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Fachleute informieren über neue Regelungen in der Düngeverordnung

Wasser als Lebensmittel schützen

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Die Landschaft im Kreis Höxter ist im Wesentlichen durch die landwirtschaftliche Nutzung von Acker- und Grünland geprägt. Diese Flächen werden größtenteils auch gedüngt.

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Die Maßnahmen durch die neue Düngeverordnung stellen die landwirtschaftlichen Betriebe vor große Herausforderungen. Foto: Philipp Schulze/dpa

Bezüglich der Düngung mit Stickstoff und Phosphor wurden die gesetzlichen Vorschriften in den letzten Jahren deutlich verschärft. So wurde die in 2017 novellierte bundesweit gültige Düngeverordnung bereits in diesem Jahr wieder mit neuen Auflagen aktualisiert.

Um dem Informationsbedarf seitens der Landwirte Gerecht zu werden, hat die Landwirtschaftskammer NRW in den drei Kreisen Höxter, Lippe und Paderborn intensiv über dieses Thema informiert. Bedingt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie konnte dies nicht, wie üblich, in Präsenzveranstaltungen, sondern über die digitalen Medien erfolgen.

In insgesamt fünf Online-Seminaren, die durch Georg Gievers aus dem Kreis Höxter und Gunrad Deilke aus den Kreis Lippe als Vertreter der Wasserkooperationen durchgeführt worden sind, konnten die die Landwirte die entsprechenden Informationen bekommen.

„Neben der Kooperationsberatung zur umweltgerechten Düngung in der Landwirtschaft und im Gartenbau nimmt die Vermittlung der sich weiter verschärfenden Gesetzgebung eine immer größere Rolle ein“, so Georg Gievers von der Wasserkooperation Höxter.

Die Vorgaben der neuen bundeseinheitlichen Düngeverordnung begrenzten unter anderem den Zeitraum und auch die Menge bei der Ausbringung von organischen und mineralischen Düngemitteln.

So dürften im Herbst einige Kulturen gar nicht mehr gedüngt werden, und die maximale Höhe der Nährstoffgabe sei durch die Ertragseinschätzung und im Boden vorhandene Nährstoffe begrenzt.

Gievers: „Weitere Regelverschärfungen gibt es bei der Lagerung von betriebseigenen organischen Düngern. Hier sind die vorzuhaltenden Zeiträume ausgedehnt worden.“

Einen erheblichen Anteil an den zu erfüllenden Auflagen nehme mittlerweile die bürokratische Ebene ein. Es müsse der Düngebedarf berechnet, die tatsächliche Düngung dokumentiert werden und beides für alle Fläche summiert und abschließend saldiert werden.

Neu in der Düngeverordnung seien die Regelungen zur Bewirtschaftung von Hangneigungen an Gewässern. Georg Gievers: „Je nach Neigung der Flächen zum Gewässer sind hier Düngungsverbote von einem bis fünf Metern vorgeschrieben. Zu diesem Thema wurde parallel noch das Wasserhaushaltsgesetz novelliert. Es schreibt von fünf Prozent Hangneigung einen fünf Meter breiten Grasstreifen zum Gewässer vor.“

All diese Vorschriften dienten dazu, die landwirtschaftliche Düngung zu optimieren um Nährstoffeinträge ins Grundwasser oder Oberflächengewässer zu verringern beziehungsweise zu vermeiden. „Der Grundgedanke ist dabei das Wasser als Lebensmittel zu schützen“, führte der Fachmann aus dem Kreis Höxter aus.

„In Summe aller Maßnahmen durch die neue Düngeverordnung werden die landwirtschaftlichen Betriebe vor große Herausforderungen gestellt“, so Gievers.

In der nächsten Zeit werden weitere digitale Seminare mit Informationen und als Hilfestellung durch die Landwirtschaftskammer NRW für die Landwirte in der Region angeboten. Schwerpunkte sind Themen rund um den Pflanzenbau und Gewässerschutz. Aber auch Themen aus der Verwaltung und dem Förderrecht werden behandelt.

Georg Gievers von der Wasserkooperation im Kreis Höxter Foto: Wasserkooperation
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