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Angeklagter bedrohte Busfahrer in Höxter mit Messer – 180 Kilometer lange Irrfahrt

47-Jähriger nach Geiselnahme im Bus vor Gericht

Höxter (WB).   Weil er den Fahrer eines Linienbusses und einen Fahrgast als Geisel genommen haben soll , muss sich ein 47-Jähriger von Mittwoch an vor dem Landgericht Paderborn verantworten. Der Mann aus Höxter soll den Busfahrer im März 2017 mit einem Messer bedroht haben. Mehrere Stunden lang ließ er sich an dem Abend laut Anklage durch die Kreise Höxter und Holzminden im angrenzenden Niedersachsen fahren.

Mit solch einem Bus fand die Entführung statt. Foto: Michael Robrecht

 Dem verbliebenen Fahrgast des Kleinbusses war nach kurzer Zeit bei einem Tankstopp die Flucht gelungen . Für den Busfahrer endete der Schrecken erst nach einer rund 180 Kilometer langen Irrfahrt. Spezialkräfte der Polizei griffen schließlich zu - sie sollen dabei eine Pinkelpause des Beschuldigten genutzt haben. Bei der Fahrt durch die Randgebiete von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen hatten zahlreiche Streifenwagen den Kleinbus verfolgt.

Der Beschuldigte stand den Ermittlungen zufolge zur Tatzeit unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss. Die Polizei hatte in Telefongesprächen versucht, mit dem Mann zu verhandeln, jedoch ohne Erfolg. Bei der Festnahme wurde niemand verletzt. In dem Kleinbus fanden die Beamten mehrere Messer.

Die Staatsanwaltschaft Paderborn geht von einer verminderten Schuldfähigkeit des 47-Jährigen aus. Für den Prozess am Landgericht sind zunächst zwei Tage angesetzt.

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