1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Hoexter
  6. >
  7. Düfte und Aromen erleben

  8. >

In Holzminden soll rechtzeitig zur Gartenschau ein neues touristisches Glanzlicht entstehen

Düfte und Aromen erleben

Holzminden (thö). Wenn in Höxter in drei Jahren die Landesgartenschau an den Start geht, soll in der niedersächsischen Nachbarstadt ein museales Glanzlicht eröffnen: Mit dem Duft- und Aromenmuseum „Sensoria“ will Holzminden an seine reiche Geschichte auf diesem Gebiet erinnern. Beide Projekte sollen voneinander profitieren.

In einem Museumslabor sollen Besucher künftig in Holzminden einen eigenen Duft kreieren können. Das „Sensoria“ soll im Gartenschaujahr eröffnen und auf einem brachliegenden Gelände an der Oberen Straße entstehen. Foto: Anderhalten Architekten

Erlebniswelt

Das Museum, das eher als Erlebniswelt verstanden werden will, soll auf einem seit Jahren brachliegenden Gelände am Anfang der Oberen Straße entstehen. Befürworter sprechen von einem „neuen Tor zur Stadt“. Der geplante Bau hat eine skulpturale Form mit Ecken und Kanten und einer Rampe, die sich von außen ins Gebäude und über zwei Etagen durch die Ausstellung zieht. Vorgesehen ist auch ein Dachgarten.

Geplant wird es vom renommierten Berliner Architekturbüro Anderhalten, das unter anderem auch den Neubau des Bundeslandwirtschaftsministeriums in der Hauptstadt verwirklicht hat. Das Land Niedersachsen fördert das Vorhaben in Holzminden mit 2,7 Millionen Euro.

Aufbruchsignal

Der Holzmindener CDU-Landtagsabgeordnete Uwe Schünemann spricht von einem „langersehnten Aufbruchsignal für die Innenstadt Holzminden und den Tourismus der gesamten Region.“

Geplant ist eine interaktive Ausstellung über die Welt der Düfte und Aromen, die deutschlandweit einzigartig sein dürfte. Beleuchtet werden sollen naturwissenschaftliche Aspekte, aktuelle Forschungsfelder, Herstellungsverfahren und die besondere Entstehungsgeschichte dieser Industrie in Holzminden. Vorgesehen ist auch ein Labor, in dem Besucher ihren eigenen Duft kreieren können.

Bürger geben Anstoß

Ein Duftmuseum in Holzminden wird seit Jahren immer mal wieder diskutiert. Dieses Mal kam der Anstoß von der Bürgerstiftung, die mit einer Machbarkeitsstudie für den Durchbruch gesorgt hat. Die Geschichte der Stadt ist eng mit der Geschichte der ansässigen Firmen der Duft-und Geschmacksstoffindustrie verbunden. Dank der Erfindung des Vanillins durch den Chemiker Wilhelm Haarmann konnte sich Holzminden zu einem internationalen Standort der Riech- und Geschmackstoffindustrie entwickeln. Noch heute hat mit Symrise ein Weltmarktführer auf diesem Gebiet seinen Sitz in der Weserstadt. 10.000 Mitarbeiter arbeiten an 90 Standorten weltweit für das Unternehmen – rund 2500 in Holzminden.

Seit 2003 nennt sich Holzminden auch „Stadt der Düfte und Aromen“. Rund um das Thema Düfte und Aroma bietet die Stadt bereits verschiedene touristische Angebote. „Mit der Errichtung soll nun eine neue kulturelle und touristische Attraktion geschaffen werden, dass die Angebote und Vernetzung im Bereich Kultur und Tourismus stärkt und fördert“, heißt es in den Planunterlagen für das neue Museum.

Gemeinsame Vermarktung

Für Uwe Schünemann bietet „Sensoria“ auch die Chance, die Sehenswürdigkeiten auf beiden Weserseiten gemeinsam zu vermarkten. Dazu nimmt er den PS-Speicher in Einbeck, das Schloss Corvey und das Porzellanmuseum Fürstenberg mit in den Blick.

Pünktlich zur Landesgartenschau Höxter sei „Sensoria“ am Markt. „Einen besseren Zeitpunkt kann man sich kaum vorstellen. Zudem wird Holzminden auch wieder für den Dampferverkehr attraktiv“, sagt Landtagsabgeordneter Schünemann.

Startseite
ANZEIGE