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Tote Fichten müssen in schwieriger Hanglage gefällt werden

Bundesstraße drei Wochen zu

Beverungen (WB). Die Bundesstraße 83 zwischen Beverungen und Herstelle wird von Dienstag, 1. September, an voll gesperrt. Grund sind „Hangsicherungsmaßnahmen“.

Alexandra Rüther

In dem grünen Wald sind die braunen Fichten gut zu erkennen. Trockenheit und Borkenkäfer haben sie getötet. Foto: Alexandra Rüther

Dabei geht es um abgestorbene Fichten, die den Steilhang an der Lehnenbrücke hinunterstürzen und den Straßenverkehr gefährden könnten. Von den 1200 Hektar Beverunger Stadtwald sind 250 Hektar Fichte. Nach Trockenheit und Borkenkäferbefall gibt es für die keine Rettung mehr. „Wir sind im April 2019 vom Landesbetrieb Straßen NRW darauf hingewiesen worden, dass wir etwas machen müssen“, erklärt Bürgermeister Hubertus Grimm. Es sei aber klar gewesen, dass das er nach der Öffnung der Weserbrücke geschehen kann.

Extrem steiles Gelände

„Was wir hier sehen, ist blanker Fels, gesichert mit einem Drahtnetz“, sagt Stadtförster Mathias Wolf an der Lehnenbrücke. „Aber oberhalb der Felsklippen stehen Fichten. Das Gelände ist extrem steil: 85 Grad haben die Klippen, 50 Grad der Hang darüber mit den Fichten.“ Und diese Bäume – etwa 500 an der Zahl – müssten nun so abgelegt werden, dass von ihnen keine Gefahr mehr ausgehen kann. „Wir werden das Holz nicht ernten“, erklärt Wolff. Die Bäume würden gefällt – und zwar ziemlich hoch, damit quasi ein Sicherheitspfeiler stehen bleibe – und dann an diesen „Pfeilern“ abgelegt, damit sie nicht ins Rutschen kommen. Die Natur tue dann ihr Übriges. „Der Borkenkäfer ist längst nicht mehr da“, antwortet Wolff auf die Frage, ob von den liegen bleibenden Bäumen nicht die Gefahr einer weiteren Vermehrung ausgehe.

Die Arbeiten an dem Steilhang sind aufwendig und werden von dem Forstunternehmen Wulf aus Erkeln übernommen. „Die besondere Herausforderung an dieser Baustelle ist natürlich zum Einen der Steilhang, an dem wir arbeiten, aber insbesondere ist es die Tatsache, dass dieser Hang quasi mit einer Abrisskante endet. Und wenn da jemand ins Trudeln kommt, sei es, weil er einen Ast abbekommt oder nur stolpert, landet er theoretisch im freien Fall auf der B 83“, erklärt Chef Christoph Wulf.

Deshalb haben seine Angestellten in Absprache mit der Berufsgenossenschaft eine Schulung absolviert, in der die Absicherung des Kollegen mit einem Seil geübt wird. „Das Gelernte wird am Montag, also einen Tag vor Beginn der Arbeiten, noch einmal aufgefrischt“, so Wulf. Eine Kletterausbildung sei hierfür nicht notwendig, „weil der Mann ja nicht im Seil hängt wie etwa ein Baumkletterer“, wie Wulf erklärt. Er bewege sich schon mit beiden Beinen auf dem Boden, aber eben mit der Absicherung per Seil hinter ihm. Eingestellt werden müssten die Arbeiten bei Dauerregen oder einem Sturm wie am Mittwoch.

Vom Wetter abhängig

„Diese Wetter-Abhängigkeit macht es auch schwierig, die Maßnahme zeitlich genau vorauszusagen. Wir gehen von drei Wochen aus“, so Stadtkämmerer Martin Finke. Die Umleitung erfolgt über Lauenförde. Die B 83 wird ab Hotel Waldfrieden gesperrt, damit Lkw-Fahrer, die eventuell die Hinweisschilder in Beverungen übersehen haben, hier gefahrlos drehen können. Das Beverunger Bootshaus kann weiter angefahren werden. Etwa 40.000 Euro werden von der Stadt für die Fällungen veranschlagt.

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