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Grundschule im Petrifeld Höxter: erster Spatenstich für 2,7 Millionen-Euro-Projekt

Aus dem Keller in den schmucken Ganztag-Neubau

Höxter (WB). Darauf hat die Petrischule in Höxter lange gewartet: Der Offene Ganztag wird neu gebaut. Aus dem Keller ziehen die 262 Ganztagskinder 2021 in einen schmucken großen Anbau. Am Mittwoch trafen sich Ratsmitglieder, Grundschul- und OGS-Leitungen sowie Stadtverwaltung zum ersten Spatenstich. Für 2,7 Millionen Euro entstehen zwei Gebäude an der Bollerbachseite der Petrischule. Die Hochbauabteilung der Stadt hat das Gebäude neben dem 1950er-Jahre-Altbau selbst geplant. Das heimische Bauunternehmen Dr. Schoppe sowie viele lokale Handwerker werden das Projekt umsetzen.

Michael Robrecht

Erster Spatenstich für den neuen Petri-Ganztag in Höxter am Mittwochvormittag: (von links) Angelika Paterson, Hans Georg Heiseke, Stefan Fellmann, Claudia Koch, Gabriele Knopf , Werner Böhler, Martin Hillebrand, Margit Streicher-Bönnighausen, Günter Wittmann, Gabi Schubring, Christiana Mönnekes, Karin Wittrock, Detlef Struck, Georg Beverungen, Alexander Fischer und Eime Yesilgöz. Foto: Michael Robrecht

Petrischulleiterin Margit Streicher-Bönnighausen sagte, dass der Ganztag räumlich schon sehr lange an seine Grenzen stoße. Von den 385 Grundschülern würden 262 im Ganztag und weitere 25 über Mittag betreut. Dafür werde jetzt eine zeitgemäße Betreuungsmöglichkeit geschaffen. Gabi Schubring (OGS-Leiterin) brachte auf den Punkt, was viele dachten: „Endlich geht es los!” Sie lobte die Ratsfraktionen, die sich alle – oft nach ausführlichen Ortsbesichtigungen – des dringenden Themas angenommen hätten.

Bürgermeister Alexander Fischer hielt die Rede anlässlich des ersten Spatenstichs: „2004 hat die OGS hier mit 25 Kindern in der Betreuung begonnen. Im letzten Schuljahr waren es etwa 240. Das entspricht zwei Dritteln aller Schülerinnen und Schüler der Petrischule und ist schon nah dran an der Zielquote des Landes von 75 Prozent für das Jahr 2025. Das zeigt, auch vor einem zu erwartenden weiter steigenden Bedarf deutlich, warum diese Baumaßnahme zwingend notwendig ist und daher auch so breite Unterstützung gefunden hat.“ Fischer weiter: „Gerade hier in der Kernstadt werden die Betreuungsangebote für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer wichtiger – die Quoten in den Ortschaften liegen bei 20 bis 27 Prozent, am Nicolaitor bei 56 Prozent. Wir als Stadt reagieren gemeinsam mit der Politik und den Schulen auf die gesellschaftlichen Veränderungen. Hier an der Petrischule schaffen wir mit dem Anbau die Voraussetzungen, dass alle Kinder durch die räumlichen Verbesserungen eine noch bessere Betreuung erhalten können.“

Die Verwaltung erinnerte daran, dass auch an der „Schule im Wesertal“ in Albaxen eine bauliche Erweiterung der OGS durch das benachbarte Ex-Hausmeisterhaus ermöglicht worden sei. Und an der „Schule am Nicolaitor“ solle im nächsten Jahr ebenfalls ein Anbau für die OGS erfolgen.

„Insgesamt 2,7 Millionen Euro nimmt die Stadt für den Anbau Petrischule aus eignen Mitteln in die Hand, um zwei neue Gebäude zu errichten. Dabei kommt uns der bestehende Bau der Petrischule sehr entgegen. Denn die Gänge, der beiden Gebäudeflügel hinter uns, haben jeweils nur auf einer Seite Klassenräume. Die gegenüberliegenden Seiten bieten sich für die Anbauten an“, so der Bürgermeister vor Rats-, Verwaltungs- und Schulvertretern. Das biete beim Bau einige Vorteile. So sei die direkte Anbindung des Neubaus an die vorhandenen Flure möglich. Gleichzeitig werde der vorhandene Keller trocken gelegt und bisher nicht genutzte Flächen bebaut.

Weil die Stadt für die Bauphase den Fußweg entlang der Schule sperrt, muss der Schulhof deshalb nicht in Anspruch genommen werden, und der Unterricht wird weniger gestört. Auf 1400 Qua-dratmetern Fläche entstehen bis zum Frühjahr 2021 Betreuungsmöglichkeiten auf modernstem Strand für die Kinder. Auf der vom Eingang aus gesehen linken Seite wird ein eingeschossiger Mehrzweckraum mit Küche und Toilettenanlage gebaut. Auf dem Gründach, das über das bestehende Gebäude erreichbar sein wird, kann ein Schulgarten angelegt werden. Und der Mehrzweckraum soll neben der Essensversorgung über Mittag für eine Vielzahl an Veranstaltungen genutzt werden, so die Stadt. Nicht nur für die OGS, sondern für den gesamten Schulbetrieb, werde der Anbau daher eine wichtige Bereicherung sein.

Auf der anderen Seite werden im Anbau Gruppen- und Betreuungsräume für die Offene Ganztagsschule errichtet. Mit jeweils sechs Räumen auf zwei Etagen entstehen hier zwölf neue Räume, sodass für jeden der vier Jahrgänge drei Räume zur Verfügung stehen. Die Planungen hierzu wurden in enger Abstimmung mit der Schulleitung, dem Förderverein und der Leitung der OGS durchgeführt. Das soll auch bei der Ausstattung so bleiben. Die Baupläne werden jetzt am Eingang der Petrischule an der Seite Gartenstraße öffentlich sichtbar ausgehängt.

Statt in Container Übergangsmensa in Schulturnhalle

Sollen die 262 Schülerinnen und Schüler des Pe-tri-Ganztags in Höxter während der Bauzeit für den neuen Anbau in Container einziehen und dort essen, spielen und lernen oder gibt es eine angenehmere Möglichkeit? Mit der Einrichtung der Petrischul-Sporthalle als Mensa ist aus Sicht von Schulleitung, OGS und Stadt eine gute Übergangslösung gefunden worden. OGS-Leiterin Gabi Schubring sieht in der “sportlichen Mensa” sogar zusätzlich viele Vorteile bei der Umsetzung der Hygieneregeln während der andauernden Corona-Pandemie. Zum Schuljahresbeginn sind die Kinder umgezogen. An durchnummerierten Vierertischen sitzen die Mädchen und Jungen. An einer Essenstheke holen sie die Speisen ab. Mit einem Getränkewagen werden die Kleinen direkt am Tisch von den OGS-Kräften versorgt. Der Schulsport der Petrischüler wird im Herbst in die Bielenberg-Sporthalle verlegt. Dort in der KWG-Halle haben die OGS-Kinder jede Woche Stunden für ihr Programm reserviert bekommen. „Die Tagespläne sind umsetzbar“, sagen Margit Streicher-Bönnighausen und Gabi Schubring. Die Corona-Regeln führen auch dazu, dass das Essen in die kurzfristig eingerichtete OGS-Küche in der Turnhalle von der einen Schulhofseite angeliefert wird. Von der anderen kommen Schüler und Betreuer. Aufgestellt werden Zeitpläne, damit nicht alle gleichzeitig dort sitzen.

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