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Kreisweite Zunahme der Ansteckungen - Inzidenz bei 77,7

Corona-Lage in Willebadessen verschärft sich weiter

Kreis Höxter

Die Coronafälle im Kreis Höxter haben am Freitag erneut stark zugenommen. 36 Neuinfektionen meldete das Gesundheitsamt. Die Zahl der aktiv Infizierten stieg um 32 auf 155. Der Inzidenzwert lag um Mitternacht bei 77,7. Außer in Marienmünster und Nieheim sind in jeder Stadt neue Ansteckungen registriert worden. Die Lage im Hotspot Willebadessen verschärft sich weiter.    

Von Marius Thöne

Im Kreis Höxter werden derzeit keine Corona-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Foto: Matthias Balk/dpa

Hier sind in den vergangenen 24 Stunden allein 14 neue Infizierte registriert worden. Insgesamt sind im Eggestädtchen derzeit 58 (+14) Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf einen neuen Höchstwert von 536.

Gesundheitsamt stockt Personal auf

In Willebadessen haben sich nach Angaben von Gesundheitsamtschef Dr. Ronald Woltering besonders viele ungeimpfte Personen im Zusammenhang mit einem Gottesdienst und im privaten Umfeld angesteckt. "Es sind mehrere Familien mit allen Mitgliedern betroffen", sagte Woltering am Mittwoch.

Aufgrund der derzeit geltenden Lockerungen sei auch der Kreis von Kontaktpersonen, die sich derzeit in angeordneter Quarantäne befinden, sehr groß.
Auch Willebadessens Bürgermeister Norbert Hofnagel sieht den Grund für die ansteigenden Infektionszahlen in den geltenden Lockerungen, besonders mit Blick auf größere Veranstaltungen. Deshalb appelliert er an die Bürgerinnen und Bürger: „Auch wenn größere, private Veranstaltungen in Innenräumen mit Masken erlaubt sind, so sollten diese trotzdem nach Möglichkeit nach draußen verlegt werden. Hier ist das Verbreitungsrisiko des Coronavirus nachweislich geringer. Allen privaten Gastgeberinnen und Gastgebern muss die Gesundheit ihrer Gäste am Herzen liegen, deshalb bitte ich sie auch um freiwillige Rücksichtnahme", so Hofnagel am Mittwoch.

Vor dem Hintergrund der ansteigenden Neuinfektionen hat das Gesundheitsamt das Personal im Bereich der Kontaktnachverfolgung wieder aufgestockt. 

Blick in die Kommunen

Bad Driburg: 3 (+1) aktiv Infizierte, eine Neuinfektion, Inzidenz 15,7.

Beverungen: 10 (+1) aktiv Infizierte, eine Neuinfektion, Inzidenz 60.

Borgentreich: 2 (+1) aktiv Infizierte, eine Neuinfektion, Inzidenz 22,3.

Brakel: 19 (+1) aktiv Infizierte, zwei Neuinfektionen, Inzidenz 43,2.

Höxter: 19 (+5) aktiv Infizierte, sechs Neuinfektionen, Inzidenz 41,9.

Marienmünster: 2 (+/-0) aktiv Infizierte, keine Neuinfektion, Inzidenz 0.

Nieheim: 1 (+/-0) aktiv Infizierte, keine Neuinfektion, Inzidenz 0.

Steinheim: 16 (+6) aktiv Infizierte, sieben Neuinfektionen, Inzidenz 110,2.

Warburg: 25 (+3) aktiv Infizierte, vier Neuinfektionen, Inzidenz 85,6.

Willebadessen: 58 (+14) aktiv Infizierte, 14 Neuinfektionen, Inzidenz 536,0.

Diese Regeln gelten jetzt

Die neue Coronaschutzverordnung, die seit heute gilt, hat eine neue Systematik. Viele Maßnahmenstufen fallen weg. Lediglich die Beachtung der sogenannten „3-G-Regel“ ist an eine Inzidenz von 35 oder mehr geknüpft. Das dreifache G steht für geimpft, genesen oder getestet. Entscheidend hierfür ist nicht nur die Inzidenz eines Kreises oder kreisfreien Stadt, sondern vor allem die Landes-Inzidenz. Sie liegt derzeit in NRW bei 83,4.

Die neue Verordnung ist geprägt von dem Grundsatz, dass Geimpften und Genesenen grundsätzlich alle Einrichtungen und Angebote wieder offenstehen. Von den bisherigen Schutzmaßnahmen verbleiben nur noch eine verbindliche Maskenpflicht in Innenräumen und an anderen infektionskritischen Orten. Wer nicht geimpft oder genesen ist, für den gilt bei Veranstaltungen in Innenräumen eine Testpflicht („3-G-Regel“).

Die sonstigen bewährten Verhaltensregeln (AHA) bleiben für Privatpersonen weiterhin empfohlen. Bestimmte Lüftungs- und Reinigungsvorgaben sind in einer kurzen Anlage zusammengefasst und ergänzen die Infektionsschutzvorgaben für Betriebsinhaberinnen und -inhaber.

 Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens einen negativen Antigen-Schnelltest oder einen negativen PCR-Tests vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Diese Regel gilt für folgende Bereiche:

Veranstaltungen in Innenräumen (zusätzlich Hygienekonzept) Sport in Innenräumen Innengastronomie Körpernahe Dienstleistungen Beherbergung Großveranstaltungen im Freien (ab 2.500 Personen)

Außerdem gilt die Regel gemäß dem Beschluss der Bund-Länder-Beratungen auch für Bereiche mit besonders hohem Risiko für Mehrfachansteckungen, also in Clubs, Diskotheken und ähnlichen Einrichtungen sowie bei Tanzveranstaltungen einschließlich privaten Feiern mit Tanz. Hier muss allerdings ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, ein Antigen-Schnelltest ist nicht ausreichend. Gleiches gilt bei sexuellen Dienstleistungen.

Pflegeeinrichtungen

Für den Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe und Unterkünfte für Geflüchtete sowie stationären Einrichtungen der Sozialhilfe gilt die 3G-Regel generell, also nicht erst ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35. Schulpflichtige Kinder und Jugendliche gelten aufgrund ihrer Teilnahme an den verbindlichen Schultestungen als getestete Personen. Sie brauchen dort, wo die 3G-Regel gilt, lediglich ihren Schülerausweis vorzulegen. Kinder bis zum Schuleintritt sind ohne Vornahme eines Coronatests getesteten Personen gleichgestellt.

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