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ThimKu feiert am 9. November Premiere mit neuem Stück

»Diebe« im KuStall

Höxter-Ottbergen (WB). In seiner aktuellen Produktion, der inzwischen sechsten Inszenierung des Theaters im Kulturstall (ThimKu), spürt das Ensemble den Wünschen und Sehnsüchten, Hoffnungen und Rückschlägen, Wahrheiten und Lügen normaler Menschen nach. Am Samstag, 9. November, feiert »Diebe« Premiere auf der Bühne im KuStall. 

Das ThimKu tritt mit »Diebe« auf (von links): Frank Hadwiger, Alicja Wozniak, Barbara Reuter, Miriam Scholz, Madlen Köhler, Rainer Lück, Carsten Meier, Irmgard Gersthahn, Sarah Schauka, Astrid Stapel, Peter Loos und Heiko Beck. Es fehlt Ute Aland. Foto: Melanie Peter/ThimKu

Mit der Auswahl des Stückes bleibt das in Ottbergen beheimatete seiner Amateur-Theater nach eigenen Angaben seiner Linie treu: Das Ensemble wählt Stücke aus, die einen Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Themen aufweisen, oder sich mit den Fragen des menschlichen Zusammenlebens beschäftigen.

Dea Loher zählt zu den wichtigsten Gegenwartsdramatikerinnen und ist eine der meistgespielten Autorinnen im deutschsprachigen Raum. »Es sind zwölf Geschichten von zwölf Menschen am Rande der Städte, die sich – in der Dea Loher so eigenen Sprache – begegnen. Sehr spannend, sehr dicht, manchmal traurig, teilweise skurril, dann wieder poetisch«, meint die Theaterpädagogin Melanie Peter, die mit der Gruppe seit März intensiv an dem Stück arbeitet. Das 13-köpfige Ensemble wolle der Inszenierung durch die detaillierte Erarbeitung der Figuren einen ganz eigenen Charakter verleihen.

Kein Glück mit Männern

Das Stück »Diebe« beschäftigt sich nicht mit alltäglichen Situationen. So können sich die Besucher fragen, wie sie reagieren würden, wenn plötzlich ein Fremder bei ihnen einziehen will und dann auch noch die eigene heile Welt ins Wanken bringt. Die Szenen greifen laut Melanie Peter locker ineinander und weisen eine feine Verbindung auf, die ein großes Ganzes erahnen lasse.

»Ich mag es, mich in eine Rolle hineinzustürzen und mit anderen zusammen kreativ zu sein«, beschreibt Ute Aland ihre Motivation, viel Zeit in ihr Hobby zu investieren. Im Stück spielt sie die etwas durchgeknallte, jointrauchende Secondhand-Shop-Besitzerin Gabi Nowotny, die mit Männern kein richtiges Glück zu haben scheint. Für Irmgard Gersthahn ist die Probenarbeit »sehr viel Inspiration und Freude, Herausforderung und Bestätigung.« In ihrer Rolle der Ira Davidoff will sie ihren Mann als Vermisst melden. Der zuständige Polizeibeamte Thomas Tomason (Carsten Meier) hat aber mit seinen eigenen privaten Problemen zu kämpfen, denn seine Frau Monika (Sarah Schauka) will Karriere als Supermarktleiterin machen und ins Ausland gehen.

Eingespieltes Ehepaar

Und es gibt da noch die Schmitts, ein seit Jahren eingespieltes Ehepaar, »zwischen das kein Blatt Papier passt«, beschreibt Ensemblemitglied Barbara Reuter ihre Rolle der Ida und ihres Spielpartners Peter Loos, der in der Inszenierung Ehemann Gerhard verkörpert. Für Peter haben die beiden Rollen fast einen karikativen Charakter, da sie zum Beispiel ewig in ihren Teetassen rühren. »Und diese Parallelität birgt eine tolle Situationskomik«, meint Peter. Der geregelte Tagesablauf, den die beiden pflegen, wird im Stück aber plötzlich vom Bestatter Josef Erbarmen (Frank Hadwiger) durchbrochen, was so manche Überraschung bringt. Josef hat sich ganz und gar dem Auffinden des unbekannten Vaters seiner Geliebten Mira Halbe (Madlen Köhler), die selbst noch ein Kind ist und nun ein Kind von ihm erwartet, verschrieben.

Zwölf Figuren und eine Kommentatorin lassen den Zuschauer eintauchen in eine eigentlich ganz normale Welt, die dann aber irgendwie doch aus den Fugen gerät. Die Protagonisten gehen, stolpern, straucheln, träumen, stürzen, richten sich wieder auf und sind auf der Suche nach ihrem Platz in der Gesellschaft oder nach Freiheit oder nach Liebe. Dabei werden die Figuren nie bloßgestellt.

Erstmalig Auftritt an einem Montagabend

Karten für die Vorstellungen am Samstag, 9. November, um 19.30 Uhr, am Sonntag, 10. November, um 18.30 Uhr, am Freitag, 15. November, um 19.30 Uhr und am Samstag, 16. November, um 19.30 Uhr gibt es bei den Vorverkaufsstellen in Höxter (Bücher Brandt und Sparkasse) und Ottbergen (Bäckerei Bielemeier im Nahkauf und Bäckerei Knepper) oder telefonisch unter 0171/2234451.

Erstmalig wir das Ensemble auch an einem Montagabend auftreten. »Für alle, deren Alltag auch am Wochenende stattfindet.« Für die Vorstellung am Montag, 18. November, ist ausschließlich eine telefonische Kartenbestellung möglich. Die Vorstellung beginnt an diesem Tag um 19.30 Uhr. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Internetseite des Ensembles.

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