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Angekommen: Petriganztag in Höxter fühlt sich in den jetzt fertig eingerichteten Räumen wohl

290 Ganztagskinder freuen sich über 1400 Quadratmeter großen Neubau

Höxter

Die Mitarbeiter des Petriganztags in Höxter wissen, wie ein Tag für Kinder mit Erlebnissen, Bildung und Betreuung gestaltet werden muss. Der OGS ist eine Tageseinrichtung für Mädchen und Jungen im Anschluss an die Unterrichtszeit in der Grundschule. Seit diesem Frühjahr haben die Kinder und ihre Betreuer die beiden schicken neuen Anbauten am Petrischulgebäude bezogen. Die großzügigen Räume sind ein Quantensprung für die Katholische Grundschule. Das WESTFALEN-BLATT hat den "neuen" Ganztag besucht.

Von Michael Robrecht

Blick in einen der neuen Gruppenräume im Petriganztag in Höxter (Petrigrundschule) Foto: Michael Robrecht

Grundschule und Ganztag Hand in Hand

Grundsätzlich haben Ganztag und Schule gleiche oder ähnliche Bildungsziele, jedoch mit einer anderen schwerpunktmäßigen und methodischen Umsetzung. „Der offene Ganztag beginnt nach Unterrichtsschluss. Treffpunkt für die Kinder ist der jeweilige Gruppenraum des Jahrgangs. Von dort aus gehen die Kinder einer Jahrgangstufe in die Mensa. Dort wird gemeinsam das Mittagessen eingenommen“, berichtet Gabi Schubring, Leiterin der Ganztagseinrichtung.

Gabi Schubring, Leiterin der Ganztagseinrichtung, und Gabi Knopf (rechts/Vorsitzende Förderverein Petriganztag) wissen, wie wichtig nach den Hausaufgaben ein Freizeitprogramm und Entspannung für Kinder ist. Foto: Michael Robrecht

Nach einer Spiel- und Entspannungspause geht es in die Hausaufgabenbetreuung. Die Betreuung laufe in kleinen Gruppen in den neuen farblich und thematisch unterschiedlich gestalteten Räumen. Hausaufgaben stehen aber nicht im Mittelpunkt der Betreuung bis 16 Uhr. Die Freizeit für die Kinder wird besonders kreativ gestaltet. „Sie entscheiden selbst, ob sie spielen, basteln oder an den verschiedenen AGs oder Projekten teilnehmen möchten“, schildert Gabi Schubring beim Rundgang durch die ansprechenden Anbauten.

2,7 Millionen-Euro für neuen Ganztag

Auf ihren neuen Ganztag hatte die Petrischule in Höxter lange gewartet:   Für 2,7 Millionen Euro sind zwei Gebäude an der Bollerbachseite der Grundschule entstanden. Die Hochbauabteilung der Stadt hat den Ganztagsneubau neben dem 1950er-Jahre-Altbau selbst geplant.

Der westliche Anbauteil am Bollerbach. Foto: Michael Robrecht
Der östliche Neubau mit Mensa-Saal. Foto: Michael Robrecht

Petrischulleiterin Margit Streicher-Bönnighausen und Ganztagsleiterin Gabi Schubring sagen, dass der Ganztag im Schulkeller räumlich schon sehr lange an seine Grenzen gestoßen sei. Von den fast 400 Grundschülern würden in diesem Jahr 260 im Ganztag betreut. Dafür sei endlich eine zeitgemäße Betreuungsmöglichkeit geschaffen worden. Gabi Schubring lobte die Ratsfraktionen, die sich alle – oft nach ausführlichen Ortsbesichtigungen – des dringenden Themas angenommen hätten. Vor wenigen Wochen haben die Ratsmitglieder nun den neuen Ganztag besichtigt und waren erfreut über das gelungene Bauprojekt.

Blick in den Mehrzweckraum: Mensa, Versammlungssaal und Raum für AGs. Foto: Michael Robrecht

2004 hat die OGS mit 25 Kindern in der Betreuung begonnen.  2023 sollen es 290 Kinder und 38 Mitarbeiter sein!  Das entspricht bald der Zielquote des Landes von 75 Prozent für das Jahr 2025.  In der Kernstadt Höxter, aber auch auf den Ortschaften, werden die Betreuungsangebote für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer wichtiger.

