WESTFALEN-BLATT-Wahlforum in Höxter: acht Landtagskandidaten im Gespräch
Bildung, Sicherheit, Naturschutz
Kreis Höxter (WB). Das Parteienspektrum im Kandidatenkarussell für die Landtagswahl am 14. Mai ist bunt. Das WESTFALEN-BLATT hat alle acht Bewerber aus dem Kreis Höxter jetzt im Sackmuseum in Nieheim zum Wahlforum an einen Tisch geholt.
Innere Sicherheit, Bildung, Infrastruktur: Zu diesen und weiteren Themen tauschten sich die Kandidaten in einem lebhaften, aber fair geführten Diskurs aus. Der Leiter der WESTFALEN-BLATT-Lokalredaktion Höxter/Brakel, Marius Thöne, und der stellvertretende Redaktionsleiter, Michael Robrecht, moderierten die Diskussion.
Goeken (CDU): Alle Häuser ans Glasfasernetz
Die Politiker skizzierten, welche Themen sie im Wahlkampf bewegen: Der Bad Driburger Unternehmer und CDU-Kandidat Matthias Goeken (52) hebt hervor, dass der ländliche Raum andere Vorgaben brauche als große Städte.
Das fange bei Klassengrößen in Grundschulen an und höre bei der Mindestzügigkeit weiterführender Schulen nicht auf. Der digitale Ausbau fordere ebenfalls andere Prämissen. »Wir müssen alle Häuser ans Glasfasernetz bringen. Sonst werden wir vom Fortschritt abgehängt.«
Franzmann (SPD): Duale Ausbildung voranbringen
Die Versorgungssituation im Kreis Höxter von der Schule bis zum Geschäft liegt SPD-Herausforderer Marcel Franzmann (34) aus Bühne am Herzen. Bildungspolitik ist sein Thema. Franzmann fordert die gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Hochschule und den kostenfreien Meister. »Wir müssen auch die duale Ausbildung voranbringen«, fordert der Doktorand im Fach katholische Religionspädagogik.
Rottermund (Grüne): Sozial-ökologische Transformation
Der Dreiklang Ökologie, Ökonomie und Soziales liegt dem Kandidaten der Grünen, Uwe Rottermund (54) aus Brakel, am Herzen. »Meine Vision ist, dass wir zukunftsfähig eine sozial-ökologische Transformation hinbekommen – uns also an den Naturgesetzen orientieren.« Wichtig seien die verkehrliche und digitale Infrastruktur, so der selbstständige Landschaftsplaner.
Ewers (FDP): G8 oder G9 – Schulen sollen eintscheiden
Die FDP-Kandidatin Marion Ewers (42) aus Steinheim hob die innere Sicherheit, den Ausbau der Kindertagesbetreuung zu Randzeiten und die Integration von Frauen mit Migrationshintergrund hervor. Zudem wünsche sie sich eine Stärkung der Förderschulen. Die Entscheidung für G8 oder G9 solle man den Schulen überlassen, erklärt die Wirtschaftsgeografin.
Spieker (Piraten): Was bedeutet Digitalisierung?
»Digitale Kompetenz und Bildung sind meine Themen«, sagt Wilk Spieker (49), Landtagskandidat und der Piratenpartei. Der Berufsbetreuer ist der Meinung, dass neben dem Ausbau digitaler Infrastruktur den Menschen auch vor Augen geführt werden müsse, was Digitalisierung bedeutet.
Volacek (Die Linke): Gemeinsames Lernen bis Klasse 10
Umverteilung, eine sozial gerechte Bildungspolitik und mehr Chancengleichheit durch das gemeinsame Lernen bis Klasse 10: Diese Themen bewegen den Kandidaten der Linken, Jörg Volacek (52). Der studierte Politologe fordert, die Flüchtlinge zu fördern.
Seemann (ÖDP): Hoffen auf die Verkehrswende
Für erneuerbare Energien setzen sich die ÖDP und ihr Landtagskandidat Wolfgang Seemann (66), Bad Driburg, vehement ein. Der pensionierte Gymnasiallehrer hofft auf die Verkehrswende hin zur Umstellung auf Elektroautos. Bildungspolitisch tritt er für die Wiedereinführung von G9 ein.
Senges (AfD): Innere Sicherheit und Gerechtigkeit
Bildung, innere Sicherheit, Generationengerechtigkeit: Diese Schlagworte brachte Norbert Senges (AfD) auf einen Nenner. Der Förderschullehrer und Musiker aus Warburg rechnet sich dem gemäßigten Flügel der AfD zu.
Mehr zu den Themen der Kandidaten lesen Sie am Dienstag, 11. April. auf zwei Sonderseiten im WESTFALEN-BLATT, Lokalteil Höxter.

