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In Godelheim wird in den nächsten Wochen über ein Coworking-Space entschieden

Eine Chance für regionale Startups

Höxter-Godelheim (WB). Die Idee, sich mit verschiedenen Menschen ein gemeinsames Büro zu teilen, ist von Amerika ausgehend bereits in den ersten deutschen Großstädten umgesetzt worden. Solch ein Coworking-Space ist am Donnerstag für Godelheim vorgestellt und diskutiert worden.

Sarah Schünemann

Haben das Coworking-Space vorgestellt (von links): Bürgermeister Alexander Fischer, die Referenten Alois Kleine, Claudia Warneke, Dominik Weihs und Andreas Klassen, Markus Brügger, Sascha Schenk und Lukas Barkhausen. Foto: Sarah Schünemann

Ob Startup, Kreative oder Angestellte – wenn sich die Anmietung eines eigenen Büros nicht lohnt oder die Kosten dafür zu hoch sind, ist ein Coworking-Space eine gute Alternative. Das aus dem Silicon-Valley stammende Konzept macht es möglich, einen flexiblen Arbeitsplatz zu erschaffen. Im vergangenen Jahr haben sich sechs Frauen dafür stark gemacht, eine solche Büroform zu etablieren und mit der alten Schule in Godelheim haben sie bereits einen geeigneten Ort gefunden. Dafür sorgte unter anderem Markus Brügger vom Förderverein Godelheim, der die Koordination des Vorhabens in die Hand genommen hat.

»Geniale Idee«

Auch Alexander Fischer zeigt sich vor dem zumeist jungen Publikum begeistert. »Ich denke, ein Coworking-Space ist eine geniale Idee für unseren Kreis. Viele unterschiedliche Menschen kommen zusammen, können sich austauschen und dabei noch Geld sparen.« Die Stadt unterstütze das Vorhaben finanziell und beim Erstellen eines Förderantrages. »Claudia Koch hat zugesagt, dass die Stadt – wenn das Vorhaben durch einen Verein getragen wird – den Raum herrichtet und für zunächst drei Jahre zur Verfügung stellt«, erklärte Markus Brügger. Die Anmietung sei dann für kleines Geld möglich.

In Bielefeld etabliert

Alois Kleine hat in Bielefeld bereits ein eigenes Coworking-Space etabliert. Er stellte sein Konzept vor und stand für zahlreiche Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Kleine selbst leitet eine Software-Firma und hat 2015 sein Coworking-Space gegründet. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten sind die Büroräume ständig ausgebucht. In diesem Jahr ist eine weitere Etage dazugekommen. Über einen Online-Kalender reservieren die Interessierten stunden- oder tageweise einen Arbeitsplatz. Vor Ort bekommen sie zunächst eine Einweisung in die Räume und checken dann selbstständig mit Chipkarten ein und aus. »In der Miete sind Raumpflege, Kaffee, Wasser sowie Internet, Druckkosten und Speicherplatz auf einem Server inbegriffen«, erklärt er. »Durch die Kommunikation entstehen auch Synergieeffekte.«

Chance Für junge Startups

Zudem bietet ein Coworking-Space eine Grundlage für junge Menschen, die mit ihrem Unternehmen oder ihren Ideen gerade erst am Anfang stehen und noch nicht genügend Geld für eigene Büroräume haben. Sascha Schenk vom Zukunftszentrum Holzminden-Höxter erklärte zudem, dass neben Gemeinschaftsstrukturen der Beruf entscheidend dafür ist, ob jemand im Kreis bleibt oder nicht. »Viele können sich vorstellen zu bleiben, wenn die beruflichen Perspektiven stimmen«, sagte er. Für das Erlernen ihres Wunschberufes sei meist zunächst ein Weggang aus der Heimat erforderlich.

Chance für junge Unternehmer

Das kennen auch die Jungs von »Spire«. Alle drei sind für ein Studium aus Höxter weggezogen. Mit der Gründung ihrer Firma 2015 sind sie wieder zurück in die Heimat gekehrt – um Kosten zu sparen. »Wir sind beruflich viel unterwegs. Ein eigenes Großstadtbüro lohnt sich einfach nicht«, erklärte Geschäftsführer Dominik Weihs. Bei ihren Reisen hätten sie bereits gute Erfahrungen mit Coworking-Spaces in anderen Städten gemacht. »Für die Region ist das eine gute Lösung und eine Chance für regionale Startup-Unternehmen«, ergänzte er. Home-Office sei oftmals keine Alternative. Entweder sei man unkonzentriert oder könne nicht abschalten, wenn man erst einmal begonnen habe. Diese Erfahrung hat auch die selbstständige Fotografin Claudia Warneke gemacht. Sie sieht noch weitere Vorteile für junge Leute. »Ich war damals auf einmal Unternehmerin. Ich hätte mir im ersten Jahr einen Mentor gewünscht. Ein Coworking-Space mit vielen verschiedenen Unternehmensgründern kann zumindest einen gemeinsamen Austausch schaffen«, meinte sie. »Und zusätzlich entsteht ein Netzwerk. Die Leute kennen sich untereinander und können sich gegenseitig bekannter machen.« Ob der erste Coworking-Space im Kreis Höxter tatsächlich zustande kommt, zeigt sich in den nächsten Wochen, wenn Brügger sich mit den Interessierten zur Gründung eines Vereins zusammensetzt.

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