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Grüne, UWG, FDP, Linke und BfH für Koch – Kritik an Stadermann-Wahl

»Erste Sargnägel für LGS«

Höxter (WB/rob). Die Grünen, die UWG, Bürger für Höxter (BfH) sowie die beiden Ratsherren von FDP und Linken im Rat Höxter sehen durch die Bestellung von Kämmerer Lothar Stadermann zum neuen Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters die Position von Baudezernentin Claudia Koch beschädigt.

Bald ein Bild der Vergangenheit? Alle Ratsparteien und die Verwaltung ziehen bei der LGS an einem Strang. Foto: M. Robrecht

Die »Kleinen« im Rat hätten sich für Koch ausgesprochen. Wie berichtet, hatte sich Lothar Stadermann gegen Koch mit 27 zu 13 Stimmen im Rat durchgesetzt.

Hermann Loges (BfH) ordnete diesen Vorgang ein: »Ich möchte meine Besorgnis mitteilen. Ich befürchte durch die Entscheidung, Stadermann zum allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters zu bestimmen, wurde die Position von Frau Koch in der Verwaltung nicht nur geschwächt, sondern vielleicht sogar entscheidend geschädigt. Ich befürchte weiter, dass aus dem offenkundigen Zusammenspiel der der LGS 2023 negativ gegenüberstehenden Akteure in der Verwaltung und in der Politik das Projekt Landesgartenschau 2023 gefährdet wird.«

Die negativen Äußerungen von SPD-Fraktionschef Werner Böhler in dessen Haushaltsrede habe er wie das Setzen erster Sargnägel für die LGS 2023 in Höxter empfunden, erklärte Hermann Loges. »Typisch Höxter? Mit großem Bohei starten, dann die Lust verlieren, dann zerreden und schließlich aufgeben«, so Loges. Höxter drohe, sich selbst wieder einmal lächerlich zu machen und verschleiße dabei ohne erkennbare Not eine fachlich herausragende Führungspersönlichkeit mit Visionen für Höxter. »Davon haben wir nicht viele. Darum wäre es sehr schade, wenn wir Claudia Koch demotivieren oder gar verlieren würden«, zeigte sich der BfH-Ratsherr entsetzt.

In einer gemeinsamen Presseerklärung von Grünen, UWG, Bürger für Höxter (BfH) sowie den Ratsherren von FDP und Linken sprechen sich die »Kleinen« gegen Stadermann als Vertreter von Alexander Fischer aus. »Es stellt sich die Frage, warum der Bürgermeister das zweithöchste Amt in der Verwaltung nicht erst nach Durchführung einer Bestenauslese und unter Beteiligung der Politik besetzt. Zwei Tage vor der Bekanntgabe des Besetzungsvorschlages hat der Ältestenrat, dem neben dem Verwaltungsvorstand die Fraktionsvorsitzenden der im Rat vertretenen Parteien und Wählergemeinschaften angehören, getagt. Der Bürgermeister hat in dieser Sitzung nicht einmal einen Hinweis gegeben, geschweige denn seine Besetzungsabsichten in der unmittelbar bevorstehenden Ratssitzung angekündigt«, heißt es in der Erklärung. Eine Personalentscheidung mit dieser Tragweite sei nach gemeinsamer Ansicht der Opposition im Rat der Stadt Höxter mit den politischen Vertretern im Rahmen einer vertrauensvollen Zusammenarbeit im Vorfeld zu kommunizieren.

Eine mögliche Erklärung für diesen Überraschungsmoment könnte darin bestehen, dass diese Entscheidung gar nicht den Gedankengängen des Bürgermeister entsprungen sei, sondern vielmehr der Wunsch einzelner politischer Vertreter sei, »die anscheinend goldene Handschläge aufgrund von alten Seilschaften und Gefälligkeiten verteilen wollen«.

Das zweithöchste Amt im Rathaus sollte mit einem Kandidaten oder einer Kandidatin besetzt werden, die durch ihre Integrität, Leistungsbereitschaft und Führungserfahrung als Vorbild vor allem von den Mitarbeitern anerkannt werde, so die Ratsvertreter. Ob der Vorschlagskandidat des Bürgermeisters diese Schlüsselqualifikation erfülle, werde von der Opposition im Rat aufgrund verschiedentlicher Erfahrungen nicht uneingeschränkt bejaht.

»Besonderes verwunderlich: die Person, die der Rat bereits als Verhinderungsvertreterin bestellt hat und die diese Funktion somit seit dem Weggang der 1. Beigeordneten bereits innehat, wird übergangen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt? Geht es womöglich gar nicht darum, die fähigste Person auszusuchen, sondern ein reines Beförderungsproblem einer Einzelperson zu lösen? Seit über einem Jahr wird von der großen Koalition versucht, den Kämmerer zu befördern. Stellenbewertungen von extern beauftragten Gutachtern brachten immer das gleiche Ergebnis: die Tätigkeitsmerkmale rechtfertigen keine Beförderung von A14 auf A15«, so die »Kleinen«.

Die Parteien: »Wie kann es sein, dass derjenige, der seit Wochen und Monaten keine Gelegenheit auslässt, vorzutragen, dass wir sparen müssen, Verursacher von unnötigen Mehrkosten ist. Spricht dieser Tatbestand für die Integrität des Kämmerers für das zweithöchste Amt im Rathaus?«

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