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Höxter erhält 728.000 Euro Fördermittel – 900 Geräte bis 2021

Die Schulzukunft ist digital

Höxter(WB). Die gute Nachricht: Höxter hat drei weitere Förderbescheide aus dem Digitalpakt Schule in einer Gesamthöhe von 728.000 Euro erhalten. Mehr als 900 mobile Endgeräte für die Nutzung in der Schule, für besonders bedürftige Schüler und auch für Lehrer werden angeschafft. Die weniger gute: Bis Schüler und Lehrer wirklich mit den neuen Laptops und Tablets arbeiten können, wird noch Zeit vergehen. Die Förderung verspricht eine Lieferung der Geräte bis Ende 2021, Bürgermeister Alexander Fischer stellte am Dienstag in Aussicht, dass die digitalen Helfer zum Schuljahresbeginn 2021 einsatzbereit seien. Die Corona-Krise und das damit verbundene Homeschooling hätten noch einmal deutlich gemacht, so Fischer, wie wichtig die digitale Ausstattung von Schulen und Schülern sei.

Ralf Brakemeier

Christiane Hoffmann (links, kommissarische Leiterin der Sekundarschule) und Bürgermeister Alexander Fischer (rechts) präsentieren zwei der modernen Tablets, die bereits jetzt eingesetzt werden. Bis zum Schuljahresbeginn 2021 sollen in Höxter 900 mobile Endgeräte angeschafft sein. Die Förderanträge sind gestellt. Darüber freuen sich die Schulleiter und die Verwaltung von Höxter. Foto: Ralf Brakemeier

Arbeiten mit IServ

Mindestens ebenso wichtig, darin waren sich Heike Edeler, Direktorin des König Wilhelm-Gymnasiums (KWG), und die kommissarische Schulleiterin der Sekundarschule, Christiane Hoffmann, gestern beim offiziellen Übergabetermin der Bescheide einig, sei die einheitliche Ausstattung der Schulen in Höxter mit IServ. Heike Edeler: „Das Arbeiten mit dem neuen Schulserver hat uns in Riesenschritten vorangebracht, auch im täglichen Unterricht.“ So benutzten Schüler und Lehrer schon jetzt im Präsenzunterricht das System, das auch bei einem erneuten Lockdown mit Homeschooling zum Einsatz kommt. Die Pädagogik, ob in der Schule oder zu Hause, sei nicht ausschließlich von einem mobilen Endgerät abhängig.

Höxter früh dran

Zahlreiche Kommunen sind gerade dabei, ihre Förderanträge aus dem Digitalpakt zu stellen, auch Ausschreibungen müssen berücksichtigt werden, was die Anschaffung von zigtausend Geräten verzögert. Dabei war die Stadt Höxter, daran erinnerte Bürgermeister Fischer, Ende 2019 die erste in NRW, die einen Förderbescheid bewilligt bekam. Eigens hierfür war Landesbildungsministerin Yvonne Gebauer nach Höxter gekommen. Statt selbst an die Weser zu reisen, wurden dieses Mal „nur“ die Bescheide verschickt. Von dem Geld sollen aber auch die Schulen selbst profitieren. Laptops und Desktopcomputer werden ebenso angeschafft wie Whiteboards, Drucker, Beamer oder Kameras. Was die Schulen brauchen, haben sie selbst der Verwaltung mitgeteilt. Die Ansprüche und Bedarfe sind dabei naturgemäß bei Grund- und weiterführenden Schulen sehr unterschiedlich. Vor allem in den Grundschulen sei „handfestes“ Arbeiten für die Schüler besonders wichtig.

Anträge gestellt

Ein Grund warum Höxter zu den schnellsten Antragstellern gehört, sieht Fischer in dem gemeinsam entwickelten Medienentwicklungskonzeptes der Stadt. Anhand dieses Plans konnte der Bedarf der drei weiterführenden und fünf Grundschulen der Stadt schnell ermittelt werden. „Politik, Verwaltung und Schulen arbeiten hier sehr eng und vertrauensvoll zusammen“, lobt Alexander Fischer. „Die Anträge wurden heute unterschrieben und versandt“, freute sich Dezernent Stefan Fellmann gestern.

Gute Vorarbeit

„Höxter geht einen großen Schritt in Richtung digitale Zukunft“, lässt Regierungspräsidentin Judith Pirscher aus Detmold mitteilen. Sie freue sich, dass die Stadt Höxter bei der Digitalisierung ihrer Schulen so gute Vorarbeit geleistet habe, lobt Pirscher. Ihre Behörde bearbeitet nun die Förderanträge zur digitalen Ausstattung der Schulen in OWL. Die Ausstattung der Sekundarschule sei richtungsweisend vor allem für Realschule und Gymnasium, sagte Bürgermeister Fischer. Die Arbeiten am KWG seien bereits im Gange, die Realschule folge im kommenden Jahr.

Kommentar von Ralf Brakemeier

Neunhundert mobile Endgeräte. Das machen die Fördermittel des Digitalpakts Deutschland für die Schüler und Lehrer der Stadt Höxter möglich. Spätestens Ende 2021 kann mit den modernen Tablets und Laptops gearbeitet werden. Und beim Wort „modern“ liegt auch die Krux. Wie lange sind moderne Endgeräte anno 2020 denn noch modern? Und was kommt danach? Spätestens 2025, wenn die finanziellen Folgen der Corona-Krise noch lange nicht überwunden sein werden, müssten die Geräte ausgetauscht werden – wahrscheinlich auf Kosten der Stadt Höxter. Denn, ob es dann auch noch ein Förderprogramm von Bund und Land gibt, ist mehr als fraglich.

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