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Uwe Neumann zum Pfarrer bestellt – Pläne für die LGS

Der Name ist Programm

Höxter/Beverungen (WB). Noch sitzt Uwe Neumann in Video-Konferenzen, schickt seinen Schülern Aufgaben, bereitet sich auf mündliche Abiturprüfungen vor. Nach den Sommerferien wird er wieder auf der Kanzel stehen, wird Menschen an einem ihrer wichtigsten Tage im Leben, bei Taufe, Konfirmation, Hochzeit und schließlich auch Beerdigung begleiten. Uwe Neumann wurde vom Presbyterium nun zum Pfarrer in die vierte Pfarrstelle der evangelischen Weser-Nethe-Kirchengemeinde Höxter gewählt. Er kehrt damit in seinen alten Traumberuf zurück.

Ralf Brakemeier

Uwe Neumann war 17 Jahre Gemeindepfarrer in Beverungen. Jetzt freut er sich auf die neue Aufgabe in Höxter. Hier wird in den kommenden Monaten das Programm der Kirche für die Landesgartenschau eine seiner Aufgaben sein. Foto: Ralf Brakemeier

„Ich brauchte eine Veränderung“

Neumann war bereits von 1991 bis 2008 Gemeindepfarrer in Beverungen. Zuletzt teilte er sich die Stelle mit seiner Frau Astrid, war als Jugendpfarrer im Kirchenkreis unterwegs, gab Seminare. „Zu viel, wie sich am Ende herausstellte“, gibt Uwe Neumann heute zu. „Ich brauchte eine Veränderung.“ In den vergangenen Jahren war der heute 59-Jährige als Schulpfarrer am KWG in Höxter, am PLG in Brakel und am Marianum in Warburg tätig. Auch eine Herzensangelegenheit für einen, der im Kopf jung geblieben ist, die gleiche Musik hört, die gleichen Computerspiele spielt und die gleichen Internetseiten besucht wie die Jugendlichen, die er unterrichtet. „Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass mir die Seelsorge fehlt – auch in der Schule bin ich immer Pfarrer geblieben“, sagt Uwe Neumann. Mit der Ausschreibung der Pfarrstelle in Höxter hatte sich nun eine Tür geöffnet, Neumann bewarb sich und wurde genommen. Noch bis zum 1. Juni können Gemeindeglieder Einspruch erheben, dann steht der Wechsel auf die Kanzel und an den Abendmahlstisch fest.

Neuanfang mit 59

Ein Neuanfang mit 59, wenn so mancher Arbeitnehmer langsam an den vorgezogenen Ruhestand denkt – warum das? „Bei mir ist der Name ein wenig Programm“, schmunzelt Neumann. Stillstand und Ruhe kann er sich zur Zeit noch nicht vorstellen, im Gegenteil: „Ich freue mich auf die neue Herausforderung.“ Denn die Arbeit in der Schule und in der Gemeinde könnte unterschiedlicher kaum sein. Hier die klare Struktur mit festen Unterrichtszeiten und Pausengong, dort das Amt, das mehr Berufung als Beruf ist und einen geregelten Feierabend nicht kennt. Auch das weiß der 59-Jährige aus eigener Anschauung, das Gespräch mit Gemeindegliedern aller Altersklassen, die Unterschiedlichkeit der Aufgaben gleichen für ihn die unwägbaren Arbeitszeiten aus.

Corona-Erkrankung gut überstanden

So rastlos und tatendurstig der künftige Gemeindepfarrer auch erscheint, vor einigen Wochen musste auch Uwe Neumann einige Gänge zurückschalten. Er war mit einem Freund bei einem Konzert und steckte sich dort mit dem Corona-Virus an. „Als ich dem Gesundheitsamt erzählte, dass ich Lehrer an drei Schulen mit mehr als 2000 Schülern bin, brach natürlich Panik aus“, so Neumann. Zum Glück hatte er aber lediglich einen Kollegen angesteckt, der die Krankheit, ebenso wie Neumann, gut überstanden hat. Nicht einmal Frau und Kind, die mit ihm in Quarantäne waren, infizierten sich. Natürlich vermisse er die tägliche Arbeit, einige seiner Schüler werde er aber sicher in der Jugendarbeit seiner neuen Gemeinde oder im Konfirmandenunterricht wieder treffen. Das Homeschooling habe bei vielen Schülern auch Positives bewirkt. „Wir Lehrer sind oft erstaunt, wie gut die Aufgaben erledigt werden. Unsere Schüler sind besser als ihr Ruf“, ist sich Uwe Neumann sicher. Das Plus an Freizeit nutzten viele Kinder und Jugendliche, um sich mal wieder in der freien Natur zu treffen und gemeinsam Sport zu treiben.

Landesgartenschau ist wichtiges Thema

Wann er zum ersten Mal in Höxter auf der Kanzel steht – Gottesdienste finden in der Gemeinde künftig vorerst in der Marienkirche statt, da durch die freie Bestuhlung die Abstandsregeln leichter einzuhalten sind – kann Neumann noch nicht genau sagen. Dass die Landesgartenschau (LGS) für ihn zu einem wichtigen Thema wird, aber schon. „Wir sind gerade dabei, mit anderen Religionsgemeinschaften ein Konzept mit konkreten Plänen zu füllen. Bei der LGS sollte es vor Ort natürlich auch ein breites Angebot der Kirchen geben“, ist Neumann überzeugt. Auch diese Aufgabe geht der künftige Pfarrer an, wie es eben seine Natur ist: „volle Pulle“.

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