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Forum Jacob Pins: »Lob und Tadel der Torheit« eröffnet

Der Künstler als Clown

Höxter (tig). 1958 schrieb Jacob Pins in sein Tagebuch: »Ich lebe in einer Welt der Kriege, Atombomben und Konzentrationslager. Wie kann sich ein Mensch davon nicht beeinflussen lassen?« Künstler wie Pins wurden immer von den Umständen ihrer Zeit beeinflusst – warum sie dafür im Komischen Ausdruck fanden, das zeigt noch bis zum 23. September die Ausstellung »Lob und Tadel der Torheit: Narren, Bettler Propheten«.

Stolz auf die Ausstellung (von links): Kuratorin Julia Diekmann, Pantomime Peter Mim und die Vorsitzenden der Pins-Gesellschaft, Bärbel Werzmirzowksy und Fritz Ostkämper. Foto: Gemmeke

Im Mittelpunkt der neuen Ausstellung, die am Sonntag eröffnet worden ist, stehen die Außenseiter einer jeden Gesellschaft und ihr Wirken als deren Spiegel – die »Outlaws« als Reflexionsfiguren der Menschheit. Pins selbst habe in Werken wie »Clown am Kreuz« und »Anbetung der Maus« mit dem Motiv des Narren gesellschaftliche Missstände aufzeigen wollen, so Ausstellungskuratorin Julia Diekmann. Dabei sei der Umgang mit der Figur des Außenseiters immer Sinnbild seiner eigenen Identitätssuche gewesen – persönlich wie künstlerisch.

Facetten der Außenseiter

Gezeigt werden Klein- und Großformate, von Malereien bis Holzschnitten. In mehreren Räumen werden je verschiedene Facetten der Außenseiter – mal ironisch, mal melancholisch – beleuchtet. Zusätzlich zu den Werken von Pins hat die Uni Göttingen mehrere Leihgaben zur Verfügung gestellt. Kaum näher am Motto und auch dessen Tiefgang hätte Eröffnungsgast Peter Mim sein können. Der Hannoveraner Pantomime bot verschiedene kurze Szenen dar, die auf den ersten Blick wirr oder banal schienen, aber stets Momente ehrlicher Menschlichkeit transferierten.

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