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Botanischer Garten an der Hochschule in Höxter wird bis Ende des Jahres umfangreich neu gestaltet

Eine App führt durch den Urwald

Höxter (WB/thö)

Er ist das grüne Labor der Hochschule: Der Botanische Garten in Höxter. Jetzt soll er für Besucher aus der Region noch attraktiver werden. Darum wird er noch bis zum Jahresende grundlegend umgestaltet. Geplant sind unter anderem ein kleiner „Urwald“ und eine App, die Besucher durch den Garten führt.

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Auch Insekten fühlen sich im Botanischen Garten wohl. So wie diese Biene im Juni auf einer Kleeulme. Der Garten auf dem Hochschulgelände ist gut vier Hektar groß. Von dort können Besucher auch die Aussicht aufs Weserbergland genießen. Foto: Marius Thöne

„Der Botanische Garten der TH OWL ist etwas ganz Besonderes. Wir freuen uns, dass wir mit den Bauarbeiten so schnell so weit vorangekommen sind und wir bald jedem und jeder unsere neu gestalteten Gärten und die besonderen Pflanzen zeigen können“, schwärmt die Technische Leiterin Ute Aland. Sie hat gemeinsam mit Nora Huxmann, der wissenschaftlichen Leiterin, den Entwurf, die Ausschreibung und die Baubetreuung für die Neugestaltung des Botanischen Gartens übernommen.

Seit November 2020 sind die Arbeiten in vollem Gange. Plan ist es, einen Teil der Mauergärten oberhalb des Parkplatzes ganz neu und barrierefrei zu gestalten. Um den Botanischen Garten schnell und einfach für alle erreichbar zu machen, entstehen ein neuer Haupt- und Nebeneingang am Ziegenbergareal. Ende 2021 sollen alle Umbauten abgeschlossen, die Gärten neu bepflanzt und das neue Konzept für alle begeh- und erlebbar sein.

Südlich des Parkplatzes befinden sich die sogenannten Mauergärten. Die Umbauten dort sind fast abgeschlossen. Entstanden sind an dieser Stelle drei völlig neue Gartenräume, die die Besucher in verschiedene Orte der Welt entführen. „Durch die Abgrenzung des Gartens durch unterschiedlich gestaltete Mauern haben Besucher das Gefühl, ein Haus aus Gärten zu betreten“, heißt es in einer Pressemitteilung der Hochschule. Der Zugang zu den Mauergärten ist nun über eine barrierefreie Rampe möglich. Die Treppe wurde ersetzt. Aktuell hat das Areal noch Baustellencharakter, aber das soll sich bald ändern.

Die Idee von Gärtnerinnen und Gärtnern, Lehrenden und Studierenden ist es, durch die neuen Gärten die unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen der Besucher anzuregen und mit diesen zu spielen.

Beim Betreten des Mauergartens gelangt man direkt in den „Schluchtwaldgarten“. Die hohen Mauern bilden eine Art Schlucht, in der es durch eingebaute Nebeldüsen feucht und nebelig sein wird. Die neuen Betonbänke erinnern an einen Erdaufschluss, so als hätte ein Fluss einen Canyon durch eine Schlucht gegraben. Die „Living Wall“, die mit unterschiedlichen Pflanzen begrünt ist, sowie Gräser, Farne und Moose sollen das Bild komplettieren.

Von der feuchten Schlucht geht es dann in den „Mediterranen Hof“. Hier soll es warm sein. Der Garten liegt in der prallen Sonne. Der Boden ist mit Kies bedeckt. Viele Kräuter verstärken das mediterrane Flair. Ein Paradies für Schmetterlinge und Insekten. Gemeinsam mit dem Fachbereich Innenarchitektur der TH OWL am Standort Detmold entwickeln die Initiatoren des Gartens Sitzmöbel für diesen Bereich, die dann auf der integrierten, von Bäumen beschatteten Holzterrasse und im gesamten Gartenhof Platz finden.

Vom Mediterranen Hof aus geht es in den Dschungel und damit wieder in eine andere Vegetationszone – eine andere Erfahrung für die Sinne. In dem üppig bewachsenen Dschungelgarten soll es ein Dach aus Pflanzen geben, aus dem es nach unten tropft. Für das Pflanzendach erhält dieser Garten im nächsten Bau-Schritt eine Pergola. „Ziel ist es, dass die Besucherinnen und Besucher völlig von der Vegetation umgeben sind“, sagt Ute Aland.

Da nicht nur die Mauergärten, sondern der gesamte Botanische Garten im Süden des Campus für die Öffentlichkeit geöffnet wird, baut die Hochschule zwei neue Eingänge. Ein Eingang ist bereits fertiggestellt. Die Ausschreibungen für den Haupteingang An der Wilhelmshöhe laufen noch. Im Frühjahr sollen die Arbeiten hierfür starten. Hinter der Bibliothek befindet sich ein Teich. Dort entsteht eine große Sitzbank, die den Teich vom Weg abtrennt, ihn sicherer macht und den Gästen, Mitarbeitern und Studenten einen Ort zur Entspannung bietet. Den Entwurf und die Baubetreuung für den Haupteingang übernimmt das Architekturbüro Gruppe Freiraumplanung aus Langenhagen.

„Sobald das Wetter es zulässt, beginnt unser dreiköpfiges Team mit der Bepflanzung. Ende des Jahres soll alles soweit fertig sein, sodass sich alle, Höxteraner und Besucher von überall her, an der außergewöhnlichen Pflanzenvielfalt an unserem Campus erfreuen können“, sagt Ute Aland.

Eine neue App wird die Besucher auf ihrem Spaziergang durch den Botanischen Garten künftig unterstützen. Per Smartphone oder Tablett können sie sich über die große Pflanzenvielfalt informieren. Eine Karte des gesamten Gartens, Rundgänge zu verschiedenen Themen, Bilder der vielen unterschiedlichen Pflanzen und unzählige Fakten hält die App bereit. Die einzelnen Pflanzen sind mit Nummern und Symbolen versehen, sodass Gäste schnell Informationen zu den gut den 2000 unterschiedlichen Arten finden. Ende März soll die App startklar sein.

„Hiermit haben wir einen ausbaufähigen digitalen Zugang zu den Inhalten und Themen des Gartens geschaffen, die nicht nur Gästen, sondern auch unseren Studierenden ein umfangreiches digitales Nachschlagewerk an die Hand gibt“, berichtet Prof. Dr. Hans-Peter Rohler (Dekan des Fachbereichs Landschaftsarchitektur und Umweltplanung).

Die EU und das Land NRW fördern den Umbau des Botanischen Gartens mit 300.000 Euro.

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