1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Hoexter
  6. >
  7. »Ein Wunder«

  8. >

Im koptischen Kloster Brenkhausen wird Glaube und Ökumene gelebt

»Ein Wunder«

Brenkhausen  (WB). Eine Ruine hat sich zu einem der schönsten Klöster in Deutschland entwickelt. In 25 Jahren ist in Brenkhausen etwas entstanden, was wie ein Märchen anmutet. Für Bischof Anba Damian ist es »ein Wunder«. Im und am koptischen Kloster Brenkhausen wird der 25. Geburtstag nun drei Tage gefeiert.

Jürgen Drüke

Der Klostergarten im Innenhof wird von Dr. Mikel Ewida, Dr. Marianne Kirsch, Sabine Sichma sowie Dr. Ayman Georgios für das Jubiläum herausgeputzt. Dr. Marianne Kirsch (87) aus Göttingen kommt alle drei Wochen nach Brenkhausen. Foto: Jürgen Drüke

»1993 erwarben wir das Kloster von der Stadt Höxter für eine Mark. Wir haben es mit Menschen aus der ganzen Welt und vor ­allem mit den heimischen Bürgern und der St.-Johannes-Baptist-Gemeinde Brenkhausen geschafft, dass hier ein Anziehungspunkt entstanden ist«, hebt Hausherr Damian hervor. Das Kloster erstrahlt in hellem Glanz. Täglich kommen Besuchergruppen aus nah und fern. Die Menschen staunen nicht nur über das Kloster mit Klosterkirche, Klostergarten, Speisesaal, Wandmalereien, Gewändern, Holzskulpturen, jahrhundertealte Bibeln aus allen Erdteilen und wunderschöne Gästezimmer – sie bewundern insbesondere die Gastfreundschaft und das Leben im koptisch-orthodoxen Kloster.

»Mit welcher Wärme und Herzlichkeit wir hier von den Bewohnern des Klosters und vom ­Bischof empfangen worden sind, das ist einzigartig«, ist Gerlinde Meier, die einer Besuchergruppe aus Mecklenburg-Vorpommern angehört, angetan.

Kloster wird herausgeputzt

Das Kloster wird seit einigen Tagen für das Jubiläum am kommenden Wochenende (Siehe Programm auf dieser Seite) herausgeputzt. So pflanzt die 87-jährige Dr. Marianne Kirsch aus Göttingen bei 35 Grad Hitze im Klostergarten Blumen, zupft Unkraut und mäht mit Dr. Mikel Ewida sowie Dr. Ayman Georgios den Rasen. Die beiden ägyptischen Ärzte leben erst fünf beziehungsweise zehn Tage im Kloster und werden demnächst in nahegelegenen Krankenhäusern praktizieren. »Hier im Kloster verbessern wir unsere Sprachkenntnisse«, freut sich der junge Dr. Ayman Georgios, der vor zwei Wochen noch in Kairo lebte, auf sein neues Leben.

»Alle drei bis vier Wochen bin ich hier und kümmere mich um den Klostergarten. Es macht mir immer noch großen Spaß und ist mir eine besondere Ehre. Das Leben hier inspiriert. Das Miteinander, der Glauben und die gelebte Ökumene sind hier Programm«, hebt die Augenärztin Marianne Kirsch hervor.

Bischof Damian blickt zurück

Bischof Anba Damian blickt in diesen Tagen oft zurück. »Längst haben wir hier täglich mehrere Besuchergruppen. Menschen aus der ganzen Welt besuchen uns. Schwerkranke, Pilgergruppen, verfolgte Christen und Studenten sind unter anderem Gäste. Wir Kopten haben hier eine Heimat gefunden und gehören zu Brenkhausen«, schätzt der Bischof die Brenkhäuser Mentalität. Die Bürger und die Vereine unterstützen die Kopten. Sechs ägyptische Familien wohnen inzwischen im Schelpedorf. »Die Menschen hier helfen uns, wo es nur geht. In der vergangenen Woche haben wir gemeinsam den Klosterweg gepflastert. Das Miteinander macht uns glücklich«, sagt der Bischof. Eine Bibliothek haben sie im Kloster vor wenigen Wochen eingerichtet. Jeden Tag entsteht etwas Neues. Projekte gibt es einige und weitere sind geplant.

Zeit hat Kraft gekostet

25 Jahre koptisch-orthodoxes Kloster: »Die lange Zeit hat auch Kraft gekostet. Alle Mühen haben sich gelohnt. Gott ist bei uns und hilft uns«, so Bischof Anba Damian. Ein langer Weg liegt hinter seinem Team und ihm. »Das ­ Engagement war groß und die Menschen sind stark«, lobt er. Die Gastfreundschaft, den Glauben und das Klosterleben werden auch die zahlreichen Gäste am Wochenende erfahren. »Es ist ein Wunder«, freuen sich die Kopten auf das Fest im und am Kloster.

Startseite