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81-jähriger Rentner hat für Tour vier Monate eingeplant - Verabschiedung am 20. Mai

Deutz-Willi fährt mit Traktor »Robert« nach Russland

Beverungen/Lauenförde (WB). Nach seiner Nordkap-Tour 2015 wollte er in diesem Jahr eigentlich nach Argentinien. Auf Anraten seines Arztes hat sich »Deutz-Willi« aber für Russland entschieden.

Alexandra Rüther

Zusammen mit Deutz-Trecker »Robert« startet Winfried Langner am Samstag, 20. Mai, seine Russland-Tour. Hier ein Foto von Deutz-Willi in seiner Heimat Lauenförde. Foto:

»In Argentinien ist es einfach zu heiß, das kann ich nicht vertragen«, sagt Winfried Langner. Der 81-Jährige will es noch mal wissen und startet am Samstag, 20. Mai, in Lauenförde. »Um 9 Uhr wird gezündet.« Die Route, die ihm sein Sohn Wolfgang ausgearbeitet hat, führt ihn unter anderem über Leipzig, Danzig, Kaliningrad und Riga bis nach St. Petersburg. Tochter Sabine hat sich um das Einreise-Visum gekümmert, sie steht voll hinter ihrem rüstigen Vater. »Sie weiß, wenn ich A sage, sage ich auch B«, sagt Langner, der bereits am Ziel seiner ersten Tagesetappe in Mühlhausen in Thüringen Besuch erwartet. »Dort habe ich mich mit jemandem, den ich am Nordkap kennengelernt habe, zum Grillen verabredet.«

Langner hat extrem viele Bekanntschaften gemacht auf seinen bisherigen Touren zum Groß-Glockner, nach Österreich, aber besonders nach Mallorca und ans Nordkap. »Dieses Mal fahre ich allerdings alleine«, betont Deutz-Willi. Mit seinen letzten beiden Mitfahrern habe es nicht wirklich gut funktioniert. »Man lernt die Menschen halt wirklich erst kennen, wenn man länger mit ihnen unterwegs ist«, hat er gelernt.

Eine ganz besondere Begegnung hatte er in Norwegen mit drei Motorradfahrern aus Paderborn. Sie wussten von seiner Reise und haben ihn auf einem Campingplatz kurz vor dem Nordkap getroffen. »Sie haben mir empfohlen, zurück über Finnland und Dänemark zu fahren.« Das hat Langner gemacht und ist bis heute so begeistert von der Strecke, dass er sich jetzt schon vorstellen kann, das Nordkap noch einmal zu besuchen – auf der von den Motorradfahrern empfohlenen Strecke.

Doch jetzt steht erst einmal Russland an. Sein 56 Jahre alter Deutz, den er liebevoll Robert nennt, ist fit, in seinen Ein-Mann-Wohnwagen »Schnecke« wird er nur wenig Proviant packen. »Man bekommt ja alles unterwegs.« Wichtig ist ihm auch, dass sein Fahrrad dabei ist. »Wenn ich acht Stunden auf dem Trecker gesessen habe, muss ich mich auch mal eine Stunde bewegen.« Langner freut sich riesig auf die Tour. 6000 Kilometer ist sie lang. Motto: »Ein Mann, eine Maschine.«

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