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Gedenkfeiern für die Opfer des Nationalsozialismus

„Erinnerung heißt auch Verantwortung“

Höxter/Beverungen (WB/thö). In Höxter und Beverungen ist Montagabend der Opfer des Nationalsozialismus gedacht worden. Anlass war der 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. In beiden Städten hatten Schüler die Gedenkfeiern mitgestaltet.

Schüler eines Geschichtskurses am König-Wilhelm-Gymnasium haben die Gedenkstunde im Forum Jacob Pins mitgestaltet. 120 Gäste waren gestern Abend gekommen. Foto: Marius Thöne

In Höxter erinnerten Schüler eines Geschichtskurses der Jahrgangsstufe 12 des König-Wilhelm-Gymnasiums im Forum Jacob Pins an die Höxteraner Juden und die in Höxter geborenen Sinti und Roma, die in Auschwitz ermordet wurden. Einige der Jugendlichen hatten in den Herbstferien das Vernichtungslager der Nazis besucht und berichteten von beklemmenden Momenten.

Für jeden der 27 von Höxter nach Auschwitz deportierten Juden legten die Schüler einen Stein in eine Schale. Sie sollen die Opfer vor dem Vergessen bewahren. Für jeden der fünf aus Höxter ins Vernichtungslager gebrachten Sinti und Roma, meist katholischen Glaubens, entzündeten die Schüler eine Kerze.

„Bruch in der Geschichte unseres Landes“

Bürgermeister Alexander Fischer nannte den Holocaust einen „Bruch in der Geschichte unseres Landes“. Jede Generation trauere aufs Neue um die Opfer und jede Generation beschließe aufs Neue, die Werte von Freiheit und Demokratie zu schützen. Darum freute sich Fischer über die gute Beteiligung an der Gedenkstunde in Höxter. Etwa 120 Menschen waren ins Forum-Jacob-Pins gekommen.

„Erinnerung muss deutlich machen, dass wir Verantwortung haben“, sagte Fischer. „Nie wieder“ müsse für die Gesellschaft auch bedeuten, sich antisemitischen Anfeindungen entgegenzustellen. Fischer erinnerte in diesem Zusammenhang an die Anschläge von Berlin und Halle. „Wir müssen uns solidarisch zeigen, mit allen, die Bedrohungen ausgesetzt sind, weil sie eine Kippa tragen oder Hebräisch sprechen“, so Fischer.

Fritz Ostkämper, Vorsitzender der Jacob-Pins-Gesellschaft, machte mit wenigen Zahlen die Schrecken des industriellen Massenmords in Auschwitz deutlich: Bei der Befreiung fand die Rote Armee 843.000 Herrenanzüge, 837.000 Damenkleider und 7,7 Tonnen menschliches Haar – vor allem von Frauen.

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