Gabi Schubring und Gabi Knopf greifen ins Rad: Spielen gehört einfach zum Ganztag. Foto: Michael Robrecht

2,7 Millionen Euro hat die Stadt für den Anbau Petrischule aus eigenen Mitteln in die Hand genommen, um zwei neue Gebäude zu errichten. Dabei kam der bestehende Bau der Petrischule den Planungen entgegen. Denn die Gänge der beiden Gebäudeflügel haben jeweils nur auf einer Seite Klassenräume. Die gegenüberliegenden Seiten boten sich für die Anbauten an. So war die direkte Anbindung des Neubaus an die vorhandenen Flure möglich. Gleichzeitig wurde der vorhandene Keller, bisher der Ort für die OGS, trockengelegt und die bisher nicht genutzte Flächen umgestaltet. „Auf 1400 Quadratmetern Fläche entstanden im Neubau Betreuungsmöglichkeiten auf modernstem Stand für die Kinder“, so Gabi Schubring.

Die Möbel und die Raumgestaltung sind mit Betreuern und Kindern abgeprochen worden. Foto: Michael Robrecht

Großer Mehrzweckraum

Die Ganztagskinder sind in verschiedene Betreuungsgruppen aufgeteilt. Foto: Michael Robrecht

Auf der vom Eingang aus gesehen östlichen Seite wurde ein eingeschossiger Mehrzweckraum mit Küche und Toilettenanlage gebaut. Zu drei Essensausgabezeiten kommen die Mädchen und Jungen in den großen Mensa-Raum. Gesundes Essen, Rohkost, eine optisch ansprechende Präsentation und Mitarbeiter, die fragen, was die Kinder essen möchten, all das gehört zum Konzept. Der Mehrzweckraum soll auch für Elternabende, Sitzungen auch von städtischen Gremien und AGs genutzt werden. Ein großer Wunsch der OGS sind noch Spiegel im großen Raum, damit die Tanz-AG dort üben kann. Eine digitale Tafel ist schon angebracht worden.

Frische Luft und Sport gehören auch zum Angebot. Ein schöner Sportplatz liegt neben der Petrigrundschule in Höxter. Foto: Michael Robrecht

Auf dem Gründach kann ein Schulgarten angelegt werden.  Auf der West-Seite stehen im Anbau Gruppen- und Betreuungsräume für die Offene Ganztagsschule bereit. Mit jeweils sechs Räumen auf zwei Etagen entstanden zwölf neue Räume, sodass für jeden der vier Jahrgänge drei Räume zur Verfügung stehen. „Viele wurden einbezogen. Die Planungen sind  in enger Abstimmung mit der Schulleitung, dem Förderverein und der Leitung der OGS vorgenommen worden, schilderte Gabi Knopf, Vorsitzende des Fördervereins Petriganztag. Zudem wolle man vorbereitet sein, wenn demnächst der Rechtsanspruch für Ganztagsplätze umgesetzt werden müsse und weitere Schülerinnen und Schüler sich anmelden wollten.

Bei der Ausstattung haben die Kinder und Betreuer ein gewichtiges Wort mitgesprochen.  In einer Eishöhle ist Entspannung angesagt. Neueste Erkenntnisse der Pädagogik und Betreuung seien umgesetzt worden, nannte Gabi Schubring ein Beispiel. Betreuerinnen hätten selbst zu Pinsel und Farbe gegriffen und Wandbilder gestaltet.

In der Petrischule geht es bunt zu. Foto: Michael Robrecht
Der Petriganztag arbeitet schon seit vielen Jahren mit den Grundschulkindern. Foto: Michael Robrecht

Ganztag mehr gefragt als noch vor Jahren

Das Petri-Cup-Fußballturnier begeisterte zuletzt die Ganztagskinder. Theater, Speed Stacking, Trampolin oder Schach seien weitere Angebot, die ansprechen. Neu wird ab Sommer 2022 eine Kooperation mit der Musikschule Höxter sein. Kinder können im Ganztag ein Instrument lernen und müssen nicht erst noch nach 16 Uhr zur Musikschule gehen. Das sei für Eltern und Kinder sehr praktisch. Der Ganztag werde gebraucht, meint Gabi Schubring. Das belege die hohe Anmeldezahl. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehöre heute einfach dazu.

Was für eine tolle Ecke zum Chillen. Foto:

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