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Reaktion auf die Ablehnung des städetbaulichen Entwicklungskonzeptes durch CDU, SPD, UWG und WGB im Rat

Grüne in Marienmünster wollen ISEK nicht aufgeben

Marienmünster

Nicht nur Marienmünsters Bürgermeister Josef Suermann fühlte sich regelrecht vor den Kopf gestoßen, als CDU, SPD, UWG und WGB in der letzten Ratssitzung das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) völlig überraschend kippten. Auch die Grünen im Stadrat sind fassungslos und reagieren jetzt in einer Stellungnahme. 

Für die Ortschaften Bredenborn und Vörden gab es beim zweiten Forum im Saal der Abtei Marienmünster eigene Gesprächsrunden von interessierten Bürgern. Am Ende stand die Ideensammlung im Fokus. Hartmut Lüdeling („ARGE Dorfentwicklung“) gehörte zu den Moderatoren. Fünf Veranstaltungen hat es insgesamt gegeben - jetzt ist das ISEK für Marienmünster geplatzt.  Foto: Harald Iding

Die Vorbereitungen für das ISEK mit Bürgern, der Verwaltung, der Politik, der Bezirksregierung waren intensiv. Fünf Veranstaltungen haben stattgefunden, bei denen informiert wurde und bei denen sich die Bürger einbringen konnten. Im Vorfeld wurde selektiert, einige Vorhaben herausgenommen, um einen übersichtlichen Rahmen zu behalten.

Unvorbereitete Fehlentscheidung

„Und dann die unvorbereitete Fehlentscheidung der meisten Parteien, wahrscheinlich aus Unwissenheit“, sagen die Grünen-Sprecher Rainer Neumann und Jutta Fritzsche. „Natürlich wären Kosten entstanden. Die wären jedoch pro Projekt jedesmal neu durchdacht und entschieden worden -   unter Mitwirkung des Rates und mit einer Gesamtlaufzeit von 8 Jahren“, erklären sie.

Fördermittel bieten Chancen

Die finanzielle Situation der Kommunen werde sich in Zukunft verändern. Jedoch gerade da gebe es eine Chance, durch die Fördermittel etwas zu bewegen und die Stadt sich weiter entwickeln zu lassen.  „Jedem, der sich entscheidet, privat Fördermittel für Umbauten im innerörtlichen Bereich zu beantragen, wird somit die Möglichkeit, günstiger zu finanzieren, vorerst genommen. Letztendlich wird das Engagement derjenigen Menschen, die sich bisher intensivst in den fünf Veranstaltungen eingesetzt und Ideen zur Umgestaltung unserer Stadt entwickelt haben, mit Füßen getreten“, macht Jutta Fritzsche deutlich.

Und auch die Verwaltung sei ja knapp zwei Jahre mit Beantragung und Organisation beschäftigt gewesen. Für vorbereitende Arbeiten müsse die Stadt nun 40.000 bis 50.000 Euro an zwei Unternehmen zahen - ohne Förderung. Ob die Bezirksregierung oder das Land nach diesem Desaster überhaupt in naher Zukunft der Kommune Marienmünster noch einmal die Chance geben wird, Fördermittel zu erhalten, ist aus Sicht der Grünen sehr fraglich.

Skaterpark und grüne Ortsmitte

Grundsätzlich gehe es um die Frage, derartige Förderungen anzunehmen, um das Stadtbild der beiden großen Orte Vörden und Bredenborn attraktiv und einladend zu gestalten, oder sie verfallen und unansehnlich werden zu lassen. Visionen und Projekte der anderen elf Ortschaften könnten im Übrigen durch das Programm Dorferneuerung mit Fördermitteln unterstützt werden.

„Wir Grünen sind von Beginn des Projektes an begeistert“, heißt es abschließend. Es sei aber wichtig, sich im Vorfeld intensiv damit zu beschäftigen, um die Vorteile für die Kommune zu erkennen. Die Grünen zitieren die Agenda für Vörden, in der ein Skatepark für junge Leute vorgesehen war, die Neugestaltung des Platzes der Container, daran angebunden Stellplätze für Wohnmobile, eine attraktive Neugestaltung der Amtsstrasse, die Neugestaltung des historischen Eichenwäldchens hinter der Volksbank. In Bredenborn ging es um die Neugestaltung des Terrains vor der Schützenhalle, grüne Ortsmitte, Wegeverbindung Quellgebiet Bangern/ Nieheimer Straße. Diese Chance sei jetzt vertan, sagen die Grünen, die allerdings immer noch daran glauben, mit den anderen Parteien einen Konsens finden zu können, um dieses Programm wieder neu aufleben lassen zu können. Jutta Fritzsche: „Hoffentlich noch in diesem Jahr. Wir arbeiten daran.“

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