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Millionen-Projekt: Büro Rotermund am Neubau der Fußball-Akademie in Frankfurt beteiligt

DFB holt sich Ingenieure aus Höxter

Höxter (WB/rob). Der »Tag der Architektur« an diesem Wochenende bietet die Gelegenheit, neue und erneuerte Architekturen vor Ort kennen zu lernen und mit Architekten ins Gespräch zu kommen. Das WESTFALEN-BLATT nimmt den Tag zum Anlass, von einem Millionenprojekt in Frankfurt zu berichten, an dessen Umsetzung die Prof. Uwe Rotermund Ingenieurgesellschaft Höxter beteiligt ist: am Bau der neuen DFB-Akademie.

Das Fachkonzept der DFB-Akademie besteht aus den drei Bereichen Bildung, Nationalmannschaft sowie Entwicklung und Innovation. Auf dem Gelände der abgerissenen Frankfurter Galopprennbahn soll nach der Fußball-WM mit dem Neubau der DFB-Akademie begonnen werden. Der Bau soll 150 Millionen Euro kosten. Foto:

»Know-how aus Höxter für den Deutschen Fußball-Bund«, überschreibt Prof. Rotermund das Projekt. Während auf den heimischen Bildschirmen in diesen Tagen die WM-Gruppenspiele laufen und an diesem Samstag das Duell Deutschland gegen Schweden zum Straßenfeger wird, planen die Höxteraner Ingenieure und Architekten schon die Zukunft nach der WM. Das Ingenieurbüro Rotermund in der Mönchemühle (Pfennigbreite) unterstützt den DFB mit diversen Beratungsleistungen für sein Zukunftsprojekt. Der Deutsche Fußball-Bund errichtet in Frankfurt auf dem Gelände der ehemaligen Galopprennbahn die neue DFB-Akademie. »Mit der neuen Akademie soll erreicht werden, dass Maßstäbe für die Entwicklung des Spitzensports gesetzt werden und der deutsche Fußball weiterentwickelt wird«, sagt Prof. Rotermund. Die Akademie soll vieles sein: Wissensspeicher, Schulungszentrum, Service Point, Kreativwerkstatt, Treffpunkt, Quartier und Trainingscamp.

Die Beratungs- und Ingenieurgesellschaft wurde mit den Berechnungen der Lebenszykluskosten und der Erstellung eines Betriebskonzeptes beauftragt. Im Zuge der laufenden Planungen und späteren Baumaßnahmen sollen die zukünftigen Betriebs- und Nutzungskosten deutlich minimiert werden. »Im Regelfall betragen die Nutzungskosten mindestens 80 Prozent der Lebenszykluskosten, nur 20 Prozent entfallen auf die Baukosten«, schildert Prof. Rotermund. Bei geplanten Baukosten von 109 Millionen Euro werde einem die Dimension der Kostenbandbreite und der hiermit verbundenen Optimierungsmöglichkeiten schnell klar.

Für die Berechnungen greifen die Ingenieure aus Höxter auf eigenerstellte Berechnungswerkzeuge wie den Immobilien-Lebenszykluskosten-Rechner ILKR² zurück. Um den zukünftigen Betrieb zu planen, wird parallel ein Betriebskonzept für den DFB erstellt und festgelegt, wie die internen Prozesse der zukünftigen Bewirtschaftung der DFB-Akademie aussehen. Zudem werden die extern einzukaufenden Leistungen festgelegt und später ausgeschrieben. Dem Datenmanagement für den zukünftigen Betrieb kommt durch die Digitalisierung eine besondere Bedeutung zu. Hierzu erstellte das Team um Prof. Rotermund Dokumentationsrichtlinien.

Die DFB-Akademie ist nicht das einzige Großprojekt des Höxteraner Ingenieurbüros. Das über lange Jahre aufgebaute Know-how aus Höxter wird in vielen bundesweiten Projekten eingesetzt. So berechneten die Architekten und Ingenieure beispielsweise die Betriebskosten für den neuen Flughafen Berlin, einschließlich der bestehenden Flughäfen Schönefeld und Tegel. »Hierbei verließen wir bei den langjährigen Nutzungskosten den Millionen-Bereich, die Kosten für die Flughäfen liegen im einstelligen Milliardenbereich«, erläutert Prof. Rotermund. Die Verwaltung des Österreichischen Parlaments oder die Freie und Hansestadt Hamburg ließen sich durch die Fachleute aus Höxter schulen und wollen demnächst auch die Lebenszykluskosten senken und den Gebäudebetrieb professionell planen.

Die Optimierungsmöglichkeiten sind nicht nur für Großprojekte geeignet. In den vergangenen Jahren haben viele Städte und Landkreise mit dem Büro Rotermund zusammengearbeitet. Vom Landkreis Weilheim-Schongau im Süden bis zur Stadt Münster im Nordwesten – viele Kommunen beauftragen Rotermund Ingenieure mit Wirtschaftlichkeitsberechnungen für ihre Gebäude. Aktuell sind Berechnungen für die Technischen Betriebe Solingen in der Bearbeitung. In den Kreisen Höxter und Holzminden wird das Thema erst langsam aktuell, so wurden Projekte für die Stadt Marienmünster und für die Samtgemeinde Boffzen berechnet.

Am Tag der Architektur an diesem Wochenende beteiligen sich aus der Region nur der Chattenturm (Altstadt Warburg) und die evangelische Kirche in Schieder.

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