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In Gehrden ist ein Baumhaushotel in Planung

Wohnen in den Wipfeln

Brakel-Gehrden (WB). Ein Baumhaushotel soll in Zukunft als neuer touristischer Anziehungspunkt in Gehrden dienen. Die Idee dazu hatte Dieter Tillmann, der mit seiner Frau Sonja schon mehrmals in einem Baumhaus übernachtet hat.

Ellen Waldeyer

Vier Meter über dem Boden sollen die Zimmer für die Gäste in den Bäumen errichtet werden. Der Bezirksausschuss hat sich kürzlich hinter die Projektidee auf dem Agathenberg gestellt. Hier sind Gebäude des Baumhaushotels Solling in der Nähe von Schönhagen zu sehen. Foto: dpa

Zunächst übernachtete Sonja Tillmann im Oktober mit Freundinnen in einem der Naturhäuser im Solling. Danach war sie so begeistert, dass sie gemeinsam mit ihrem Mann verschiedene weitere Baumhaushotels aufsuchte. „Das ist einfach ein ganz spezielles Erlebnis“, schwärmt Dieter Tillmann. Die Konkretisierung der Pläne für ein Baumhaushotel in Gehrden entstand in der Corona-Zeit. Bislang seien die Pläne noch recht grob, sicher ist jedoch, dass die etwa 25 Quadratmeter großen Baumhäuser auf dem Agathenberg (auf der gegenüberliegenden Seite des Schlosses Gehrden) gebaut werden sollen.

Häuser auf Stelzen

In vier Metern Höhe sollen die Häuser auf Stelzen stehen, um den Bäumen nicht zu schaden. Da sie direkt unter und an dem Baum gebaut sind, sollen die Gäste das Gefühl haben, tatsächlich im Baum zu sein. „Durch große Glasfenster können sie den weiten Blick in die Natur genießen und abends durch ein Dachfenster den funkelnden Sternenhimmel betrachten“, erläutert Tillmann. Der Innenraum der Häuser soll aufgebaut sein wie ein großes Hotelzimmer mit Schlafraum, Sitzecke, Balkon sowie Dusche und WC. Zwei bis vier Gäste sollen in den Räumen Platz finden.

Das alte Fachwerkhaus, das bereits auf dem Grundstück steht, soll ebenfalls genutzt werden und zukünftig als Gemeinschaftsraum dienen. „Derzeit gibt es aber noch keinen Kanalanschluss, deshalb wird das Haus kaum genutzt“, erklärt Dieter Tillmann. Auch Strom und Wasser sollen zu den Baumhäusern gelegt werden.

Kooperation mit Schloss Gehrden

Zunächst erläuterte Dieter Tillmann Jens-Uwe Göke sein Vorhaben, der das Schloss Gehrden vor einigen Jahren erworben hat und dem das ausgewählte Grundstück gehört. Er zeigte sich begeistert von der Idee und möchte diese gemeinsam mit den Tillmanns umsetzen. Die Idee des Baumhaushotels wurde auch schon im Bezirksausschuss besprochen. Die Mitglieder waren ebenfalls angetan und stimmten einstimmig für den Vorschlag. Einen genauen Starttermin gibt es noch nicht, da noch Baugenehmigungen eingeholt und Gespräche mit Stadt und Kreis geführt werden müssten.

Dieter Tillmann hofft, dass schon im nächsten Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. „Das sind aber sehr optimistische Pläne“, gibt der Landwirt zu bedenken.

„Die Leute suchen etwas Besonderes“

Das Baumhaushotel sei in keinem Fall Konkurrenz für das Schlosshotel. „In einem Baumhaus werden sicherlich Abenteuerlustige oder Familien übernachten. Das ist ein ganz anderes Klientel als im Schloss“, betont Tillmann. Für das Frühstück im Baumhaus sorge das Schloss, das die Gäste mit einem gut gefüllten Korb beliefert. Weiterhin gebe es auch die Möglichkeit, im Schloss zu essen. „Für das Ambiente ist ein solches Frühstück im Sommer auf dem Balkon des Baumhauses unter den Laubdächern einfach grandios“, sagt der 44-jährige Gehrdener.

Dieter Tillmann ist überzeugt, dass Urlaub in Deutschland nicht nur in diesem Jahr, sondern auch zukünftig wieder mehr wertgeschätzt werde. „Die Leute suchen ja etwas Besonderes und ein Baumhaushotel bietet sicherlich ein wenig Abenteuer, aber auch Entspannung für Kurzurlaube“, meint Tillmann.

Kommentar von Marius Thöne

Bei dieser Idee der Eheleute Tillmann werden Erinnerungen an die Kindheit wach – an das eigene Baumhaus, die ersten eigenen vier Wände, Übernachtungen im Freien und das Gefühl von Abenteuer. An diese Erinnerungen müssen die zukünftigen Betreiber des Baumhaushotels appellieren, um erste Schritte zum Erfolg zu gehen. Es wäre schön, wenn sich dieses Projekt in Gehrden verwirklichen ließe. Urlaubsangebote abseits von Pauschalreisen sind heute gefragt. Und gerade mit solchen außergewöhnlichen Angeboten kann eine Region wie unsere gegenüber den Hotspots an den Meeren und in den Bergen punkten. Es braucht mehr solcher Impulse im Kreis Höxter.

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