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Brakeler hatten Hund alleine im heißen Auto zurückgelassen

Ehepaar muss 300 Euro Geldbuße zahlen

Brakel/Höxter

Das Amtsgericht Höxter hat am Mittwoch das Strafverfahren gegen ein Ehepaar aus Brakel gegen die Zahlung einer Geldbuße eingestellt. Der 54-jährige Ehemann und seine Frau (56) waren angeklagt, gegen das Tierschutzgesetz verstoßen zu haben, weil sie ihren Hund Mitte August bei brütender Hitze alleine auf einem Höxteraner Parkplatz im Auto zurückgelassen haben.

Marius Thöne

Wer seinen Hund bei Hitze alleine im Auto lässt, riskiert eine Geldbuße. Das ist am Mittwoch am Amtsgericht Höxter deutlich geworden. Foto: Stephan Jansen

Darüber hinaus sollen sie dem Irish Setter ein Elektroschock-Halsband angelegt haben, das in Deutschland bereits sei 20 Jahren verboten sein soll.Aufmerksame Passanten hatten damals die Polizei gerufen, als sie das zurückgelassene Tier im Auto entdeckten. Ein Polizist schilderte vor Gericht, dass der Hund stark gehechelt und nicht mehr auf die Ankommenden reagiert habe.

Dass dem Tier schnell geholfen werden konnte, ist auch dem Umstand zu verdanken, dass das Beifahrerfenster einen Spalt offen stand und die Beamten so die Autotür öffnen konnten, um den Hund zu befreien und ihn mit Wasser zu versorgen. „Er hat sich darüber sehr gefreut“, sagte der Polizist.

Das Ehepaar zeigte sich in der Verhandlung reumütig und räumte die Vorwürfe ein. „Wir haben gedankenlos gehandelt, die Schuld liegt bei uns“, sagte der 54-Jährige. Als er das Auto auf dem Großparkplatz am Berliner Platz in Höxter abgestellt habe, sei noch etwas Schatten da gewesen. „Wir waren höchstens 20 bis 25 Minuten weg“, sagte der Brakeler.

Um einem möglichen Tierhalteverbot zuvorzukommen, hatte das Paar den Hund bereits kurz nach dem Vorfall seiner Vorbesitzerin zurückgegeben. „Wir wollten nicht, dass er ins Tierheim kommt“, sagte der Brakeler vor Gericht. Der Hund habe sich schnell von dem Vorfall in Höxter erholt.

Der Mann räumte auch ein, das Elektro-Halsband gekauft zu haben. „Ich habe nicht gewusst, dass das nicht erlaubt ist“, beteuerte er im Gerichtssaal. Allerdings habe er die Elektroschock-Funktion nie benutzt, sondern lediglich ein automatisches Pfeifsignal. „Der Hund hat auf andere Hunde sehr aggressiv reagiert, da habe ich mit jemandem gesprochen, der mir dieses Halsband empfohlen hat“, sagte der 54-Jährige. Die Polizei hat das Halsband allerdings getestet. Es sei funktionsfähig gewesen, berichtete der Beamte im Zeugenstand.

Richterin Christina Brüning schlug trotzdem vor, das Verfahren einzustellen, zum einem weil das Ehepaar Reue zeige und „so etwas in Zukunft sicher nicht wieder tun wird“. Darüber hinaus habe sich der Hund schnell wieder erholt. „Das ist bei anderen Tierschutzfällen, die wir hier verhandeln, oft anders, da geht es auch um verendete Tiere“, sagte Brüning. Sie legte den beiden Hartz-IV-Empfängern aber eine Geldbuße von je 150 Euro auf, die sie in Raten zahlen können. Das Geld soll an die Naturschutzstiftung des BUND fließen.

Die Tierrechtsorganisation PETA, die die Hundehalter seinerzeit angezeigt und ein Tierhalteverbot gefordert hatte, kann mit der Entscheidung leben. „Es freut uns sehr, dass die Staatsanwaltschaft in dem Fall so zügig ermittelt und nicht nur einen Strafbefehl beantragt, sondern Anklage erhoben hat“, sagte Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechtsabteilung, der die Verhandlung in Höxter selbst verfolgte.

„Sowohl die Anklage als auch das heutige Verfahren erinnern daran, dass Tierquälerei kein Kavaliersdelikt ist, sondern eine Straftat ist, die geahndet werden kann“, hieß es.

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