simone Schum vom Arbeitgeber-Service: „Vor der Corona-Pandemie haben die Salons händeringend nach Auszubildenden gesucht. Es gab so viele Stellen, dass es schwer war, die passenden Jugendlichen zu finden. Seit Anfang der Pandemie hat sich das Bild bei den Friseuren komplett gedreht: Die Branche ist vorsichtiger geworden, da sie nicht weiß, mit welchen Auflagen sie als nächstes rechnen muss. Die Umsätze sind teils eingebrochen. Das hat sich stark auf die Ausbildungsbereitschaft ausgewirkt.“

Die Expertin betont aber auch: Cornelia Sander und ihr Brakeler Salon seien eine der Ausnahmen. Hier wurde und wird trotz Pandemie weiter fleißig ausgebildet. Wohl auch, weil der Friseurmeisterin die Bedeutung von Ausbildung für den Erfolg des eigenen Betriebs bewusst ist. Mit 28 Ausbildungen in 40 Jahren Selbstständigkeit spielt sie ganz vorne mit: „Mein ganzes Team hat die Ausbildung hier absolviert, sie sind quasi hier geboren. Da entsteht ein Zusammenhalt und die investierte Zeit bekommt man dann auch zurück. Außerdem müssen ausgebildete Facharbeiter, wenn sie hier anfangen, trotzdem noch in die Betriebsabläufe eingearbeitet werden, auch das kostet Zeit. Ausbildung ist das A und O.“

Wichtig ist die Kreativität

Bei der Suche nach passenden Bewerbern verlasse sie sich sehr auf Simone Schum und die anderen Experten der Arbeitsagentur – meist mit Erfolg, wie sie betont. So auch bei Emely. Cornelia Sander erinnert sich: „Wichtig sind für mich vor allem ein gepflegtes Erscheinungsbild, Freundlichkeit und die Kreativität. Emely bringt alles mit. Sie ist direkt wie ein Strahlemann hier hereingekommen und war sofort dabei. Die Kreativität hat man dann beim Probearbeiten erkannt. Sie schminkt sich auch jeden Tag die Augen – und zwar jeden Tag anders. Das zeigt schon den Drang zur kreativen Berufsrichtung.“

Besonders positiv: Emely habe nichts über ihre Eltern laufen lassen, sich immer selbst gemeldet. Auch daran könne man schon die eigene Motivation der Jugendlichen feststellen, so Sander. Und: Die Einstellung ist bei ihr immer auch eine Teamfrage – und alle haben zugestimmt, dass Emely ins Team passt.

Salon ist vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie gekommen

Emely selbst ist sehr glücklich über ihre Ausbildung. „Es ist genau wie ich es mir vorgestellt hatte – nur mit deutlich mehr putzen“, berichtet sie schmunzelnd und das ganze Team lacht. Aber: „Das ist vollkommen okay, da mir wirklich alles andere so viel Spaß macht. Ich darf bereits jetzt an Modellen selbst schneiden und sogar färben, auch ein mehrtägiges Seminar hat Frau Sander bereits organisiert.“

Das kommende Seminar solle im April folgen. „Das finden wir sehr wichtig, da sich ein Trainer viel mehr Zeit nehmen kann als wir hier im Salon“, erklärt Emelys Chefin.

Der Salon von Cornelia Sander ist vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen, hat sich den neuen Gegebenheiten erfolgreich angepasst. Im Rahmen der Omikron-Welle gingen die Umsätze dann aber doch spürbar zurück. Trotzdem will Cornelia Sander an ihren Ausbildungsbemühungen festhalten: „Das hat sich bewährt und nur so bekomme ich Mitarbeiter, die einfach super in unseren Betrieb passen.“ Arbeitgeber, die Ausbildungsstellen melden möchten, können sich beim Arbeitgeber-Service unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/ 4555520 oder per E-Mail an Hoexter.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de melden. Jugendliche, die auf Ausbildungssuche sind und gerne ihre Möglichkeiten kennen lernen möchten, können unter der Telefonnummer 0800/4555500 oder der E-Mail-Adresse Hoexter.Jugendberufsagentur@arbeitsagentur.de Kontakt zur Berufsberatung in der Jugendberufsagentur Höxter aufnehmen.

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