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Polizei registriert Welle von Telefonbetrügereien in Ovenhausen – Gezieltes Vorgehen

23 Anrufe von falschen Polizisten

Höxter (WB). Die Welle von betrügerischen Anrufen von falschen Polizisten geht weiter. Am Montag wurden in Ovenhausen innerhalb weniger Stunden 23 Fälle bei der Polizei gemeldet, in denen Unbekannte vornehmlich ältere Mitbürger anriefen, um sie nach Bargeld oder Wertgegenständen auszuhorchen. „Erfolgreich waren die Betrüger offenbar nicht“, sagt Polizeisprecher Jörg Niggemann, der von einem „gezielten Vorgehen“ eines Täters oder einer Tätergruppe spricht. Diese beschränken sich dabei offenbar auf eine sehr begrenztes räumliches Umfeld.

Marius Thöne

Anrufe falscher Polizisten nehmen im Kreis wieder zu. Am Montag wurden nach Angaben der Polizei 23 Fälle aus Ovenhausen angezeigt. Dass die Angerufenen aus einem Ort stammen, könnte Teil eines gezielten Vorgehens sein. Foto: dpa

Viele Fälle in Brakel

Erst vor einer Woche wurden der Polizei zwei dutzend Anrufe aus Brakel gemeldet. Hier war die Masche der falschen Polizisten in einem Fall erfolgreich. Ein unbekannter Mann fragte eine ältere Dame über ein Bankschließfach aus, das die Frau auch tatsächlich besaß. In mehreren Gesprächen forderte der Unbekannte die Frau auf, Geld aus dem Schließfach zu holen, um zu prüfen, ob es echt sei. Das Opfer vertraute dem Anrufer offenbar, weil dieser sich als Polizist ausgab. Sie holte eine hohe fünfstellige Summe von der Bank und übergab sie auf Anweisung des Anrufers an einen weiteren Unbekannten. Erst danach verständigten Angehörige des Opfers die Polizei.

Wieder mehr Anrufe

Jörg Niggemann berichtet, dass in den vergangenen Monaten ruhig um falsche Polizisten geworden sei. Erst in jüngster Zeit würden wieder mehr betrügerische Anrufe angezeigt. Das sei auch in den Nachbarkreisen Paderborn und Holzminden zu beobachten. „Die meisten Menschen reagieren richtig und legen auf. Das ist auch der beste Rat, den man geben kann“, sagte Niggemann. Anschließend sollten die Angerufenen die echte Polizei unter 110 verständigen. Niggemann weist darauf hin, dass es für die Ermittler nicht leicht sei, nachzuvollziehen von wo die Täter anrufen. Es gebe aber – unabhängig von den konkreten Fällen im Kreis Höxter – Hinweise auf Call-Center in der Türkei.

Betrüger nutzen Corona aus

Dabei kommt es vor, dass die Täter die Corona-Pandemie als Vorwand nutzen, um an das Geld vorwiegend älterer Leute zu kommen. In Mettmann wurde eine 96-Jährige vor vier Wochen um 12.000 Euro betrogen. Die Seniorin erhielt einen Anruf von einer weinenden Frau, die sich als ihre Tochter ausgab, berichtete an Corona erkrankt zu sein und nun ein teures Medikament aus den USA kaufen müsse. Das Geld übergab die 96-Jährige schließlich an die angebliche Sekretärin des behandelnden Arztes.

Von einem ähnlichen Fall berichtet die Polizei aus Bielefeld. Dort wurde eine 81-Jährige Opfer von Betrügern. Ein vermeintlicher Enkelsohn erzählte am Telefon ebenfalls von einer lebensgefährlichen Corona-Erkrankung und erschlich sich so am Ende einen fünfstelligen Betrag, der von einem angeblichen Krankenhausmitarbeiter an der Haustür der Seniorin abgeholt wurde.

Suche im Telefonbuch

Doch wie kommen die Täter eigentlich an die Telefonnummern die vornehmlich älteren Opfer? „Sie suchen gezielt im Telefonbuch nach altmodisch klingenden Vornamen“, heißt es von der Präventionsstelle der Polizei in Höxter. Die Experten raten darum, sich mit abgekürztem Vornamen in das Adressverzeichnis eintragen zu lassen.

Darüber hinaus empfiehlt die Polizei ein gutes Verhältnis zu seinen Nachbarn zu pflegen, die im Ernstfall um Rat gebeten werden können. Mehr Informationen gibt es im Internet .

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