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Pandemie: Shutdown ab Mittwoch verhagelt Kaufleuten das Weihnachtsgeschäft – Wochenmärkte finden statt

„Die Lage ist sehr angespannt“

Kreis Höxter

„Die Haare wachsen weiter – auch in der Pandemie. Nach Ende des Shutdowns werden wir alle wieder durchstarten“, betonte der Steinheimer Carsten Lödige, Obermeister der Friseur-Innung im Kreis, am Montag gegenüber dem WESTFALEN-BLATT.

Harald Iding

Dennoch: Die etwa 100 Friseurbetriebe im Kreis Höxter stehen aktuell vor einer großen Herausforderung, wenn von diesem Mittwoch an nichts mehr geht. „Einige haben bereits am Sonntag ihre Kunden über die Neuerungen informiert. Viele Kolleginnen und Kollegen, auch mein Betrieb, legen aktuell Überstunden ein und verlängern die Öffnungszeiten in die späten Abendstunden hinein. Aber wir müssen bei allem natürlich die strengen Corona-Auflagen bei der Hygiene einhalten – deswegen bleibt die Anzahl einfach extrem begrenzt“, so Lödige. Auf viel Verständnis bei der Kundschaft stößt auch die erfahrene Berufskollegin Hildegunde Weisbender vom gleichnamigen Friseursalon in Höxter. Sie sagte gestern: „Ob Kleinkind, Familienvater oder Oma – sie alle hatten natürlich ihre festen Termine vor Weihnachten. Man muss die Situation, die uns alle in Deutschland betrifft, einfach akzeptieren. Die Stammkunden bleiben uns aber treu – auch über den Shutdown hinaus. Die ersten Termine im neuen Jahr sind schon vorgemerkt!“

Kurzarbeit angesagt

Für Friseure heißt es ab Mittwoch wieder: Kurzarbeit ist angesagt. Das trifft vor allem auch für den Einzelhandel zu, der unter dem Shutdown stark zu leiden hat. Der Nieheimer Geschäftsmann Gerd Stamm vom gleichnamigen Modehaus betonte: „Diese Corona-Notbremse trifft unsere Branche besonders hart. Wir müssen dennoch nach vorn schauen und haben uns ein besonderes Geschenk-Modell für Weihnachten überlegt. Neben dem bekannten Nieheimer Gutschein, den man schon ab fünf Euro bekommt und den Kunden in allen beteiligten Firmen einsetzen können, haben wir uns als Reaktion auf die neuen Auflagen überlegt, einen besonderen Service vorzuhalten. Und zwar kann man als Kunde bei seinem Nieheimer Geschäft anrufen und einen passenden Geschenkgutschein gegen Rechnung anfordern. Der Versand wiederum wird von unserer Postagentur, die in meinem Geschäft geöffnet bleibt, organisiert.“

Aktion in Nieheim

Von diesem Weihnachtsangebot könne der Handel vor Ort profitieren und sich ein wenig über die nächsten Wochen „retten“. Stamm: „Es ist natürlich nur ein Zeichen. Aber es bleibt wichtig, dass wir füreinander einstehen – auch in dieser äußerst schwierigen Zeit.“ Übrigens: Wer auf seinen Lottogewinn nicht verzichten will, der kann sein Glück beim Tippen weiterhin versuchen. „Als Lottogeschäft mit Zeitschriftenhandel bleiben wir geöffnet“, so eine Höxteraner Kauffrau. Noch vergangene Woche hatten sich die Höxteraner überwiegend zuversichtlich in Bezug auf das Weihnachtsgeschäft gezeigt.

Online bestellen

Auch in den Städten wie in Bad Driburg und Brakel ist das Weihnachtsgeschäfts geplatzt. „Die beiden Wochen vor Weihnachten und direkt nach Weihnachten sind für uns die umsatzstärksten Wochen im Jahr. Hier werden Weihnachtsgeschenke gekauft und nach Weihnachten Gutscheine oder Bargeldbeträge umgesetzt. Viele Betriebe sind inhabergeführt, und der neue Shutdown ist bitter“, sagt Rainer Schäfers, Vorsitzender des Brakeler Werberings und Inhaber des Orthopädie-Schuhhauses Schäfers. „Aber es geht wohl nicht anders, denn die Corona-Zahlen steigen und steigen.“ Daher sei die Lage sowohl bei den Händlern als auch bei den Kunden sehr angespannt, so Schäfers.

So ähnlich sieht es auch Bernhard Fischer vom Herrenhaus Fischer in Brakel. „Wir haben aus dem ersten Shutdown gelernt und verkaufen weiterhin. Bestellungen können telefonisch, per Whatsapp oder Facebook aufgenommen werden. Wir sind den ganzen Tag erreichbar. Wer bis 17 Uhr bestellt, dem wird die Ware in Brakel und Umgebung noch am selben Tag geliefert“, verspricht der Geschäftsmann. Auch könne die Ware nach Terminabsprache am Geschäft abgeholt werden. Er freue sich auch über viele Stammkunden, die sich solidarisch zeigten und bei ihm und seiner Frau kaufen. Dadurch, dass alle Feste ausgefallen sind, ist der Umsatz mit festlicher Mode auch in Bad Driburg eingebrochen. Daher bieten auch viele Geschäfte Kleidung, Schmuck und Schuhe jetzt online an und liefern auch aus. In Brakel gibt es das neue Portal mit allen Adressen.

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