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Verbreitung von falschen Hinweisen auf Twitter

Gerüchte über Verschwinden und Vergewaltigung von 16-Jähriger in Holzminden

Holzminden/Höxter

Ein undurchsichtiger mutmaßlicher Vermissten- und Vergewaltigungsfall beschäftigt mehrere Polizeibehörden in NRW und Niedersachsen. Im Mittelpunkt steht das mögliche Verschwinden eines 16-jährigen Mädchens und ihren mutmaßlichen Aufenthaltsort im Raum Holzminden.

Bearbeitet von Michael Robrecht

Ein undurchsichtiger Fall, in dem es auch um eine Vergwaltigung gehen soll, beschäftigt mehrere Polizeibehörden.  Foto: dpa

Folgendes Bild gibt es am Dienstagmorgen: Am Samstag,  23. Juli 2022, wurden der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden über den Kurznachrichtendienst Twitter Hinweise über eine Vergewaltigung, die zu diesem Zeitpunkt aktuell im Bereich Holzminden stattfinden sollte, zugetragen. Dieser Sachverhalt solle in Verbindung mit einem als vermisst gemeldeten 16-jährigen Mädchen aus Hamm (NRW) und einem 38-jährigen Mann aus Berlin stehen.

Suche nach junger Frau

In Rücksprache mit der Hinweisgeberin wurde noch am Samstagabend eine Anschrift im Bereich Holzminden überprüft. Hierbei ist die 16-Jährige nicht von der Polizei angetroffen worden. Auch im Verlauf weiterer Ermittlungen konnte die 16-Jährige nicht im Bereich Holzminden ermittelt werden, berichtet die Marvin Klaß von der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden.

Auf Twitter verbreitete Hinweise waren falsch

Der Verdacht einer aktuell in Holzminden stattfinden Vergewaltigung der 16-Jährigen konnte daher nicht erhärtet werden. Die Überprüfungen und Ermittlungen haben abschließend ergeben, dass die verbreiteten Hinweise nicht zutreffend waren. Im Vermisstenfall ermittelt die Kripo Hamm federführend. Die Ermittlungen zum Aufenthaltsort der 16-Jährigen dauern an.

Spekulationen in sozialen Medien: Warnung der Polizei

Die Polizei weist darauf hin, dass durch eigenhändige Fahndungsaufrufe und die Veröffentlichung von Fotos mutmaßlicher Tatverdächtiger im Internet und den sozialen Medien die Risiken bestehen, sich selber strafbar zu machen und polizeiliche Ermittlungen zu behindern.

Die Verbreitung von Informationen zur Tat minimieren zudem die Möglichkeiten des Opferschutzes. Veröffentlichungen dieser Art bergen die Gefahr, selbst Opfer von Hass, Hetze und Vorverurteilungen im Internet zu werden.

Bei dem akuten Verdacht einer Straftat sollte daher direkt eine Polizeidienststelle (persönlich oder per Telefon) oder der Notruf unter 110 kontaktiert werden. 

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